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Straussee-Fähre auf Landgang

Martin Stralau / 06.11.2019, 16:25 Uhr - Aktualisiert 06.11.2019, 16:47
Strausberg (MOZ) Kurz vor 7 Uhr, und damit überpünktlich, war der Kran am Fähranleger in der Karl-Liebknecht Straße, an dessen Arm die Fähre fast drei Stunden später aus dem Wasser gehoben wurde. Bis dahin gab es noch einiges zu erledigen, wie Mario Jänisch, Verkehrsmeister der Strausberger Eisenbahn – sie betreibt die Fähre –, berichtete. Neben dem Aufbau des Krans mit den entsprechenden Gegengewichten galt es, die Konstruktion aus Ketten, Traverse und Gurten am und unter dem Schiff zu befestigen, um es herausheben zu können, und schließlich auch die Fläche an Land vorzubereiten, auf der die Fähre nun inspiziert und überholt werden soll. Dort wurde unter anderem eine Schutzfolie ausgelegt.

20 Minuten dauerte das An-Land-Heben der Fähre, das im Zeitlupen-Tempo vonstatten ging. Immer wieder musste das 19 Tonnen schwere Schiff in der Luft gedreht werden, um nicht an einer Baumgruppe hängen zu bleiben oder das nahe Hauptgebäude der Sparkasse Märkisch-Oderland zu rammen, aus dem die Vorstände Uwe Schumacher und Reinhard Kampmann die Aktion beobachteten.

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Straussee-Fähre auf Landgang

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Gut zwei Wochen hat die ­Strausberger Eisenbahn für die Arbeiten an der Fähre veranschlagt, gleich danach soll sie wieder ins Wasser gesetzt werden. Am Donnerstag wird sie zunächst von der Schiffsuntersuchungskommission des Landes Brandenburg unter die Lupe genommen. "Die schaut sich die Fähre von unten an, wirft einen Blick in die Zwischenräume und überprüft die Blechdicke", sagte Mario Jänisch. Das Blech war erst bei der letzten Inspektion vor vier Jahren verstärkt worden. "Wir rechnen nicht mit größeren Sachen", sagte er zu möglichen Reparaturen. "Nach dem Befund der Kommission wissen wir genau, was zu tun ist."

Unabhängig von dem Untersuchungsergebnis sind bereits Instandhaltungsarbeiten an der Fähre geplant. "Wir wollen zum Beispiel die Rollen an der Seilführung neu einspielen." Nach der Inspektion werde das Schiff außerdem von Algen und Muscheln gereinigt – daher auch die Schutzfolie.

Parkflächen nicht nutzbar

Wolfgang Hunger war einer von wenigen Schaulustigen, die das Ereignis bei nasskaltem Regenwetter verfolgten. Der Angler, der jeden Tag am Straussee ist, war durch Zufall hier. "Ich habe den Kran gesehen und habe dann zugeschaut. Für mich ist das ein normaler Vorgang, ich kenne das schon aus Ost-Zeiten", sagte er.

Die Strausberger Eisenbahn weist darauf hin, dass das seeseitige Ende der Karl-Liebknecht-Straße wegen der Arbeiten an der Fähre bis auf Weiteres besetzt ist. Die dortigen Parkflächen stehen in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Sobald die Fähre wieder im Wasser ist, verkehrt sie im Winterfahrplan: An Wochenenden und Feiertagen von 9.20 Uhr bis 16.20 Uhr (Stadtseite) bzw. 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr (Waldseite) im 30-Minuten-Takt.

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