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Blog zum Fußball-Derby
Pyro-Chaos und Mummenschanz in Köpenick

dpa / 02.11.2019, 10:59 Uhr - Aktualisiert 03.11.2019, 20:00
Berlin (dpa) Das erste Derby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga ist am Sonnabend im Chaos geendet. Die Freude über den 1:0-Erfolg der Eisernen gegen den Westrivalen wurde von Verletzten, Raketen und einem versuchten Platzsturm überschattet.

Die Berliner Polizei meldete am Abend drei Verletzte, 25 Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung. Unterstützt wurden die Beamten im Stadion auch von Kollegen aus Brandenburg. Das Spiel musste zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil das gesamte Stadion durch den Abschuss von Raketen im Qualm aufging.

Nach dem Spiel kündigte der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes am Sonntag Ermittlungen an. Die beiden Vereine erwartet eine empfindliche Geldstrafe.

Der 1. FC Union will die Täter mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln finden. „Ob es gilt, wird man sehen“, sagte Vereinssprecher Christian Arbeit am Sonntag. Rund 20 Vermummte versuchten nach der Partie, über den Rasen zum Hertha-Block zu gelangen. Zum Held wurde Union-Torwart Rafal Gikiewicz, der sich dem Mob resolut in den Weg stellte und in die eigene Kurve zurückdrängte. „Es ist unsere Pflicht, dass wir eigene Fans vor Dummheiten bewahren“, sagte Torschütze Sebastian Polter.

Hertha BSC distanzierte sich am Sonntag in einem Statement von den Raketenschüssen aus der eigenen Kurve, die Schiedsrichter Deniz Aytekin kurz nach der Pause zu einer fünfminütigen Spielunterbrechung zwangen. Nach der Partie flogen weitere Leuchtkörper auf Spielfeld und Tribünen. „Kleine Gruppen aus beiden Fanlagern haben sich nicht akzeptable Grenzüberschreitungen geleistet, die wir als Verein verurteilen. Vor allem das Abfeuern von Raketen in den Innenraum und in Zuschauerbereiche ist nicht hinnehmbar“, erklärten die Charlottenburger, deren Manager Michael Preetz erklärte: „Es gibt keinen Verband oder Verein, der diesem Thema Herr geworden ist. (Uwe Wuttke)

+++ 15.50 Uhr - Polizeibilanz: Drei Verletzte und 25 Strafverfahren

Bei den Ausschreitungen rund um das erste Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC hat es insgesamt drei Verletzte gegeben. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Durch das Abfeuern von Pyrotechnik im Stadion An der Alten Försterei wurden ein Union-Fan und ein Zivilpolizist leicht verletzt, zudem wurde ein Beamter im Zuge der polizeilichen Maßnahmen ebenfalls leicht verletzt. Vier Personen wurden vorläufig festgenommen und nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. 25 Strafverfahren wurden bislang eingeleitet, unter anderem wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs.

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Der 1:0-Sieg von Union am Samstagabend wurde vom unrühmlichen Verhalten von Anhängern beider Teams überschattet. Es kam aus dem Hertha-Block zu Raketenwürfen auf den Rasen und in die gegnerischen Zuschauerbereiche, die Partie war zwischenzeitlich fünf Minuten unterbrochen. Zudem verhinderten Union-Profis einen Platzsturm vermummter Anhänger der Köpenicker. Rund 1100 Polizisten sicherten das Spiel ab. Die Beamten aus Berlin wurden von Kräften aus anderen Bundesländern unterstützt. Laut Polizei überliefen Union-Fans eine Einlasskontrolle und gelangten so unkontrolliert ins Stadion.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes kündigte Ermittlungsverfahren an.

+++ 14.45 Uhr +++ 1. FC Union will Täter finden - Umgang mit Fans „nicht gescheitert“

Der 1. FC Union will nach dem Pyro-Skandal und einem versuchten Platzsturm beim Berlin-Derby gegen Hertha BSC versuchen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Täter zu ermitteln. „Ob es uns gelingt, wird man sehen“, erklärte Union-Sprecher Christian Arbeit am Sonntag. Beim 1:0 im ersten Duell der beiden Stadt-Rivalen in der Fußball-Bundesliga waren zahlreiche Feuerwerkskörper abgebrannt worden. Rund 20 Vermummte aus dem Block der Union-Anhänger waren nach dem Abpfiff auf den Rasen gestürmt und wurden teilweise von den Profis zurückgehalten.

„Es ist immer eine Einzelfallbetrachtung“, betonte Arbeit, so sei das im Rechtsstaat. „Das Problem ist, dass sie vermummt sind.“ Der generelle Umgang mit der Fanszene sei keineswegs gescheitert. „Deshalb gibt es keine Resignation“, bemerkte der Vereinssprecher.

Bei der Beschäftigung mit Fan-Problemen und dem Kampf gegen Regelverstöße gebe es „keine schnelle Lösungen, das sind komplexe Vorgänge“, ergänzte Arbeit. Vor dem Sieg der Eisernen gegen Hertha hat nach Angaben der Polizei eine Gruppe von Union-Anhängern auch die Einlasskontrolle überlaufen. „Es wird grundsätzlich eine Nachbearbeitung des Spiels geben“, kündigte Arbeit an.

+++ 12.30 Uhr +++ DFB-Kontrollausschuss ermittelt nach Vorfällen beim Berliner Derby

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat nach den Raketenwürfen und dem Pyro-Skandal beim Bundesliga-Derby 1. FC Union gegen Hertha BSC (1:0) am Samstagabend Ermittlungen angekündigt. Wie der DFB am Sonntag mitteilte, werden nach den Vorkommnissen „Anfang der neuen Woche Ermittlungsverfahren gegen beide Vereine“ eingeleitet.

Bei dem ersten Duell der beiden Vereine in der Fußball-Bundesliga wurden in beiden Fanblöcken Pyros gezündet, zudem wurden aus dem Gäste-Sektor Leuchtraketen abgefeuert. Eine war nur knapp neben der Union-Bank eingeschlagen. Schiedsrichter Deniz Aytekin unterbrach das Spiel für insgesamt fünf Minuten und schickte die Mannschaften auch zeitweise in den Kabinengang.

+++ Sonntag, 11.45 Uhr +++ Rafal Gikiewicz: Union-Keeper stoppt Fan-Chaoten

Auch bei seinem Auftritt nach dem Abpfiff des skandalösen Stadt-Derbys blieb Rafal Gikiewicz klarer Sieger. Als vermummte Fans des 1. FC Union versuchten, auf den Rasen zu stürmen und Richtung Hertha-Anhang zu gelangen, stellte sich der Torwart des Aufsteigers in erster Reihe wütend entgegen. Der Pole, der zu den ehrgeizigsten und meinungsstärksten Union-Profis gehört, schrie die Chaoten an. Zusammen mit Keven Schlotterbeck und Christopher Lenz bildete Gikiewicz eine Abwehrkette, schubste die mit Kapuzen und Sturmhauben Vermummten mit entschlossenem Blick und viel Mut zurück.

„Es ist unsere Pflicht, dass wir die eigenen Fans vor Dummheiten bewahren“, sagte Siegtorschütze Sebastian Polter über die Aktion des Torwarts. Gikiewicz kam im Sommer 2018 vom SC Freiburg zu den Eisernen und eroberte sich den Stammplatz. Und er war in der Vorsaison der Erste, der offen vom Aufstieg in die Bundesliga sprach.

Der 32-Jährige weicht auch kritischen Situationen und Kritik nie aus. Für sein Einschreiten gegen die Platzstürmer bekam er Beifall von den Union-Fans, die sich mit „Gikiewicz, Gikiewicz“-Sprechchören von den Chaoten distanzieren. „Vielleicht hat er ja nach der Karriere einen neuen Job als Ordner“, bemerkte sein Kollege Robert Andrich. Für den Scherz war die Situation eigentlich zu ernst.

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+++ 23 Uhr +++  Polizei leitet nach Raketenwürfen Ermittlungsverfahren ein

Die Polizei hat nach den Raketenwürfen und dem Pyro-Skandal beim Bundesliga-Derby 1. FC Union gegen Hertha BSC Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Das teilte die Berliner Polizei am späten Samstagabend mit: „Wir standen während des gesamten Spiels in Kontakt mit dem Veranstalter sowie dem Sicherheitsdienst und haben die Situation zu jeder Zeit bewertet.“ Aufgrund festgestellter Straftaten, unter anderen wegen des Einsatzes von Pyrotechnik, würden nun die nächsten Schritte erfolgen.

Nach wiederholtem Zünden von Pyros in beiden Fanblöcken und mehreren Raketen aus dem Gäste-Sektor, die auf dem Spielfeld und auch auf der Tribüne gelandet waren, hatte Aytekin die Partie kurz nach der Pause unterbrochen. Danach habe er mit den Trainern über die Lage gesprochen. „Letztendlich haben wir dann auch in Abstimmung mit der Polizei - da waren wir in sehr engem Kontakt - entschieden, das Spiel zu Ende zu bringen. Weil die Gesamtverantwortung für das Spiel und die Sicherheit im Raum stehen“, sagte Aytekin.

++ 22 Uhr +++ Hertha-Fans friedlich abgereist

+++ 20.40 Uhr +++ MOZ-Spielbericht: Raketenwürfe überschatten Derby: Union schlägt Hertha 1:0

Tolle Atmosphäre schon eine Stunde vor dem Anpfiff, starke Choreographien, aber auch ein paar Dummköpfe in Blau-Weiß und eine zehnminütige Nachspielzeit. Einen Platzsturm von vermummten Union-Fans verhinderten zum Glück die eigenen Spieler. Das war das erste Bundesliga-Derby in der Hauptstadt zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC. Ach ja, Fußball wurde am Sonnabend im Topspiel der Bundesliga auch gespielt. Dabei knackte Union den bisherigen Heimfluch. In den vergangenen vier Zweitligapartien zwischen beiden Mannschaften war es noch keiner Heimmannschaft gelungen, einen Sieg zu landen. Diesmal entschied Sebastian Polter im ersten Bundesligaduell zwischen Rot und Blau durch einen Elfmeter in der 90. Minute die Partie mit 1:0 für Rot.

Der 1:0-Sieg von Union am Samstagabend wurde vom unrühmlichen Verhalten von Anhängern beider Teams überschattet.
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Derby 1. FC Union Berlin vs. Hertha BSC

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Die Stimmung war über 90 Minuten grandios, abgesehen von den Minuten, als einige aus dem Herthablock ihren Verstand nicht mehr im Griff hatten. In der 51. Minute drohte ein Spielabbruch. Denn die zweite Hälfte begann mit Pyroeinlagen auf beiden Seiten. Allerdings übertrieben es die Herthaner, die Bengalos tatsächlich auf das Spielfeld warfen und so die weitere Austragung gefährdeten. Beide Teams wurden von Aytekin an die Seitenlinie geschickt. Und nach weiteren Raketen aus dem Hertha-Block, eine schlug knapp neben der Union-Bank ein, schickte der Referee beide Teams in die Kabine. Fünf Minuten dauerte die Zwangspause, ehe der Ball wieder rollte.

Selbst Diskus-Olympiasieger Robert Harting, inzwischen Stammgast in der Alten Försterei konnte sich der Faszination der Partie nicht entziehen. „Das Olympiastadion ist zwar mein Zuhause, aber ich drücke den Unionern die Daumen, habe mich beim 2:1-Sieg mit dem Freistoß von Torsten Mattuschka ausgerechnet im Olympiastadion in den Verein verliebt.“, sagte der gebürtige Cottbuser. Schuld waren die enthusiastischen Anhänger der Eisernen. Die begannen ihre Derbyfeier schon Stunden vor dem Anpfiff mit Gesängen und dann einer beeindruckenden Choreographie. Auch die Fans der Hertha, die schon auf dem Weg ins Stadion Pyros zündeten, gaben ganz in Weiß und Blau in ihren Block zunächst eine gute Figur ab.

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Die Spieler versuchten in der Anfangsphase es den Fans gleichzutun. Und nachdem Schiedsrichter Deniz Aytekin kurz nach dem Anpfiff erst einmal aufs Spielfeld geflogenen Papierkugel hatte entfernen lassen, versuchten vor allem die Unioner, bei denen gegenüber dem Pokalerfolg in Freiburg Trainer Fischer gleich fünf Spieler austauschte, mit offensiven Aktionen, den Lokalrivalen zu beeindrucken. Die erste Chance war gleich die dickste. Nach einer Flanke von rechts köpfte Christopher Lenz den Ball. An den Innenpfosten (3.):

Die Hertha brauchte gut zehn Minuten, ehe sie ins Spiel kam. Auch Trainer Ante Covic hatte mit sechs Wechseln die Rotationsmaschine angeworfen. Wie die Köpenicker versuchten sie vor allem über die Außenpositionen zum Erfolg zu kommen. Mehr als einen Kopfball nach Flanke von Javairo Dilrosun durch Dodi Lukebakio, den Union-Schlussmann Rafal Gikiewicz sicher fing, brachten auch die Charlottenburger nicht zustande.

In der Folgezeit sanken das Tempo und das Spielniveau. Beide Teams standen nun eher tief, lauerten auf Konter. Weder die Dreierkette der Platzherren mit Neven Subotic, Keven Schlotterbeck und Marvin Friedrich noch die Viererkette der Gäste aus dem Westen der Hauptstadt bekam größerer Probleme. Die Köpenicker hatten dabei mehr von der Partie, Hertha die Konterchancen, die aber Marko Grujic vergab.

Beide Trainer versuchten es in der zweiten Hälfte und der Zwangspause mit neuem offensivem Personal. Für Marius Bülter kam bei Union Joshua Mees, in Freiburg noch Torschütze. Hertha-Coach Covic verstärkte mit Eduard Löwen für Per Skjelbred noch den Angriff. Beide Teams versuchten zwar zum gegnerischen Tor zu gelangen. Doch die Abwehrreihen dominierten weiter die Partie. Und Distanzschüsse, von Mees für Union und Grujic sowie Wolf blieben harmlos. Und so brandete Applaus auf, als Union-Trainer Fischer in der 80. Minute Sebastian Polter für den glücklosen Schweden Sebastian Andersson aufs Feld schickte

Prompt bekamen die Gastgeber wieder Oberwasser. Und fast wäre Publikumsliebling Polter nach Mattuschka zum nächsten Derbyhelden geworden, aber sein Kopfball strich am Tor vorbei (84.). Doch dann grätschte Herthas Belgier Dedryck Boyata Unions Christian Gentner beim Schussversuch um. Und Schiedsrichter Aytekin überprüfte seine Entscheidung – und blieb bei Elfmeter. So bestrafte Polter mit dem verwandelten Strafstoß zum 1:0 in der 90. Minute die Passivität der Hertha, der die verdienten Sieger mit nun als 13. Mit zehn Punkten bis auf einen Zähler auf die Pelle rückten. Schade, dass die Hertha-Fans ihren Frust mit weiteren Raketen aufs Feld, in den Union-Block und auf die Tribüne entluden. Die Strafe für den Club dürfte saftig ausfallen. (Uwe Wuttke)

+++ 20.30 Uhr +++ Union siegt gegen Hertha mit 1:0

+++ 20.24 Uhr +++ Die Uhr läuft

+++ 20.14 Uhr +++ Das erste Tor fällt - für Union

+++ 19.47 Uhr +++ Pyros auf Spielfeld: Berlin-Derby für fünf Minuten unterbrochen

Nach dem Zünden von Pyros in beiden Fanblöcken und Raketen auf dem Spielfeld aus dem Zuschauerbereich der Gäste wurde das Berliner Derby in der Bundesliga unterbrochen. Nachdem im Duell des Aufsteigers 1. FC Union mit Hertha BSC in der ersten Halbzeit nur einige vereinzelte Feuerwerkskörper im Hertha-Block brannten, zündeten zunächst die Union-Anhänger nach der Pause zahlreiche Pyros. Dann flogen mehrere Raketen aus dem Gäste-Block auf den Rasen, eine schlug nur einen Meter neben der Union-Spielerbank ein

Schiedsrichter Deziz Aytekin schickte die Spieler für mehrere Minuten in die Kabinen, ein Spielabbruch drohte. Nach gut fünf Minuten wurde die Partie fortgesetzt.

Von den Hertha-Fans wurden bereits auf dem Weg zum Stadion An der Alten Försterei vereinzelt Pyros gezündet. Einige Fans des Gastgebers haben sich „den Einlasskontrollen entzogen und sind unkontrolliert ins Stadion gelangt“, teilte die Polizei zudem mit.

Die beiden Berliner Clubs trafen erstmals in der höchsten deutschen Spielklasse aufeinander. Noch kurz nach der Wendezeit bestand ein herzliches Verhältnis der beiden Fanlager, das sich inzwischen merklich abgekühlt hat. Für das mit 22 012 Zuschauern ausverkaufte Stadion standen für die Hertha-Anhänger 2400 Tickets zur Verfügung. Im Stadion wurde kein Alkohol ausgeschenkt.

+++ 19.15 Uhr +++ Torlos in die Pause

+++ 18.30 Uhr +++ Das Spiel beginnt

+++ 18 Uhr +++ Hertha wieder mit Ibisevic und Boyata - Auch Union rotiert im Derby

Der 1. FC Union und Hertha BSC setzen im ersten Bundesliga-Duell auf eine große Rotation im Vergleich zu den Siegen im DFB-Pokal vor wenigen Tagen. Bei Hertha kehrt in der Partie unter anderen Kapitän Vedad Ibisevic in die Startelf zurück.

Auch der aus Glasgow Stadtderby-erfahrene Innenverteidiger Dedryck Boyata ist nach Leistenproblemen wieder von Beginn an dabei. Insgesamt nimmt Coach Ante Covic nach dem Weiterkommen im Elfmeterschießen gegen Dynamo Dresden am Mittwochabend sechs Wechsel vor.

Union-Trainer Urs Fischer schickt fünf Neue im Vergleich zum 3:1-Pokalerfolg beim SC Freiburg aufs Spielfeld. Dabei steht Kapitän und Rechtsverteidiger Christopher Trimmel wieder in der Anfangsformation, Neven Subotic rückt wie zuletzt beim knappen 1:2 beim FC Bayern vor einer Woche wieder in die Abwehr.

+++ 17.45 Uhr +++ Fans feiern Berlin-Derby - Strikte Trennung beim Anmarsch

Mit großen Choreographien haben die Fans des 1. FC Union und von Hertha BSC schon vor dem Anpfiff das erste Derby der beiden Vereine in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Aus dem Hertha-Block wurden in den ersten Minuten einige Raketen gezündet. Die Anhänger der Eisernen entrollten über die komplette Gegentribüne ein Plakat: „Angekommen im Fußball-Olymp, nach einer schier endlosen Odyssee, schlaegst du nun deine groeßte Schlacht. Deinem Gegner wird dies fortan bedeuten: Erst die Suende, nun der Tod.“

Die Polizei, die am Samstag im Stadtgebiet mit 1500 Einsatzkräften unterwegs war, hatte den Anmarsch beider Fan-Gruppen getrennt. Von den Hertha-Fans wurden auf dem Weg zum Stadion An der Alten Försterei vereinzelt Pyros gezündet. Einige Fans des Gastgebers haben sich „den Einlasskontrollen entzogen und sind unkontrolliert ins Stadion gelangt“, teilte die Polizei zudem mit.

+++ 17.30 Uhr +++ Aufstellung von Hertha

+++ 17.30 Uhr +++ Aufstellung von Eisern Union

+++ 17.20 Uhr +++ Begleitschutz für Hertha-Fans

Polizisten begleiten Hertha-Fans auf dem Weg zum Stadion während sie eine Straßenbahntrasse überqueren.

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+++ 17.15 Uhr +++ Die Spannung steigt

+++ 16.30 Uhr +++ Union-Kapitän Christopher Trimmel: „Wichtig ist, dass es ein Fußballfest ohne Gewalt wird“

Union-Kapitän Christopher Trimmel: „In den letzten Wochen haben wir eine sehr gute Entwicklung genommen. Wir haben jetzt zwei Mal Freiburg geschlagen und uns auch bei Bayern München nicht versteckt. Ich kenne Stadtderbys aus meiner Zeit in Wien. Die Spiele haben einen ganz eigenen Charakter. Wichtig ist, dass es ein Fußballfest ohne Gewalt wird.“

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+++ 15.30 Uhr +++ So sieht es mit dem „Personal“ aus

Akaki Gogia (Kreuzbandriss) und Grischa Prömel (Knieverletzung) fallen definitiv aus. Für Allrounder Michael Parensen (Rippenprellung) und Suleiman Abdullahi (Beinverletzung) wird es hinsichtlich einer Kadernominierung sehr eng. Union dürfte im Vergleich zum Pokalerfolg beim SC Freiburg (3:1), als es sechs Wechsel in der Startelf gab, wieder zurückrotieren. Bei Hertha ist Vladimir Darida nach Gelb-Rot gesperrt. Arne Maier fehlt nach einem Innenbandriss noch immer. Auch Trainer Coavic wird wieder Veränderungen in der Startelf vornehmen.

+++ 15 Uhr +++ Ein Blick zurück: Das Freundschaftsspiel Hertha-Union 1990

Zuschauer aus beiden Teilen Berlins waren am 27.01.1990 ins Olympiastadion zum Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin gekommen.

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+++ 14.30 Uhr +++ Union-Coach Urs Fischer. „Ich erwarte ein tolles Spiel“

 „Ich erwarte ein tolles Spiel“, sagte Union-Coach Urs Fischer. Für seinen Hertha-Kollegen Ante Covic geht es um das sportliche Kräftemessen auf dem Platz. Der Deutsch-Kroate appellierte an alle Beteiligten, trotz der besonderen Rivalität „Berlin als Sportstadt in ein richtiges Licht zu rücken“.

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+++ 14 Uhr +++ Hertha- und Union-Anhänger rufen zu Fanmärschen auf

+++ 13 Uhr +++ Zusätzliche S-Bahnen werden für das Spiel eingesetzt

+++ 12 Uhr +++ Unioner sind heiß auf das Spiel

+++ 11 Uhr +++ Boateng drückt Ex-Club im Derby die Daumen

Auch Jérôme Boateng fiebert dem ersten Duell von Hertha BSC mit dem 1. FC Union in der höchsten deutschen Fußball-Spielklasse entgegen - und drückt seinem Ex-Verein die Daumen. „Endlich wieder ein Berliner Derby in der Bundesliga“, schrieb der 31 Jahre alte gebürtige Berliner vor der Partie am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Instagram. „Nicht vergessen, Berlin ist blau-weiß #HauptstadtDerby.“ Dazu war in dem sozialen Netzwerk ein Foto Boatengs aus jungen Profijahren im blauen Hertha-Trikot zu sehen.

+++ 10 Uhr +++ Polizei will Fanlager trennen

Die Polizei sieht in dem Spiel eine Veranstaltung mit erhöhtem Risiko und will darauf achten, die beiden Fanlager voneinander getrennt zu halten. Schon in den vergangenen Wochen sprach die Polizei bekannte Randalierer oder Hooligans aus den Fangruppen an und forderte sie zur Zurückhaltung auf. Etwa 1000 Polizisten sollen die An- und Abfahrt der Fans zum Stadion an der alten Försterei in Köpenick kontrollieren. 22 000 Fans werden erwartet. Im ausverkauften Stadion gilt ein Alkoholverbot.

+++ Sonnabend, 2. November - 8 Uhr +++ Hertha vs. Union – das ist die Ausgangslage

Hertha liegt mit elf Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Union hat sieben Zähler auf dem Konto und muss nach unten schauen. Die Gäste sind von der Papierform her favorisiert, auch wenn sie im Vergleich zu Union einen Tag später im DFB-Pokal spielten und gegen Zweitligist Dynamo Dresden (5:4 i.E.) in die Verlängerung mussten. Union-Coach Fischer sieht ebenso wie Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic sieht keinen Favoriten.

Nach über 42 Jahren gibt es in Berlin wieder ein Stadtderby in der 1. Bundesliga, zuletzt spielten Hertha BSC und Tennis Borussia gegeneinander. In der 2. Liga standen sich Union und Hertha bislang vier Mal gegenüber. Es gab bisher keinen Heimsieg bei direkten Aufeinandertreffen. Union und Hertha gewannen jeweils einmal „auswärts“. Die beiden anderen Duelle endeten remis.

Die Stadt ist klar geteilt in die Union-Kieze im Osten und Hertha-Bezirke im Westen. Die 2400 Hertha-Fans wollen nach einem Treff in Friedrichshain schon am Nachmittag gemeinsam nach Köpenick reisen. Nur 22 012 Zuschauer können im kleinen Union-Stadion das Spiel live sehen.

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