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Umzug mit Tausenden Kleidern
Brandenburg an der Havel: "Urselstube" ab sofort in der Sophienstraße

Alexandra Gebhardt / 14.11.2019, 09:50 Uhr - Aktualisiert 14.11.2019, 09:59
Brandenburg (BRAWO) Nancy Petsch, vielen Brandenburgern mittlerweile besser als "Kleiderusel" bekannt, ist umgezogen – inklusive gut 200 Kartons, in denen tausende Kleidungsstücke lagern und auf ihre neuen Besitzer warten. Denn längst nicht jeder ist finanziell so gut aufgestellt, sich für einen festlichen Anlass ein schickes Kleid bzw. Anzug kaufen zu können oderkaputte und zu klein gewordene Kinderkleidung ständig zu ersetzen. Und Gelder, die beantragt werden können, lassen meist lange auf sich warten – das weiß Petsch aus eigener Erfahrung.

Im Dezember 2017 gründete sie deshalb die "Urselstube" als Privatinitiative, organisierte den Kleidertausch über sozialen Medien und siedelte sich in den Räumen des Verbandes der Alleinerziehenden am Tschirchdamm  an. Nach knapp einem halben Jahrmusste sie hier jedoch raus. "Aufgeben wollte ich die Urselstube aber nicht, die Nachfrage war einfach schon zu groß", erinnert sich die 40-Jährige, die daraufhin kurzerhand alle Kartons in ihrem Wohnzimmer zwischenlagerte, bis im Dezember 2018 neue Räume in der Gördenalle 100 gefunden waren. Nach knapp einem Jahr ist die Urselstube am Samstag aber auch hier aushezogen. "Die 35 Quadratmeter, die wir dort hatten, haben für die Menge an Spenden einfach nicht mehr ausgereicht. Außerdem hätten wir wegen Sanierung sowieso in fünf bis 12 Monaten raus gemusst", so Petsch, die nun umso glücklicher ist, in den neuen Räumen angekommen zu sein. Denn der Mietvertrag, der in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben zustande gekommen ist, ist unbefristet. Die Räume sind unweit der Endhaltestelle Hohenstücken Nord in der Sophienstraße in einem Sozialgebäude der VBBr, von dem ein Teil nicht mehr genutzt wurde, gelegen. 75 Quadratmeter bieten dem Team der Urselstube, zu dem neben Nancy Petsch mittlerweile sechs feste Helfer gehören, hier nun mehr Platz, alle Kleiderspenden in die passenden Kartons zu sortieren. Geordnet wird nach Größen und Geschlecht sowie Jahreszeiten aber auch Anlässen. Außerdem hat sich für Petsch der Wunsch nach einer Ecke für Fest- und Brautmoden erfüllt. Gut 25 Braut- und Abendkleider, eine Handvoll Anzüge und Hemden haben Platz gefunden und können geliehen werden. "Frauen und Männer, die sich kein Kleid oder Anzug leisten könnten und sonst in Jeans und T-Shirt geheiratet hätten, können wir so glücklich machen", freut sich Petsch, für die die Kleiderbörse in Hohenstücken genau richtig platziert ist, da "ohne es zu beschönigen, hier offensichtlich die meisten Abnehmer leben" und das kurze Wege bedeute.

Wer der "Urselstube" Kleiderspenden zukommen lassen möchte, hat immer montags von 17-18 Uhr Gelegenheit dazu. Kleiderausgaben finden zudem mittwochs von 10-13 Uhr sowie nach Terminvereinbarung unter 0174/1924838 statt. Bei einem Erstbesuch ist der Hartz IV-Bescheid,  Tafelausweis oder Familienpass vorzulegen.

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