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Stammzellenspender gesucht
Hunderte wollen der kranken Manuela aus Fürstenwalde helfen

Manja Wilde / 17.11.2019, 09:15 Uhr - Aktualisiert 17.11.2019, 14:34
Fürstenwalde (MOZ) Manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben", sagt Sylvia Mierzwa.

Die 49-jährige Frau aus Bad Saarow hat sich mit ihrer Tochter Elisa in die Schlange gereiht, die sich am Tresen des Vita Gesundheitsstudios in Fürstenwalde gebildet hat. Beide wollen sich als Stammzellenspenderinnen registrieren lassen, um Manuela und anderen an Leukämie erkrankten Menschen zu helfen.

Manuela ist 44 Jahre alt, wohnt in Fürstenwalde, hat zwei Kinder und weiß seit etwa einem Monat, dass sie Blutkrebs hat. "Sie ist meine Freundin, darum haben wir für sie die Registrierungsaktion ins Leben gerufen", sagt Manja Kluß, die mit ihrer Schwester Ina Hunger das Gesundheitsstudio betreibt. "Gleich einen Tag später hat der Verein Uckermark gegen Leukämie zugesagt, dass er uns hilft", ergänzt Manja Kluß. Kurz darauf wurden Flyer gedruckt, gab es Aufrufe auf Facebook und Instagram, Anzeigen und sogar ein Video mit Manuela.

"Die Krankheit passt so gar nicht zu mir", sagt Manuela darin, während sie in Laufsachen an der Spree und durch Fürstenwalde joggt. Und: "Meine Liebe gehört vor allem meinen Kindern, ich will viele Geburtstage mit ihnen feiern und sie aufwachsen sehen."

Die bewegenden Bilder haben viele Menschen erreicht. "Da will ich hin", stand für Elisa Mierzwa fest, als sie von der Registrierungsaktion erfuhr. "Wir haben schon öfter drüber nachgedacht, aber jetzt haben wir gesagt: Wir probieren es mal", erzählt Jenny Cherkowski, 31, aus Strausberg, die mit ihrer Freundin Mandy Scholz, 44, aus Rüdersdorf, gekommen ist.

Gegen 11.30 Uhr drehen die beiden je ein Stäbchen an der Innenseite ihrer Wange. Mit dieser Schleimhautprobe können ihre Zellen später typisiert und ihre Daten anonymisiert im zentralen Knochenmarkspender-Register gespeichert werden. Passen sie zu Manuela oder einem anderen erkrankten Menschen, könnten aus ihrem Blut oder aus Knochenmark ihres Beckenkamms Stammzellen entnommen werden.

Helfen wollen in Fürstenwalde so viele, dass Lars Sutor, ein guter Freund von Manuela, der die Aktion mit organisiert hat, bereits nach knapp zwei Stunden mitteilen muss, dass die Registrierungsbögen aufgebraucht sind. "Wir wurden zu Beginn, um 10 Uhr, förmlich überrannt", ist er selbst überrascht. "Krass, dass so viele kommen", staunt auch Manuelas Tochter Sidney. Mit ihrem Bruder Lennard hilft die 16-Jährige bei der Aktion.

"Es ist megaschön, dass so viele Menschen da sind", sagt auch Stefanie Kaiser, die mit einer Freundin gekommen ist. Für die beiden sind keine Formulare mehr da. "Wir werden uns jetzt hier im Sportstudio anmelden und danach zur Registrierung nach Langewahl fahren", kündigt Stefanie Kaiser an.

Dort empfing die gemeinnützige DKMS GmbH potentielle Stammzellenspender. An beiden Standorten, teilte Lars Sutor am Nachmittag mit, ließen sich am Samstag 600 Menschen registrieren.

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