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Die Grumsiner Brennerei hat ihren ersten eigenen Whisky auf den Markt gebracht. Die limitierte "First Edition" hat Sammlerwert.

Regionalvermarktung
Hundert Prozent Uckermark im Fass

Der erste Tropfen: Thomas Blätterlein, Inhaber der Grumsiner Brennerei, kredenzt zur offiziellen Erstabfüllung seinen Freunden Dieter Mickan und Frank Klose (v. l.) den ersten eigenen Whisky.
Der erste Tropfen: Thomas Blätterlein, Inhaber der Grumsiner Brennerei, kredenzt zur offiziellen Erstabfüllung seinen Freunden Dieter Mickan und Frank Klose (v. l.) den ersten eigenen Whisky. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 23.10.2019, 06:30 Uhr
Angermünde (MOZ) Wie flüssiger Bernstein schimmert er im Glas, das Thomas Blätterlein sanft in seiner Hand schwenkt und wärmt, als wiege er darin ein Baby, wedelt den Duft zur Nase und lächelt dann selig. Das "Baby" im Glas ist sein erster Whisky, den der Experte für Hochprozentiges in seiner Grumsiner Brennerei in Altkünkendorf entwickelt und zur Reife geführt hat, getauft auf den urigen Namen "Mammoth-Whisky" als Markenzeichen seiner innovativen Genussmanufaktur am Tor zum Weltnaturerbe Grumsin.

Alte Getreidesorten rekultiviert

Der deutsche Whisky aus Altkünkendorf ist hundertprozentig ein uckermärkisches Produkt, von den Rohstoffen über die Herstellung bis zur Verpackung, versichert Thomas Blätterlein. Für den Whisky wurden alte, heimische Gerste- und Weizensorten in Bio-Qualität aus der Region verwendet, die Landwirte für die Brennerei im Vertragsanbau nachzüchten. So kultivierte Blätterlein dafür die einst in der Uckermark heimische Sorte "Ostpreußischer Eppweizen".

Die Erstabfüllung und Verkostung der neuen uckermärkischen Whisky-Kreation ist nicht nur für den Produzenten ein großer historischer Moment. Auch Whisky-Liebhaber und Kenner lassen sich so eine seltene Premiere nicht entgehen. Schließlich haben die ersten Flaschen der limitierten "First Edition" neben dem ideellen Reiz auch Sammlerwert.

Manfred Fechner aus Berlin gehört mit seiner Familie und Freunden zu den ersten Premiereverkostern und hat hier gleich ein eigenes Fünf-Liter-Fass eingelagert, selbst befüllt selbstverständlich. Das darf nun weiter reifen. "Wir treffen uns hier einmal im Jahr zum Fassgeburtstag und verkosten dann unseren Whisky ganz würdig in geselliger Runde", erzählt Manfred Fechner und tröpfelt sich nach Anregung von Thomas Blätterlein ein wenig Wasser ins Whisky-Glas. Das intensiviere das Geschmackserlebnis im Mund. Whisky wird nicht getrunken, Whisky wird zelebriert. Das eigene personalisierte Fass sei übrigens ein Trend, berichtet Thomas Blätterlein, der die Herstellung und Vermarktung seiner edlen Tropfen zum Erlebnis für alle Sinne macht. Zwar erfolge ein Großteil des Verkaufs über den Internethandel. Doch seine regelmäßigen Brennerei-Führungen mit Verkostung, Gemeinschaftsveranstaltungen mit Tourismuspartnern der Region und Firmen- oder Familienfeiern in seiner urigen Location mit Fasskeller und Backhaus locken immer mehr Gäste nach Altkünkendorf und bringen sie auf den Geschmack. So ähnelt auch die offizielle Erstabfüllung des neuen Uckermark-Whiskys eher einer großen Familienfeier, als einer Markteinführung, bei der das Herzblut des Brennereiteams für das eigene Produkt zu spüren ist. Was hier aufgebaut wurde, sei wirklich etwas ganz Besonderes und lebe die Philosophie konsequenter regionaler und hochwertiger Produktion, betonen Frank Klose und Dieter Mickan aus Eberswalde, die als Freunde und Liebhaber guter Tropfen an diesem besonderen Tag beim Ausschank helfen.

Whisky-Likör mit Grumsin-Honig

Den ersten Grumsiner Mammoth-Whisky gibt es in zwei Sorten, als Single Grain Classic Edition und als limitierte Single Malt First Edition in Fassstärke mit  58 Volumenprozent. Das Besondere des Grumsiner Whiskys: Er reifte fünf Jahre in speziellen alten Holzfässern, zum Beispiel ausgedienten Bourbon-, Rum- und Sherryfässern, wurde zweimal umgefüllt und kommt ohne Kühlfiltrierung aus. Außerdem kreierte Blätterlein einen Likör aus Single Grain mit Grumsiner Honig, den eine Imkerin aus der Nachbarschaft liefert.

Rund 700 Flaschen der First Edition wurden jetzt in Handarbeit abgefüllt. Jede Flasche ist  nummeriert, mit der Fassnummer gekennzeichnet und dem Kürzel des Destillateurs handsigniert. Die Etiketten und Verpackungen hat die Angermünder Druckerei Nauendorf entworfen und angefertigt. Hundertprozent Uckermark eben.

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