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Infektionskrankheit
Hepatitis-A-Fall in Schwedter Kita: 90 Kinder könnten infiziert sein

Katharina Schmidt / 22.10.2019, 10:15 Uhr - Aktualisiert 23.10.2019, 12:39
Schwedt (MOZ) Ein sechsjähriges Kind aus der Schwedter Kita Kinderwelt ist an der Infektionskrankheit Hepatitis A erkrankt. Der Fall wurde am Freitag dem Gesundheitsamt Uckermark vom behandelnden Krankenhaus gemeldet.

Das Kind ging in die Kindergartengruppe der Drei- bis Sechsjährigen und wird derzeit von Spezialisten betreut. Es soll sich nicht in Lebensgefahr befinden. Rund 90 der 250 Kita-Kinder hatten Kontakt mit dem erkrankten Kind. Für die Hort- und Krippengruppen besteht keine Ansteckungsgefahr, da sie räumlich nicht mit der betroffenen Gruppe in Berührung kamen.

Amtsärztin ordnet Impfaktion an

Die Amtsärztin des Landkreises Uckermark Dr. Michaela Hofmann sah davon ab, die Kita zu schließen. Stattdessen ordnete sie eine Impfaktion am Dienstagmorgen an, bei der die rund 90 Kinder nach Zustimmung der Eltern geimpft wurden. Zuvor stellte die Behörde bei einer Prüfung der Impfausweise am Montag fest, dass kaum ein Kind gegen Hepatitis A geimpft war. Kinder, deren Eltern sich gegen eine Impfung entscheiden, dürfen die Kita bis zum 7. November nicht besuchen. Der Impfstatus der Kinderwelt-Erzieherinnen wurden überprüft. Sie konnten sich ebenfalls impfen lassen. Andere Einrichtungen in Schwedt sind derzeit nicht betroffen.

„Wir waren geschockt“

Jaqueline Stargardt ist Mutter von drei Kindern. Ihr Sohn besucht ebenfalls die betroffene Kindergartengruppe. Wie die restlichen Eltern wurde sie noch am Freitagabend vom Gesundheitsamt telefonisch informiert. „Wir waren erstmal geschockt“, berichtet Stargardt dieser Zeitung. Anschließend folgte große Ungewissheit: „Wir hatten keine Ahnung, worum es sich bei dieser Krankheit handelt. Man hat sich vorher damit nie befasst.“ Sie ist verärgert über die Vorgehensweise von Amt und Kita. „Das ganze Wochenende hingen wir in der Luft. Erst Montagnachmittag um halb drei erfuhren, wie es weitergeht. Spätestens Montagmorgen hätte man die Eltern abfangen und informieren müssen.“ Ihr Sohn leidet seit letzter Woche Mittwoch an Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung und wird vom Kinderarzt auf Hepatitis A getestet. Eine Ansteckung wäre fatal, da der Großvater des Jungen eine transplantierte Lunge hat. Stargardt hat ihren Sohn noch nicht zum Impfen geschickt. „Wir wollen erst einmal wissen, was beim Test herauskommt“, erläutert sie.

Kinder weniger gefährdet

„Der Verlauf einer Hepatitis A Infektion ist vor allem bei Kindern häufig symptomarm. Mit zunehmendem Alter, insbesondere bei Begleiterkrankungen, kann es zu schwereren Verläufen kommen“ erklärt die Amtsärztin Dr. Hofmann. Sie empfiehlt eine Schutzimpfung auch nach einer möglichen Ansteckung. Zwar könne die Krankheit nicht verhindert werden, jedoch sei ein abgeschwächter Verlauf zu erwarten.

Sylvia Döpke von der Stadtverwaltung kann sich nicht erinnern, dass es in ihrer Amtszeit schon solch einen Vorall gegeben hat. Laut Gesundheitsamt wurden von 2017 bis 2019 pro Jahr jeweils zwei akute Hepatitis A-Erkrankungen gemeldet. Jedoch gab es keinen Bezug zu einer Gemeinschaftseinrichtung, sodass eine umfangreiche Schutzimpfung nicht erforderlich war.

Beratung: Wer weitere Fragen hat oder sich impfen lassen möchte, kann heute von 8 bis 16 Uhr das Gesundheitsamt in der Berliner Straße 123 aufsuchen.

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