Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Kinder der Groß Muckrower Kita Pusteblume waren am Dienstag zu Besuch im Bisonpark Krügersdorf.

Pusteblume
Kita-Kinder lernen im Bisonpark Krügersdorf

Begeisterte Besucher: An ihrem Ausflugstag in den Krügersdorfer Bisonpark konnten die Kinder der Groß Muckrower Kita Pusteblume zahlreiche Exemplare der Wildrinder bestaunen.
Begeisterte Besucher: An ihrem Ausflugstag in den Krügersdorfer Bisonpark konnten die Kinder der Groß Muckrower Kita Pusteblume zahlreiche Exemplare der Wildrinder bestaunen. © Foto: Jörn Tornow
Michael Heider / 30.10.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 30.10.2019, 11:01
Krügersdorf (MOZ) Die morgendliche Frische liegt noch hartnäckig über den Weideflächen an diesem Dienstag Vormittag. Die Kinder der Groß Muckrower Kita Pusteblume scheint das kaum zu stören. Munter laufen sie über das Gelände des Bisonparks in Krügersdorf. Es ist Ausflugstag. Im Rahmen des Kitaprojektes Berufe sollen sie unterschiedliche Berufsbilder kennenlernen. "Diesen Monat sind die Förster und Jäger dran", erklärt Leiterin Bettina Henze.

Da man sich auf knapp 70 Hektar recht leicht verlaufen kann, führt Ingo Gliese die Kinder an diesem Tag über das Gelände. Er ist als Hausmeister angestellt und kümmert sich vorwiegend um die Gehege. Von der Arbeit mit den Wildtieren zeigt er sich begeistert: "Es gibt nichts Besseres." Vor allem die Wildschweine Frieda, Willi und Maja haben es ihm und seinen Kollegen angetan. "Das sind unsere Lieblinge." Bei ihnen handelte es sich um Jungtiere, die gefunden wurden. Ihre Muttertiere waren in Unfälle verwickelt. Auch bei den kleinen Besucher scheinen die Allesfresser gut anzukommen. Gebannt beobachten sie die Fütterung. Nur langsam löst sich die Truppe wieder von dem Wildschwein-Trio.

This browser does not support the video element.

Video

Kita besucht Bisonpark

Videothek öffnen

Die Gruppe zieht am Rothirschgehege vorbei. Wo die Hirsche denn seien, möchte einer der kleinen Besucher wissen. "Die Tiere seien sehr scheu", gibt Gliese zu verstehen. Doch die Kinder haben Glück. Für einen kurzen Moment zeigt sich Zuchthirsch Hartmut. Der 22-Ender wurde einst aus Birkholz in den Park geholt. Dieses Jahr wuchs die Herde um drei Kälber.

Früherer Touristenmagnet

Auch Mufflons und, selbstverständlich, Bisons beherbergt der Park. Die großen Wildrinder waren es auch, die Krügersdorf einst zu einem beliebten Ausflugsort werden ließen. Bis 2009 wurden jährlich vier Feste auf dem Parkgelände veranstaltet. In Kombination mit den Bisons und der prärieartigen Landschaft sorgten Reitkünstler und inszenierte Jagdshows für Westernatmosphäre. Bis zu 10 000 Schaulustige zog der Bisonpark auf diese Weise jedes Jahr an. Doch Anwohnerbeschwerden und eine ausbleibende Einigung über mögliche Bebauungspläne führten zum Ende des touristischen Angebotes. Später zogen sich die Betreiber, die GbR Krügersdorfer Hirschgut, vollständig zurück.

"Früher war hier richtig was los", erinnert sich der langjährige Mitarbeiter Gliese. Ein Schild an der Hauptstraße in Krügersdorf weist noch immer den Weg zum Park. Auch eine Bushaltestelle im Ort ist aufwendig bemalt und zeigt eine Bisonherde auf satter Prärielandschaft. In der Erwartung, einen Erlebnispark vorzufinden, würden bis heute neugierige Besucher auf das Gelände kommen, weiß Gliese denn auch zu berichten.

Das Gelände hat mittlerweile den Besitzer gewechselt. Vor drei Jahren hat ein Berliner Immobilienunternehmer das Gehege mitsamt den Tieren übernommen. Neugierige Besucher muss Ingo Gliese vorerst aber weiter vertrösten. Zwar sei eine touristische Erschließung wieder angedacht, teilt Sebastian Lerch, Geschäftsführer des Wildtiergeheges, auf Nachfrage mit. Doch handele es sich dabei um einen eher fernen Plan, wie er betont. Eine ausreichende Stromversorgung für das Gelände fehle beispielsweise noch. Auch müssten zusätzliche Gebäude errichtet werden. Langfristig möchte sich der aktuelle Besitzer dort allerdings engagieren, so Lerch. Für den Moment bleibt es aber bei kleineren Besuchen und sozialen Aktionen, wie jener mit der Groß Muckrower Kita.

Coole Bisons

Die ist mittlerweile selbst beim Gehege der Wildrinder angekommen. Mit sicherem Abstand zum elektrifizierten Zaun beobachten sie auch deren Fütterung. Ihre Reaktionen reichen dabei von einem nüchternen "ganz schön" bis hin zu einem euphorischen "cool". Um "echte amerikanische Bisons" handele es sich bei den Tieren, bestätigt Mitarbeiter Gliese. Über 50 Stück davon hält die Farm momentan. Die Leitkuh sei bereits 20 Jahre alt.

Nach der Besichtigung der Bisonherde gibt es für die Kinder der Kita Pusteblume noch ein gemeinsames Essen. In einer Blockhütte am Rande des Geheges bereiten einige der mitgefahrenen Mütter Essen zu. Geschnittene Apfelstückchen und Möhren liegen schon bereit. Selbst der Holzofen wird bemüht, um den Topf für die Wiener zu erhitzen. Danach geht es zurück nach Groß Muckrow zum Mittagsschlaf. Vielleicht wird auch von Bisons geträumt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG