Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Agrar-Demonstration
Nauen: Tausende Traktoren auf dem Weg nach Berlin

Sandra Euent / 26.11.2019, 10:37 Uhr - Aktualisiert 26.11.2019, 20:21
Nauen (BRAWO) Sehr früh am Morgen begannen sich die Bauern aus dem Havelland und aus umliegenden Landkreisen und Bundesländern an den Sammelpunkten entlang der Bundesstraße 5 zu sammeln. Während sich die Westhavelländer zum Großteil in Friesack vereinten, trafen sich die Osthavelländer in Nauen, Priort und Wustermark.

In Nauen wurde schon vor 6.00 Uhr heißer Kaffee verteilt. Unter den dortigen Traktorfahrern waren auch viele junge Leute. Sie sind selbst in der Landwirtschaft tätig oder haben Eltern, die einen Hof bewirtschaften. Die Feuerwehr hatte mit einem Lichtmast dafür gesorgt, dass auch ortsfremde Traktorfahrer auf einem zur Agro Farm Nauen gehörenden Feld den Sammelpunkt in der Nähe der Total-Tankstelle fanden.

Um kurz nach sieben setzte sich dieser Tross in Bewegung. Auf der B5 warteten schon hunderte weiterer Traktoren. Gemeinsam ging es dann nach Berlin. Gegen 8.00 Uhr kam der Verkehr in Höhe Dallgow-Döberitz kurzzeitig zum völligen Stillstand. Danach ging es im Schneckentempo weiter in Richtung Brandenburger Tor, wo gegen 12.00 Uhr eine Kundgebung begann.

Als Initiator der Demonstration tritt die Bauerninitiative "Land-schafft-Verbindung" auf. Im Havelland wird diese durch den Kreisbauernverband unterstützt. Was wollen die Landwirte in Berlin erreichen? Sie sagen, dass die Politiker immer weniger Verständnis für die Arbeit der Bauern aufbringen würden. So beherrschten Regelungen, Vorschriften und Sanktionen inzwischen den Arbeitsalltag der Landwirte. Ihre Bereitschaft zur Mitarbeit an Veränderungen werde nicht anerkannt. In Berlin wollen die Landwirte dafür eintreten, dass das sogenannte Agrarpaket der Bundesregierung mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz neu und gemeinsam mit den Bauern geregelt wird. Sie wollen einen Dialog mit Politik und Gesellschaft und eine gemeinsame Lösungssuche für die Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft im Zuge von Umwelt- und Tierschutz sowie Klimawandel steht.

Hunderte Traktoren kamen aus dem Havelland oder passierten es auf dem Weg nach Berlin zur großen Agrar-Demonstration. Von den Sammelpunkten aus ging es die B5 entlang zur Hauptstadt und zum Brandenburger Tor, wo um 14 Uhr eine Kundgebung geplant war.
Bilderstrecke

Traktoren durch das Havelland

Bilderstrecke öffnen

Maria Mundry aus Görne im Westhavelland war auch nach Nauen gekommen. Sie hat mit ihrer Unternehmensidee des Rinderleasings sogar schon Preise gewonnen. Ihr ist es wichtig, dass die Landwirte alle zusammen und geschlossen auftreten, um zu zeigen, dass manche mit dem Rücken zur Wand stehen. "Es geht hier um Existenzen", so Mundry. Sie gibt aber auch zu, dass die Landwirte eine bessere Öffentlichkeitsarbeit machen müssten. Man müsse das, was man tut, auch nach außen tragen. Das habe man in den vergangenen Jahrzehnten quasi nicht gemacht. "Das lernen aber alle gerade", so Mundry zuversichtlich.

Mathias Jung, der gemeinsam mit seinem Bruder Henning, in Klein Behnitz einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, sieht das ähnlich. Die Bauernschaft sei für einen offenen Dialog mit den Verbrauchern. Die Bereitschaft dafür ist auch auf den Plakaten einiger Traktoren zu lesen: "Wir sind noch da. Hört uns bitte zu. Wir beissen nicht."

Alle 14 Forderungen der Landwirte der Initiative "Land-schafft-Verbindung" sind auf www.landschafftverbindung.de nachzulesen.

Die Entwicklungen des Tages finden Sie im Sternfahrt-Live-Blog

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG