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Klimapolitik
Rutter kritisiert Notstandsantrag

Marco Rutter: Bürgermeister des Doppeldorfs
Marco Rutter: Bürgermeister des Doppeldorfs © Foto: Margrit Meier
Martin Stralau / 14.11.2019, 08:30 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Bürgermeister Marco Rutter hat deutliche Kritik an dem Ansinnen geäußert, für die Gemeinde Petershagen-Eggersdorf den Klimanotstand zu erklären. Einen entsprechenden Antrag hatte die Fraktionsgemeinschaft Verantwortung in die Fachausschüsse und Gemeindevertretung eingebracht, wo er bei der jüngsten Sitzung wieder zurückgezogen wurde. Damit war auch der Änderungsantrag der Fraktion PEBB/FDP/WIR obsolet, der unter anderem vorsah, das Wort Klimanotstand zu streichen.

Rutter, der zu diesem Thema auch in der aktuellen Ausgabe des Ortsblattes Stellung bezieht, nennt die Debatte "befremdlich". "Wir haben nun schon anderthalb Monate Zeit mit diesem Thema verbracht", sagt er. Die Diskussionen dazu seien so kontrovers verlaufen, dass ganze Sitzungsverläufe zu ungunsten von anderen Themen verändert wurden. Am meisten störe ihn, dass er auf seine Fragen zur Umsetzbarkeit und zu den Folgen des Antrags keine Antworten bekommen habe. So sollte der Bürgermeister beispielsweise einmal jährlich einen Klimabericht für die Gemeinde abgeben. "Für mich ist das schwer greifbar, wir haben ja nicht mal eine Messstation im Ort", sagt Rutter. Wenn niemand erklären könne, was mit dem Antrag bezweckt werden soll, könne er das auch den Bürgern nicht vermitteln. "Am Ende könnte das auch zur Politikverdrossenheit führen, wenn die Bürger bei diesem Thema nicht mitgenommen werden." Für den Umweltschutz brauche es "keine provozierenden Anträge. Nahezu alles, was es bei uns auf kommunaler Ebene zu entscheiden gilt, beruht auf Bundes- und Landesgesetzen."

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Norbert Wesenberg 15.11.2019 - 14:05:25

Hallo Herr Schoenbrodt

Niemand hat die Absicht den Klimawandel zu verleugnen. Aber in der Reaktion darauf in wilden, panischen Aktionismus zu verfallen kann ja wohl nicht die angemessene Antwort darauf sein und ohne die Folgen zu bedenken. Es geht in erster Linie darum angemessene Antworten zu finden die von allen mitgetragen werden. Dabei dürfte wohl Deutschlands Anteil um weltweit auf das Klima ein zu wirken wohl mehr als marginal sein. Warum also verfällt man ausgerechnet nur hier in eine Massenhysterie? Oder geht es nur darum bei den Bürgern neue Geldquellen zu erschließen. Nun ist man wegen der Absichtserklärung von Tesla in Grünheide eine E Auto"Megafactory" zu bauen in der Landesregierung völlig aus dem Häuschen. Nur wer kann sich ein E Auto von 50- 60000,- Euro denn leisten? Nur ein Beispiel dafür welches an der Realität völlig vorbei geht. Viel Spass beim Bücher lesen.

Paul Müller 15.11.2019 - 12:14:02

Niemand leugnet den Klimawandel ! ...

... Sie sollten den Artikel erneut lesen. Herr Rutter geht es lediglich um die Sinnhaftigkeit dieses Antrages auf kommunaler Ebene in Bezug auf Petershagen/Eggersdorf. Soll sich der Bürgermeister in seinem Einflussbereich z.B. der Feuerwehr, für Pferdefuhrwerke und Handpumpen wie im 17 Jahrhundert stark machen ?

thorsten schoenbrodt 15.11.2019 - 06:26:29

KLIMAKATASTROPHE

Vor allem soll dieser Antrag vermutlich das Ziel haben, dass die Politiker*innen sich endlich mit der Klimakatastrophe, die uns ALLEN bevorstehen wird (seit Jahrezehnten durch die Wissenschaft bewiesen), beschäftigen und Lösungen anstreben. Was getan werden muss kann Politik gemeinsam mit den Menschen dann tun. Lösungen werden durch ignorieren und leugnen nicht entstehen, sie verschärfen das Problem lediglich. Bei fehlender Info zum Thema empfehle ich einige Bücher: Der Klimawandel von Rahmstorf Die Menschheit schafft sich ab von Lesch Klimapolitik von Edenhofer und Jakob Alle fürs Klima von Weinbuch (dort ist der Begriff KLIMANOTSTAND ab S.66 sehr gut erklärt) Handeln statt Hoffen von Rakete für Kinder und Jugendliche: Kleine Gase - Grosse Wirkung Der Klimawandel von Nells und Serrer können auch uninfomierte Erwachsene gut lesen, leicht verständlich. Leugnen wird nicht helfen. Die Natur macht keinen Deal mit uns, das sollten wir endlich begreifen, vorallem die Entscheider*innen in Politik und Wirtschaft. Unsere Kinder wissen es längst, deshalb gehen sie auf die Straße.

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