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Die Zukunft des Tourismusvereins ist ungewiss.

Stadtpolitik
Tourismusinformation soll umziehen

Symbolbild: Umzugskartons
Symbolbild: Umzugskartons © Foto: Helios
Stefan Lötsch / 14.11.2019, 08:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wenn am kommenden Montag der Tourismusverein Oder-Region Eisenhüttenstadt (TOR) zu seiner alljährlichen Mitgliederversammlung einlädt, dann verspricht das eine turbulente Sitzung zu werden. Denn die Frage steht im Raum, wie, ob und wo der Verein seine Arbeit fortsetzen kann.

Dass die Situation des Vereins schon seit Jahren prekär ist, ist dabei nichts Neues. Seitdem der zweite Arbeitsmarkt faktisch nicht mehr zur Verfügung steht – also geförderte oder ABM-Stellen – musste der Verein die Öffnungszeiten der Tourismusinformation (TI) in der Lindenallee einschränken. Zwar hat die Stadt ihren Zuschuss erhöht, aber doch nicht so, dass ein bedarfsgerechtes Angebot aufrechterhalten werden kann.

Das gibt auch die Stadtverwaltung unumwunden zu: "Seit 2014 ist der TOR finanziell ungenügend ausgestattet und die Stadt hat in den vergangenen Jahren notwendigerweise erhöhte Zuschüsse gezahlt, um den Verein zu erhalten und den Fortbestand der TI zu sichern. Dies ist bisher jedoch nicht im notwendigen Umfang gelungen. Der Zuschuss aus dem städtischen Haushalt müsste weiter erhöht werden", heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung, die ein Lösungsmodell vorschlägt, wie die Arbeit dauerhaft gesichert werden kann. So soll die TI mit in die Stadtbibliothek ziehen. Damit, so sieht es die Stadt, sollen "das Angebot und die Öffnungszeiten beider Einrichtungen effizienter, variabler und kundenorientierte" gestaltet werden.

Anlaufstelle im Erdgeschoss

Platz genug wäre in der Bibliothek. In der Vorlage der Stadt ist davon die Rede, dass nicht nur die bisherigen Flächen der Einrichtung in der 3. und 4. Etage des Linden-Zentrums genutzt werden sollen, sondern es auch im Erdgeschoss eine 30 Quadratmeter große Anlaufstelle gibt.

In einer Vorlage, die jüngst in einem Sonderausschuss für Kultur und Sport diskutiert wurde, wurde darüber hinaus vorgeschlagen, die TI zu kommunalisieren. Nicht mehr der Verein würde dann die Aufgabe erledigen, sondern neue Mitarbeiter, die über die Stadtverwaltung angestellt würden. Martina Harz, Leiterin des Fachbereiches Bürgerservice, ruderte allerdings jüngst im Ausschuss teilweise zurück. So präsentierte sie auch ein Modell, das vorsieht, dass die Mitarbeiter über den Verein angestellt werden.

Der Verein selbst lehnt das Modell ab. Auch das wird in der Vorlage ausgeführt: "Der Vorstand des TOR hat  mehrheitlich entschieden, dem Vorschlag der Stadt Eisenhüttenstadt, den Betrieb der TI mit der Stadtbibliothek Eisenhüttenstadt zu verknüpfen, nicht zuzustimmen." Katrin Kohlack, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins, kritisierte im Ausschuss den Vorschlag. Zunächst müsse man sehen, welche Schnittmengen sich ergeben. Ihr Fazit: "Ich finde keine."

Wechsel soll sinnvoll sein

Grundsätzlich wehre sich die TI nicht dagegen, umzuziehen. "Doch ein Wechsel muss sinnvoll sein." Das ist aber in diesem Fall aus ihrer Sicht nicht gegeben. So befürchtet der Verein, dass der Verkauf zurückgeht, weil in der relativ kleinen Anlaufstelle nicht alles angeboten werden kann, die Interessenten erst in die oberen Etage müssten. Ein Argument, das vorgebracht wird, dass es in der Bibliothek Toiletten gebe, am jetzigen Standort aber nicht, ist aus Sicht von Katrin Kohlack nicht stichhaltig. Denn die TI können für Reisegruppen die Toiletten der Kleinen Bühne nutzen.

FinanzielleAusstattung

Laut einer Auflistung der Stadtverwaltung erhält der Tourismusverein derzeit 133 600 Euro aus dem städtischen Haushalt für die Arbeit. Das sind 26 300 Euro Festbetragsförderung sowie 47 600  Personalkostenzuschuss, der laut Stadtverwaltung derzeit um 26 000 Euro ergänzt wird. Die Stadt ist Mitglied im Verein. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 12 500 Euro. Außerdem werden die Räume in der Lindenallee kostenlos zur Verfügung gestellt. Laut Stadt ergibt das eine Ersparnis von 21 200 Euro. Der Verein setzt dafür lediglich 6375 Euro an, weil mehr gar nicht genommen werden dürfte. ⇥lö

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