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Unfallkasse Brandenburg unterstützt einjähriges Vorhaben mit pädagogischer Begleitung der Kita Wukaninchen Biesenthal.

Kita
Biesenthaler Kinder trainieren Unfallvermeidung

Olav Schröder / 22.10.2019, 06:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Verletzungen oder Unfälle in Kitas kommen immer wieder. vor. Aber nicht nur die Räumlichkeiten und die Einrichtung kann so beschaffen sein, dass möglichst selten etwas passiert und wenn doch, dass die Folgen weniger gravierend sind. Auch die Kinder selbst können lernen, sich in ihrer Umgebung sicher zu bewegen und auch in ungewohnten Situationen gut zurechtzukommen. Mit diesem Ziel führt die Unfallkasse Brandenburg mit dem Spiel- und Bewegungspädagogen Michael Peter Fuchs zusammen mit den Erziehern in der Kita "Wukaninchen" in Biesenthal ein einjähriges Projekt für Kinder unter drei Jahren durch.

"Vor 25 Jahren wurde das Thema Sicherheit in einer Kita aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet als heute", sagt Katja Richter, Referentin für Sicherheitserziehung der Unfallkasse Brandenburg. "Auch die Kinderwelt hat sich verändert und damit die Fähigkeiten, die erforderlich sind."

Das gemeinsame Projekt trägt den Titel "Lass mir Zeit". Es wird ein Jahr lang pädagogisch begleitet. Die dabei eingesetzten Bewegungselemente aus Holz werden von der Unfallkasse zur Verfügung gestellt.

Die Sinne werden angesprochen

Michael Peter Fuchs ist Gymnasiallehrer, befasst sich jedoch umfassend mit der gesamten kindlichen Entwicklung. Grundlage für die Entwicklung des Gehirns sei die gelungene Entwicklung der Bewegungsfähigkeit, sagt er in enger Anlehnung an die Arbeiten der Pädagoginnen Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg. Sie haben im 20. Jahrhundert für Kinder unter drei und ab drei Jahren die besondere Bedeutung der körperlichen Eigenaktivitäten für die weitere Entwicklung herausgestellt, zum Beispiel im Hinblick auf die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit. "Wir lernen über den Körper, über alle Sinne und über freies Spiel", erläutert Michael-Peter Fuchs.

Was dies bedeuten kann, zeigen die bis zu drei Jahre alten Kinder, als sie das erste Mal die Pikler-Materialien ausprobieren. Das ist zum Beispiel ein aus Holz gefertigtes Pikler-Labyrinth. Es besteht aus mehreren Holzquadern, die miteinander verbunden werden können. Die Kinder können es über eine Bogenleiter erreichen, durch die Quader hindurchkriechen, es durch seitliche Öffnungen verlassen oder über die aufgebaute Konstruktion hinwegbalancieren. Auf einem Podest mit Anbauteilen können sie schiefe Ebenen hinauf- und hinuntergehen, tasten vorwärts, gleichen ihr Tempo aus, gewinnen das Gleichgewicht. Eine Leiter mit Rutschbrett ermöglicht schon rasantere Fortbewegungsarten.

Mit der Zeit werden nicht nur die Bewegungen sicherer, auch die Ideen, was mit den Holzgeräten anzufangen ist, entwickeln sich. Auf den unsicheren Blick auf die Bogenleiter folgt später der stolze "Ruf eines Löwen", der gerade das Labyrinth verlässt. Die Aufgabe der Eltern sei es nicht, den Geist der Kinder zu formen, sondern ihnen die Möglichkeiten zu geben, sich selbst zu entwickeln.

Im Laufe des Projektjahres sind Fortbildungsveranstaltungen mit den Erzieherinnen der Kita eingeplant und es wird eine Dokumentation angefertigt. "Mit dem Bewegungsprojekt wird unsere Arbeit als Naturkindergarten auch in den Innenräumen fortgesetzt", sagt Susanne Zühlke, die federführende Erzieherin für dieses Projekt.

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