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Schlaubetal
Wassermassen reißen Straße weg

Naturgewalten im Schlaubetal: Mathias Schulze von der Naturparkverwaltung ist sprachlos über die vom Wasser komplett weggerissene Verbindungsstraße zum Stillen Treppelsee.
Naturgewalten im Schlaubetal: Mathias Schulze von der Naturparkverwaltung ist sprachlos über die vom Wasser komplett weggerissene Verbindungsstraße zum Stillen Treppelsee. © Foto: Janet Neiser
Janet Neiser / 29.10.2019, 17:28 Uhr - Aktualisiert 29.10.2019, 18:08
Bremsdorf (MOZ) "So etwas habe ich – solange wie ich hier arbeite, 28 Jahre, im Naturpark Schlaubetal noch nicht gesehen." Mathias Schulze von der Naturparkverwaltung steht am Dienstagvormittag vor einem meterbreiten Loch, das Wassermassen in der Nacht zuvor gerissen haben. Die Verbindungsstraße, die kurz hinter Bremsdorf von der Bundesstraße abzweigt und zum Stillen Treppelsee führt, ist jetzt eine Sackgasse. An einer bestimmten Stelle ist ein kleines Brückenbauwerk, oder vielmehr ein Durchlass für ein Fließ, komplett weggerissen worden.

Betonpfeiler wurden weggespült

Aus dem Fließ ist ein Bach geworden, der noch gegen Mittag durch den Wald rauscht. Mehrere Betonpfeiler, die vor ein paar Jahren zusätzlich in den Boden eingelassen wurden, um für mehr Stabilität zu garantieren, liegen ein paar Meter weiter entfernt im Wasser. Auch die Feldsteine, die einst schon die Mönche verlegt hatten, finden sich nun eine Etage weiter unten wieder.

"Hier kommt keiner mehr durch", betont Mathias Schulze. Er berichtet, dass er am Morgen von Mitarbeitern der Lebenshilfe über die Katastrophe, wie er es nennt, informiert worden war. Die befanden sich für Pflegearbeiten auf einer Wiese und entdeckten die untypischen Überschwemmungen. "Und das, was man hier jetzt sieht, ist nicht das, was in der Nacht an Wassermassen da war", versichert Schulze. An den Bäumen und am Gras könne man erkennen, dass es eine richtige Welle gewesen sein muss.

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Wassermassen haben Durchlass weggespült

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"Was ist denn hier passiert", ist auch ein Mitarbeiter aus dem Amt Schlaubetal angesichts der zerstörten Straße schockiert. Er holt rot-weißes Absperrband hervor und zieht es an zwei Stellen quer über den Waldweg. "Das wird aber nicht reichen", mutmaßt Schulze. Auf seinen Vorschlag hin werden später auf beiden Seiten der Lücke Bäume quer über einstige Fahrspur gelegt. "Nicht, dass hier noch ein Angler oder ein Jäger reinfährt", sagt er. "Sicher ist sicher." Damit aber überhaupt ein Baum gefällt werden darf, muss die Stiftung Stift Neuzelle informiert werden. Die ist nämlich Eigentümer des Waldes. Auch von dort schauen sich kurz darauf Mitarbeiter das Ausmaß der Zerstörung an.

Schnell kommt die Sprache auf den Biber. Der hat wohl in dem Planfließ in den vergangenen Monaten wiederholt seine Künste als Baumeister unter Beweis gestellt. "Wir dürfen seine Dämme, die immer wieder an verschiedenen Stellen entstehen, nicht komplett wegreißen", erklärt der stellvertretende Leiter der Naturparkverwaltung. Das sei nicht erlaubt. Er und seine Leute hätten aber stets dafür gesorgt, dass der Durchlass des Wassers weiterhin ermöglicht wird. "Wir haben beispielsweise Äste weggenommen." Dem Gespräch der Experten vor Ort ist zu entnehmen, dass die Verantwortlichen sich wohl wiederholt an die Biberbeauftragten des Landes gewandt hätten. Ob oder was dabei herausgekommen ist, ist am Dienstag nicht mehr zu erfahren.

Zusätzliches Teichwasser

Doch allein ein Biberdamm hätte diese gewaltigen Wassermassen kaum anstauen können. "Wo ist denn das ganze Wasser hergekommen", fragt ein Mitarbeiter des Amtes Schlaubetal. Geregnet hat es nicht. Noch im Laufe des Tages stellt sich heraus: Ein Teich in Bremsdorf sei abgelassen worden – wie jedes Jahr. Doch diesmal nahm das Unglück seinen Lauf. Der Pächter mit Sitz in Falkenhagen ist am Dienstag telefonisch nicht erreichbar. Durch das zusätzliche Wasser aus dem Teich, so vermutet es Schulze, ist ein größerer Biberdamm weggerissen worden. All die angestauten Baumaterialien seien mitgeschwemmt worden und hätten den Mönch, ein Bauwerk, mit dem der Wasserspiegel reguliert wird, an der späteren Unglücksstelle verstopft. Dadurch suchten sich die Wassermassen ihren Weg woanders und hinterließen eine Spur der Zerstörung.

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