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Planer versichert, dass die Renaturierung von drei Niedermooren nicht die befürchteten schädlichen Auswirkungen auf angrenzende Flächen und Wege hat.

Ökologie
Wiederbelebung eines CO2-Speichers bei Biesenthal

Ausgangspunkt vieler Routen: Durch das Biesenthaler Becken führen viele Wanderwege.
Ausgangspunkt vieler Routen: Durch das Biesenthaler Becken führen viele Wanderwege. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 24.11.2019, 08:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Im Naturschutzgebiet Biesenthaler Becken sind drei Flächen für die Wiederherstellung von Mooren vorgesehen. Das Genehmigungsverfahren dafür läuft noch. Die Projekte wurden vor der Bauausschusssitzung öffentlich vorgestellt. Etwa 25 Besucher waren zu der Veranstaltung gekommen. Im Vorfeld gab es vor allem Befürchtungen über eine zunehmende Vernässung der Landschaft. Die Sorge galt vor allem den Wanderwegen und ihrer weiteren Benutzbarkeit. Von Interesse war für viele besonders der Unterlauf des Pfauenfließes, der das Biesenthaler Becken südlich der Stadt entwässert.

Die kleinste Fläche ist 5000 Quadratmeter groß und liegt am Plötzensee. Etwas größer ist ein Bereich südlich des Hellsees, der ebenfalls für das Projekt ausgewählt wurde. Schließlich geht es um ein 16,5 Hektar großes Areal am Unterlauf des Pfauenfließes. Alle drei Standorte befinden sich im Besitz der Nabu-Stitftung, die auch das Moorprojekt durchführen will. Lediglich eine kleine Fläche in der Niederung des Pfauenfließes gehört einem Privatmann. Dieser hat nach Auskunft des Naturschutzbundes sein Einverständnis gegeben.

An allen drei Standorten befinden sich Niedermoore, die jedoch in der Vergangenheit durch Entwässerungsgräben "degradiert" wurden, sprich zerstört worden, wie der Planer Stephan Reimann, erläuterte. Um ihre Funktionstüchtigkeit als Moor und damit als klimafreundlicher CO2-Speicher zumindest teilweise wieder herzustellen, soll die Entwässerung gestoppt werden. Für das Pfauenfließ bedeutet dies, dass zahlreiche kleine künstlichen Entwässerungsgräben beiderseits des Fließes geschlossen werden, so Stephan Reimann. Die Maßnahmen seien für den Bereich im Unterlauf des Pfauenfließes von der beschädigten und nicht mehr tragfähigen Brücke bis zur Einmündung in die Finow vorgesehen. Das Pfauenfließ selbst werde als natürliches Gewässer nicht abgesperrt.

Auf die Frage von Dagmar Hüske, ob die Wanderwege in dem Bereich von den Maßnahmen betroffen seien, antwortete Stephan Reimann mit einem klaren "nein". Die Wege lägen anderthalb bis zwei Meter höher. Bis in diesen Bereich würden die Vernässungen des Bodens nicht reichen.

Der neuralgische Punkt in diesem Bereich ist die zerstörte Brücke über das Pfauenfließ. Der Bauausschuss befasste sich mit verschiedenen Ersatzmaßnahmen für die Brücke gesondert (Beitrag folgt). Entscheidend war für viele Besucher der Informationsveranstaltung die Aussage, dass sich der Wasserstand durch die Vernässungsmaßnahmen im Bereich der Brücke nicht erhöhen werde. Oberhalb der Brücke sei somit auf keinen Fall mit einem Wasseranstieg zu erwarten. Lediglich in der abfallenden Senke von der Brücke bis zur Einmündung in die Finow sei ein Anstieg des Wasserstandes um etwa 20 Zentimeter zu erwarten. Stephan Reimann betonte, dass er bei seinen Berechnungen nicht von der Wasserhöhe ausgegangen sie, die auf den Biber zurückzuführen sei.

Am Plötzensee soll in einer Waldsenke ebenfalls ein Entwässerungsgraben an seinen Enden verschlossen werden, so dass sich das Wasser im Frühjahr dort länger halten kann, so Stephan Reimann. Der Plötzenseegraben am Hellsee soll künstliche "Dämme" erhalten, so dass sich das Wasser um sie herum ausbreitet. Ziel der Maßnahmen ist es, dass sich das Grundwasser "etwas erhöht". In allen Fällen, so der Planer, hätten aber die "angrenzenden Flächen keine Chance zu vernässen". Zum Verschließen oder für Aufschüttungen werde Material aus der Umgebung genommen.

Baubeginn noch offen

Noch läuft das Genehmigungsverfahren mit Trägerbeteiligung beim Landkreis Barnim. Wasserrecht und Naturschutzrecht seien natürlich einzuhalten, erläuterte Projektleiter Tom Kirschey von der Nabu-Bundesgeschäftsstelle. Da die Arbeiten Nicht in der Vegetationszeit durchgeführt werden dürfen, könnten sie frühestens im Herbst 2020 beginnen.

Die Moor-Restaurierung ist Teil eines internationalen Projekts (www.life-peat-restore.eu).

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