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Am 15. Dezember treten in und um Eberswalde Änderungen in Kraft mit neuen Linien, dichterem Takt und Angeboten am Wochenende.

Verkehr
BBG bringt mit Fahrplanwechsel mehr Busse auf die Straße

Am 15. Dezember gibt es bei der Barnimer Busgesellschaft einen Fahrplanwechsel. Für Eberswalde ist er mit einigen Änderungen und Verbesserungen verbunden.
Am 15. Dezember gibt es bei der Barnimer Busgesellschaft einen Fahrplanwechsel. Für Eberswalde ist er mit einigen Änderungen und Verbesserungen verbunden. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 26.11.2019, 20:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Ein deutliches Angebotsplus, das versprechen die Barnimer Busgesellschaft BBG und der Landkreis Barnim als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs den Kunden in und um Eberswalde mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember. Erweiterung der Linie 910 (Eberswalde – Finowfurt), nahezu ein Fünf-Minuten-Takt auf der Hauptachse in der Kreisstadt sowie verbesserte Verbindungen am Wochenende, das sind die wesentlichen Änderungen, über die die BBG am Montagabend während einer Bürgerversammlung informierte.

Vize-Landrat Holger Lampe wertete es als gutes Zeichen, nach vielen Jahren der Schrumpfung und der Stagnation wieder über Wachstum und damit den Ausbau von Infrastruktur nachdenken und reden zu können. Das sei auch für den Landkreis neu. Und habe natürlich seinen Preis. Allein die Umrüstung der Obus-Flotte in Eberswalde auf Batteriebetrieb kostet um die 1,4 Millionen Euro, so Lampe. Und auch die zusätzlichen 205 000 Fahrplankilometer pro Jahr, die die Neuerungen in Summe ausmachen, gebe es nicht zum Nulltarif.

Defizite in Finow abgebaut

Ausgangspunkt war eine Studie, ein Verkehrskonzept, das Studenten der TU Dresden 2016/17 gemeinsam mit der BBG erarbeitet hatten, so BBG-Geschäftsführer Frank Wruck. Dieses Konzept werde, nach Verhandlungen mit dem Landkreis, nun schrittweise umgesetzt.

Silke Leuschner, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes im Eberswalder Rathaus, betonte: Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sei sowohl unter dem Aspekt des demografischen Wandels als auch der Klimakrise von zentraler Bedeutung. Bislang habe es vor allem in Finow "Erschließungsdefizite" gegeben, insbesondere im Bereich Großer Stern, Biesenthaler Straße sowie Messingwerk. Die werden nunmehr, zumindest zum Teil, abgebaut. Zudem würden sich die Bedingungen für Pendler verbessern. Eberswalde sei bekanntlich eine "Einpendlergemeinde". Und die meisten Einpendler kämen laut Statistik aus Schorfheide. Sie würden vom Umbau der Linie 910 zu einer Stadtlinie stark profitieren. Ebenso wie die Eberswalder selbst.

Verkehrsleiter Alexander Greifenberg stellte die Neuerungen im Detail vor. Im Zentrum steht die Linie 910, die künftig montags bis freitags zwischen 4.30 Uhr und 19 Uhr im 30-Minuten-Takt verkehrt und alle Haltestellen bedient. Am Wochenende gebe es einen Zwei-Stunden-Takt. Zum Start werden auf der Verbindung noch Niederflur-Gelenkbusse eingesetzt. Perspektivisch sollen jedoch zwischen Eberswalde und Finowfurt Obusse fahren. Voraussetzung dafür ist einerseits die Umrüstung auf leistungsfähige Batterien, die noch bis 2020 andauert, andererseits müssten laut Wruck noch zwei, drei neue Obusse angeschafft werden. Vorerst wurden zwei neue Gelenkbusse gekauft.

Priorität hat Anschluss RE 3

Weitere Änderungen betreffen die Linien 864, 865, 915 sowie 917. Neu eingeführt werden die Linien 866 und 914. Das bisherige Rufbus-Angebot entfällt dafür. Es sei mit dem Ausbau des Verkehrs in den Abendstunden überflüssig, so Greifenberg. Die größte Schwierigkeit, dies verhehlte Greifenberg nicht, sei die Akquise von Busfahrern gewesen. Letztlich aber sei es gelungen, neun Kollegen zu gewinnen.

Mit der Verdichtung auf der Linie 910 würde sich auch die Anbindung des Stadtteils Südend verbessern, stellten Bewohner fest. "Vor allem am Wochenende." Eine Pendlerin, die im Landesbehördenzentrum arbeitet, hingegen konstatierte, dass jetzt der Anschluss vom Bus auf die RB 24 nicht mehr passe, sie 20 Minuten auf den Zug warten müsse. "Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Anschluss zum RE 3", erklärte Greifenberg, fügte aber hinzu: "Der Fahrplan ist nichts Statisches."

Auf die Frage aus der Runde, ob die Neuerungen mit Preiserhöhungen verbunden sind, erklärte Frank Wruck: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) habe zum 1. Januar neue Tarife beschlossen.  Ansonsten gebe es keine Anpassungen.

Wesentliche Änderungen auf einen Blick

Linie 864: Busbahnhof – Kleiner Stern – Clara-Zetkin-Siedlung – Lichterfelde; veränderter Linienverlauf (Angermünder Straße und TGE werden nicht mehr bedient); verlängerte Betriebszeiten

Linie 865: Busbahnhof – Westend – Gropius-Krankenhaus; verkehrt montags bis freitags in den Abendstunden länger; Haltestelle Wald-Solar-Heim entfällt

Linie 866: wird neu eingeführt als Verbindung Busbahnhof – TGE – Kleiner Stern

Linie 914: wird neu eingeführt als Direktanschluss des Waldcampus (Busbahnhof – Wald-Solar-Heim)

Linien 915 und 917: Linie 915 (Eberswalde – Altenhof/EJB) verkehrt künftig auch am Wochenende; Änderungen im Linienverlauf der Werbellinsee-Linie 917 (keine Fahrradmitnahme mehr)

Linie 910: Südend – Kleiner Stern – Finowfurt; Anpassung im Linienverlauf in Finowfurt, alle Obus-Haltestellen werden bedient (am Busbahnhof kein Stopp mehr)⇥Quelle: BBG

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