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Leichtathletik
Viel Lob – wenig Teilnehmer

Bereichern zunehmend die Laufveranstaltungen: Walker und Wanderer wie hier am Sonnabend beim Schlaubetalmarathon
Bereichern zunehmend die Laufveranstaltungen: Walker und Wanderer wie hier am Sonnabend beim Schlaubetalmarathon © Foto: Bernd Pflughöft
Hagen Bernard / 22.10.2019, 02:15 Uhr
Eisenhüttenstadt Die Organisatoren des 12. Schlaubetalmarathons können auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken. Von den 268 Teilnehmern gab es durchweg positive Äußerungen zur Strecke und zum Ablauf. Obwohl es im zweiten Teil der sechstündigen Veranstaltung anfing zu nieseln, dürfte das die wenigsten Marathonläufer und Halbmarathon-Walker gestört haben. Die Strecken präsentierten sich im hervorragenden Zustand.

Verpflegung auch für die Letzten

Begeistert war Dieter Gahut, der aus dem sächsischen Flöha angereist war und zum ersten Mal in Eisenhüttenstadt startete. Der 67-Jährige hat schon einige Male die Lausitzer Walking-Serie gewonnen, die vornehmlich in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgetragen wird. "Ich hatte schon viel Gutes über den Schlaubetalmarathon gehört. Obwohl er nicht zur Walking-Serie gehört, bin ich mal hergekommen. Der Kurs ist nicht zu anspruchsvoll, insgesamt eine schöne Strecke. Obwohl wir Walker mit die Letzten sind, die ins Ziel kommen, war noch ausreichend zum Trinken da. Das ist nicht überall so", erklärt der Nordic-Walking-Sieger auf der Halbmarathon-Distanz. Zusammen mit seiner Frau war der Rentner einen Tag zuvor angereist, um wie bei vielen anderen Wettbewerben auch noch etwas von der Umgebung mitzubekommen.

Bereits im Vorjahr in Eisenhüttenstadt gestartet waren Sabine Elke Paegelow und Dieter Bornheimer vom Einstein-Team Berlin, die beide das Walken im Halbmarathon gewannen. "Es hat alles gut geklappt. Mit meiner Zeit bin ich sehr zufrieden. Wir sind gerade noch vor dem nächsten Regen ins Ziel gekommen. Sowohl auf der Strecke als auch im Ziel ist die Verpflegung hervorragend. Das ist eigentlich das Wichtigste für uns", erklärt die Siegerin, die auch als Läuferin eine gute Figur abgeben würde.

Bei so viel Lob auch von Weitgereisten verwundert es eigentlich, dass mit 268 Finishern und den 26 Kindern beim Biene-Majathon die Teilnehmerzahl doch erheblich hinter den Wünschen der Organisatoren zurückgeblieben ist. "Ich bin ja bei vielen Veranstaltungen, doch Flyer vom Schlaubetalmarathon habe ich in diesem Jahr keine gesehen. Der Verein kann ja welche Bekannten mitgeben um diese bei anderen Veranstaltungen auszulegen. Es werden darauf immer einige aufmerksam, ob sie dann auch wirklich kommen, ist noch eine andere Frage", erklärt die Merseburgerin Ina Hentzschel, zum dritten Mal in Folge in Eisenhüttenstadt Schnellste beim Walken im Viertelmarathon.

Flyer verteilt hatte der Schlaubetalmarathonverein in den Vorjahren. Bereits vor einem Jahr hatte der Vorsitzende Falk Hartmann erklärt, dass von den 3000 gedruckten Exemplaren jeweils bis zu 700 übrig geblieben seien. Da hatte der Vorsitzende auch auf den Einfluss des Eisenhüttenstädter Bürgermeisters Frank Balzer gesetzt, der auch dieses Mal für seine Funktion eher ungewöhnlich nahezu die gesamte Veranstaltung neben der Inselhalle ausgeharrt hatte, obwohl am Nachmittag die nieselige Witterung nicht unbedingt dazu einlud. "Als junger Mensch war ich Langstreckler, daher habe ich für den Lauf auch einiges übrig, den ich seit Jahren ja auch privat unterstütze. Leider sind es mir hier zu wenig Kinder und Jugendliche. Ich erhoffe mir einen neuen Schub im nächsten Jahr im Rahmen von 70 Jahre Werk und Stadt, wir brauchen neue Ideen, damit die hervorragende Arbeit der Organisatoren hier auch richtig belohnt wird. Mit knapp 300 Startern ist es für mich eine tolle Veranstaltung, wir müssen versuchen, neue Rahmenbedingungen zu schaffen."

Mit den von den Startern hochgelobten Strecken, der großen Inselhalle und auch den vielen Parkflächen sind eigentlich die Rahmenbedingungen gegeben, um hinsichtlich Resonanz kräftig zuzulegen. Die gar nicht so weit entfernt in Hockenbocka ansässige Firma Lausitzer-Sportevents e.V. & Lausitz-Timing macht es vor. Startgebühren im mittleren Bereich, Einbindung weiterer Sportarten beziehunsgweise Disziplinen wie Skating, Radsport und auch Wandern, eine launige Moderation, schnelle Ergebniserfassung sowie Urkunden, Medaillen, Pokalwertungen und vor allem Siegerehrungen in allen Disziplinen. Schließlich suchen die meisten der Freizeitsportler am Wochenende das Erlebnis und besonders die Auswärtigen drehen dabei nicht jeden Groschen um. Dazu sind die meisten Wettbewerbe in eine Serie eingebunden, was viele zusätzlich anlockt.

Einbindung in Serien denkbar

Auf die Frage, ob der Schlaubetalmarathon nicht in eine Lauf- und Walking-Serie einbezogen werden könne, erklärte Falk Hartmann, dass er im Prinzip nichts dagegen hätte, aber niemand deswegen an ihn herangetreten sei. Immerhin kann er hinter den meisten Punkten mit bestem Gewissen einen Haken setzen, was ein Überleben der Veranstaltung auch beim atwaigen Ausfall von Sponsoren ermöglichen würde.

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