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Bei Biesenthal plant ein Barnimer Kooperationsunternehmen die Nutzung der Sonnenkraft.

Energie
Strom von Biesenthaler Mülldeponie

Solarparks können auch Flächen wie alte Deponien nutzbar machen.
Solarparks können auch Flächen wie alte Deponien nutzbar machen. © Foto: Patrick Pleul/dpa
MOZ / 02.11.2019, 08:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung steht vor der Entscheidung, ob südlich der Stadt eine Photovoltaik-Anlage errichtet wird. Der Bauausschuss hat sich im Oktober für das Vorhaben ausgesprochen, und schon im Mai fassten die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung der Deponie "Blinder Pfuhl" als Solarpark. Am kommenden Donnerstag entscheiden sie , ob die Planung in Angriff genommen wird. Bei dem Vorhaben, an dem die Kreiswerke beteiligt sind, handelt es sich um ein Projekt der Sun:Bar Photovoltaik Barnim GmbH. Der kaufmännische Geschäftsführer Christian Mehnert stellte es vor.

Der künftige Solarpark soll auf dem ehemaligen Deponiegelände "Am Blinden Pfuhl" entstehen. Das Areal liegt zwischen der L 200 und dem Danewitzer Weg, der zu der Dewinsee-Siedlung führt. Das avisierte Plangebiet hat eine Große von etwa 2,7 Hektar. Wie Christian Mehnert erläuterte, sollen auf dem Areal zwei Photovoltaikanlagen mit jeweils 750 Kilowatt peak errichtet werden.

Das Areal befindet sich im Außenbereich, so dass die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich ist. Im aktuellen Flächennutzungsplan ist der Standort als Fläche für Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Entsprechend müsste auch hier eine Änderung erfolgen. Sofern die Stadtverordnetenversammlung dem zustimmt, soll für die Durchführung ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden. Dieser sieht vor, dass die Planungskosten, die Ausgaben für Kompensations- und Erschließungsmaßnahmen durch den Vorhabenträger, also die Sun:Bar, übernommen werden. Die Stadt selbst würde von allen Kosten freigestellt.

In dem Vertragsentwurf ist auch eine Regelung für einen späteren Rückbau des Solarparks vorgesehen. Auch in diesem Punkt verpflichtet sich die Sun:Bar, die Kosten dafür zu übernehmen.

Hundeauslauf weiter möglich

Der Grund und Boden befindet sich in Besitz der Stadt Biesenthal. Ein Pachtvertrag liege der Stadt zur Prüfung vor. Genutzt wird der Standort aktuell von einer Pächterin für einen Hundeauslauf. Wie Mehnert sagte, sei Kontakt zu ihr aufgenommen worden. Der Hundeauslauf könne auch in Zukunft weiterhin betrieben werden, da er auf den Flächen am Rande der vorgesehenen Anlage erfolgt.

Da es sich um eine Konversionsfläche handele, eigne sie sich gut als Standort für die Solarenergie-Nutzung, fasste Andreas Krone (Bündnisgrüne) als Vorsitzender des Bauauschusses zusammen. Aufgrund der Müllablagerungen sei die ehemalige Deponiefläche für eine Bepflanzung nicht geeignet und zulässig.

Auf Nachfrage in der Einwohnerfragestunde führte Christian Mehnert aus, dass grundsätzlich geprüft werde, ob der erzeugte Strome auch direkt in Biesenthal genutzt werden können. Neben der Errichtung der Photovoltaikanlagen planen die Barnimer Kreiswerke auch im Biesenthaler Windeignungsgebiet an der A 11 bei Prenden die Aufstellung von Windkraftanlagen. Darüber hinaus verwies Mehnert auch auf die Niederbahnimer Eisenbahngesellschaft, die ab 2022/23 die Züge der Heidekrautbahn mit Wasserstoff betreiben will. Der aus den erneuerbaren Energien gewonnene Strom könnte auch für die Produktion von Wasserstoff genutzt werden.

Kreisübergreifender Zusammenschluss

Vor knapp anderthalb Jahren ist die Sun:Bar Photovoltaik Barnim GmbH nach einem Beschluss der Kreistagsabgeordneten gegründet worden. Es ist ein Kooperationsunternehmen, das von der Barnimer Energiebeteiligungsgesellschaft mbH (BEBG) und Brandenburger BPG Beteiligungs- und Projektmanagement GmbH aus Erkner gegründet wurde.Das junge Unternehmen versteht sich als regionaler Partner im Barnim. Es widmet sich der Errichtung von Anlagen, die zur dezentralen Erzeugung und Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien dienen. Ziel ist es, dass der so erzeugte Strom auch regional genutzt wird. ⇥fos

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