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Beliebte Korbflechtmeisterin
Bewegende Trauerfeier im Oderbruch für Thea Müller

Annemarie Worpus erinnerte in der Oderbruchhalle an die Stationen des Lebens von Thea Müller.
Annemarie Worpus erinnerte in der Oderbruchhalle an die Stationen des Lebens von Thea Müller. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 16.11.2019, 16:44 Uhr - Aktualisiert 16.11.2019, 17:22
Golzow/Zechin (MOZ) Mehr als 300 Trauergäste haben am Samstag in der Oderbruchhalle Golzow und im Anschluss auf dem Friedhof in Zechin Abschied von Thea Müller genommen.

Die bekannte und beliebte Korbflechtmeisterin wurde nur 58 Jahre alt. Überraschend war sie am 29. Oktober in Buschdorf gestorben. Auf der vom Bestattungshaus Möse gestalteten Bühne nannte Trauerrednerin Annemarie Worpus Stationen ihres Lebensweges, der am 18. September 1961 in Frankfurt/Oder begonnen hatte.

Glückliche Kindheit

Sie wuchs als drittes von vier Kindern des Ehepaares Dr. Gerhard und Dorothea Porath in Buschdorf auf, bezeichnete später ihre Kindheit als bunt, vielfältig und wunderbar. Sie wollte Tierarzt werden wie der Vater, wurde zunächst Tierpflegerin mit Abitur. "Der Weg zum Studium war ihr verwehrt", sagte Annemarie Worpus. So ging sie ins Handwerk, erlernte in Buschdorf bei Meister Karl Wegener das Korbmacherhandwerk, wurde selbst Meisterin. Ihren drei Kindern, von denen sie stets sagte, dass sie das Beste sind, das sie je gemacht hat, bot sie auch nach der Trennung von ihrem Mann eine schöne Kindheit. Annemarie Worpus erinnerte an die besondere Beziehung, die Thea Müller zu ihren Haustieren pflegte, die sie, sei es Esel, Hund oder Katze, stets als ihre Begleiter ansah.

Weit über das Oderbruch hinaus bekannt aber wurde Thea Müller durch ihre Sammlung an Korbflechtarbeiten. Seit 2002 stellte sie die Sammlung in der Alten Schule Buschdorf aus, stellte bei den Führungen ihr profundes Wissen über die Geschichte dieses Handwerks und über jedes ihrer etwa 2000 Exponate zur Verfügung. Als eine der ersten Einrichtungen im Oderbruch wurde dieses Museum als Kulturerbe anerkannt.

Zur Trauerfeier in die Oderbruchhalle kamen Menschen aus dem gesamten Oderbruch. Landrat Gernot Schmidt war ebenso darunter wie der Historiker Reinhard Schmook. Es kamen Genschmarer, Werbiger, Buschdorfer, Letschiner, Golzower, Reitweiner und Küstrin-Kietzer, Zechiner, Kienitzer, Sophienthaler und Seelower.

Zur Trauer über den Verlust der so vertrauten Persönlichkeit kam das Bewusstsein über die Lücke, die der Tod dieser Frau für das Leben im Land bedeutet. Annemarie Worpus erinnerte an die Festumzüge, an die Erntefeste und Handwerkertage wie am Kunstspeicher Friedersdorf oder am Altranfter Museum.

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