Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mordfall Katja C.
Ermittlungen gegen Ehemann dauern an

Hinter Gittern. Seit Anfang der Woche sitzt Marcel C. in U-Haft in Cottbus, hier die Außenstelle Luckau.
Hinter Gittern. Seit Anfang der Woche sitzt Marcel C. in U-Haft in Cottbus, hier die Außenstelle Luckau. © Foto: dpa
Viola Petersson / 13.11.2019, 18:44 Uhr - Aktualisiert 13.11.2019, 19:13
Eberswalde (MOZ) Das Motiv könnte Eifersucht gewesen sein. Ob Kriterien für Mord erfüllt sind, müssen die folgenden Untersuchungen zeigen, so die Staatsanwaltschaft.

Trotz des Haftbefehls, den am Montag im Verbrechensfall Katja C. das Amtsgericht Frankfurt (die Polizei hatte zuvor vom Gericht Eberswalde gesprochen) erließ, dauern die Ermittlungen gegen Marcel C., den 37-jährigen Ehemann, an. Dies erklärte am Mittwoch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), auf Anfrage dieser Zeitung. Der Tatvorwurf laute derzeit auf Totschlag. Ob sich der Verdacht bestätigt und ob die Kriterien für Mord erfüllt seien, könne er derzeit noch nicht sagen. Dies müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.

Eifersucht wäre mögliches Motiv

Ein wichtiges Merkmal für Mord seien laut Strafgesetzbuch sogenannte niedrige Beweggründe. Denkbar, so die Staatsanwaltschaft, sei eine Tötung aus Eifersucht. Ob dieses Motiv im konkreten Fall eine Rolle spielte, sei zu untersuchen. Katja C., Anfang August in ihrer Wohnung im Leibnizviertel erwürgt, und Marcel C. hatten sich drei Wochen zuvor getrennt.

Nachdem Marcel C., der unter dringendem Tatverdacht steht, seine Frau getötet zu haben, am Montag in die JVA Cottbus überstellt wurde, werde sein Verteidiger nunmehr Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen, so der Sprecher weiter.

Auf Mord stehe grundsätzlich "lebenslänglich". Es sei denn, das Gericht stellt die verminderte Schuldfähigkeit des Täters fest. Bei Totschlag erwarte den Täter eine Freiheitsstrafe "nicht unter fünf Jahren und bis zu 15 Jahren", umriss der Staatsanwalt das Strafmaß. In besonders schwerem Fall könne das Gericht aber auch bei Totschlag eine lebenslange Haftstrafe verhängen.

Der letzte Mordfall, der Eberswalde erschütterte, war der Tod der kleinen Emily im Brandenburgischen Viertel. Nach einem monatelangen Martyrium und schweren Misshandlungen, infolge derer die Zweieinhalbjährige im Oktober 2017 ins Koma fiel, war das Kind im Frühjahr 2018 gestorben. Der Vater Angelo S. wurde im Juni dieses Jahres wegen Mordes durch das Landgericht Frankfurt (Oder) zu lebenslanger Haft verurteilt.

Mit Entsetzen denken die Eberswalder ebenso an den Fall Julia R. zurück. Die junge Frau war 2013 im Takko-Modegeschäft von ihrem Ex-Freund Danilo R. niedergestochen worden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG