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Angesiedelt wird, was wenig Wasser und Pflege braucht.

Naturschutz
Nabu-Garten im Doppeldorf – Alternativen zu Schotter, Rollrasen und Koniferen

Uwe Spranger / 25.10.2019, 08:00 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Herbstzeit ist Pflanzzeit. Auch auf der Streuobstwiese der Doppeldorf-Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) in der Petershagener Friedhofstraße. Nachdem dort zunächst mit maschineller Unterstützung jede Menge alter Bauschutt aus dem Boden geholt  und entsorgt wurde, konnten sich in den vergangenen Tagen unter anderem Anja Augsten, Irene Fiedler, Jürgen Schönberner und Thomas Wieth an die "schönen Aufgaben" beim Projekt Schau- und Lehrgarten machen, das bis zum Frühjahr vervollständigt wird.

Ziel ist es, erklärt Anja Augsten, Interessierten eine naturnahe Alternative zu veranschaulichen zu der in jüngster Zeit immer häufiger zu beobachtenden Gartengestaltung mit "Schotterwüsten", Versiegelung, Rollrasen und Koniferenhecken. Insbesondere die "toten" Gärten mit viel Stein und manchmal sogar Pflanzenattrappen nähmen zu, so ihre Beobachtung. Dabei könne man auch auf andere Weise Flächen gestalten, dass dennoch wenig Aufwand erforderlich ist. Und sich zugleich auf den Klimawandel einstellen mit Pflanzen, die trockene Perioden überstehen. Nicht zuletzt solle es in der Nachbarschaft der "Villa Wildbiene", einem schrankgroßen Insektenhotel am vorderen Rand, das noch mit verschiedenen Materialien befüllt wird, möglichst lange ein Nahrungsangebot für die fliegenden oder krabbelnden Tierchen geben.

Dazu werden an einer Grundstücksgrenze Wildgehölze platziert, die zu verschiedenen Zeiten blühen – vom Ende des Winters bis zum Spätherbst. Letztlich würden sie eine Hecke bilden, in der es neben Pollen für Insekten auch Beeren für die Vögel im Herbst gibt. Unmittelbar daneben am Rand des Areals entsteht ein kleiner Teich. Oder besser eine Wasserstelle, denn das Mini-Gewässer ist nicht für Fische oder Frösche gedacht, sondern als Trinkmöglichkeit für Vögel und Kleintiere. Passende Pflanzen wie Sumpfschwertlilie, Pfennigkraut oder Baldrian wurden dort platziert. Daneben wiederum sind Feldsteine zu einem kleinen Wall aufgeschichtet. Darin finden Amphibien und Reptilien Unterschlupf. Die Feldsteinreihe am Zaun zur Straße hingegen dient eher dem Schutz vor Wildschweinen. Außen soll im kommenden Jahr noch ein Blühstreifen angelegt werden.

Innen wird es verschiedene Beete geben – mit Stauden, mit Kräutern, speziell für Insekten. Manche in der Sonne, andere im Schatten der Kiefern. Folgen sollen später noch Schautafeln, die erläutern, was dort wächst und wofür es gedacht ist. Letztlich wolle man zeigen, dass auch kleine Gartenflächen wertvoller Lebensraum sein können, dass sich Schönheit und Naturverträglichkeit nicht widersprechen.

Eröffnung im nächsten Jahr

Eröffnet werden soll der Schaugarten, der mit Lottomitteln des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, vom Nabu-Bundesverband sowie der Baumschule Scheerer Fredersdorf unterstützt wird, nach den Plänen der Ortsgruppe im nächsten Jahr. Man hoffe auf ähnlich große Resonanz wie beim Familientag auf der Streuobstwiese in diesem Jahr, so Anja Augsten. An bestimmten Tagen wolle man dann regelmäßig einladen, könnte Veranstaltungen organisieren, Projekttage für Schulen anbieten, Kindergartengruppen oder Senioren bei gemeinsamen Aktivitäten zusammenbringen. Um dafür gerüstet zu sein, gibt es noch weitere Ideen, die mit der Gemeinde abgestimmt werden.

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