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zu Kindesmissbrauch
Entschlossener gegen Kindesmissbrauch kämpfen

Dorothee Torebko
Dorothee Torebko © Foto: NBR
Meinung
Dorothee Torebko / 03.12.2019, 20:14 Uhr
Berlin (NBR) Sexueller Missbrauch von Kindern geschieht täglich. Es gibt ihn – außer in Familien – an Schulen, in Fußballclubs und Kirchen.

Tausende Kinder aus jeder sozialen Schicht sind betroffen. Opfer leiden meist ein Leben lang an den Folgen. Und doch gab es bisher kein einheitliches Konzept, wie die Gewalt an den schutzbedürftigsten Mitgliedern unserer Gesellschaft aufgearbeitet werden kann. Bis heute. Denn eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat nun einen Leitfaden erstellt, der Institutionen Handlungsempfehlungen gibt. Dass es ihn gibt, ist richtig. Denn nur durch Aufarbeitung können Strukturen hinterfragt und Machtkonstellationen sichtbar gemacht werden. Nur so funktioniert Prävention. Doch der Leitfaden könnte vielerorts an der Realität scheitern.

Die Kommission schlägt vor, dass Institutionen einen Beirat für die kritische Begleitung der Aufarbeitung einberufen sollen. Zudem sollten sie ein Team aus pädagogischen, medizinischen und juristischen Spezialisten installieren. Die Mitglieder dieses Teams sind Ansprechpersonen für Betroffene. Diese Mechanismen sind sinnvoll für große Institutionen. Doch wie soll das in einem Ortsfußballverein mit 100 Mitgliedern funktionieren? Wie soll der Verein, der keine Gewinne erwirtschaftet, das finanzieren? Die Kommission verweist darauf, dass Clubs in solchen Fällen die übergeordneten Verbände einbinden können. Denn in den Landesverbänden gebe es ja Kinderschutzbeauftragte. Doch auch die sind häufig überlastet.

Die Kommission hat ein Konzept erarbeitet – nun muss der Staat den Institutionen  helfen, es umzusetzen. Durch finanzielle Unterstützung und das Vermitteln von Experten. Andernfalls bleibt es wirkungslos.

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