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Schweinepest
Oberhavels Jäger werden entlastet

Trichinenschau bei Wildfleisch. Oberhavel übernimmt die Kosten für die Jäger.
Trichinenschau bei Wildfleisch. Oberhavel übernimmt die Kosten für die Jäger. © Foto: Landkreis Oberhavel
Burkhard Keeve / 04.12.2019, 15:22 Uhr
Oberhavel (MOZ) Die Gebührenübernahme für die Trichinenschau durch den Landkreis Oberhavel wird auch im Jahr 2020 fortgesetzt, teilte der Kreis am Mittwoch mit. Seit Februar 2018 müssen Jäger die Fleischprobe (Gebühr 9,82 Euro) nicht mehr bezahlen. Hintergrund die Sorge um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Um sie zu verhindern, sollen möglichst viel Schwarzwild erlegt werden. Um die Jäger zu unterstützen, übernimmt der Kreis die Kosten für die Fleischkontrolle.

Bevor ein Wildschwein für den menschlichen Verzehr freigegeben werden kann, ist eine abschließende amtliche Untersuchung auf Trichinen zwingend vorgeschrieben. Trichinen sind für den Menschen gefährliche Parasiten, die durch den Verzehr von Wildschweinfleisch übertragen werden können.

In diesem Jahr wurden bereits mehr als 3 700 Proben zur Trichinenkontrolle eingereicht, knapp 500 mehr als 2018.

Die Veterinärinnen und Veterinäre des Landkreises rechnen damit, dass in den kommenden Monaten von einer weiteren spürbaren Erhöhung ausgegangen werden kann, da nun bis Ende Januar die Hauptjagdsaison läuft. "Im Falle eines Ausbruchs der ASP ist der Landkreis auf die Unterstützung der Jägerinnen und Jäger in Oberhavel bei der Seuchenbekämpfung angewiesen. Die Übernahme der Kosten für die Trichinenproben als Anreiz zu weiteren Unterstützungs- und Hegeleistungen ist in der mo-mentanen Situation eine Selbstverständlichkeit", so Egmont Hamelow.

Die ASP führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung, die fast immer tödlich ist. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüs-sigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.Für Menschen und Haustiere ist die ASP nach aktuellem Erkenntnisstand nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko. Allerdings würde ein Ausbruch in Deutschland einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen, da ein Exportstopp auf Schweinefleisch in den betroffenen Gebieten verhängt werden würde.Trichinen dagegen können für den Menschen gefährlich werden. Trichinen sind kleine Faden-würmer, die in der Skelettmuskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien leben. Die Übertragung auf einen neuen Wirt – so auch auf den Menschen – erfolgt ausschließlich durch den Verzehr von rohem oder ungenügend durcherhitztem Fleisch sowie daraus hergestellten Pro-dukten, wie Rohwurst oder Rohschinken, welche die infektionsfähigen Muskellarven enthalten. Die Infektionskrankheit Trichinellose ist eine weltweit vorkommende, vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Die Parasiten können auch für den Menschen lebensgefährlich werden und wurden 2018 erstmalig seit vielen Jahren wieder in Schwarzwildbeständen in der Region festgestellt.Das Veterinäramt des Landkreises weist noch einmal eindringlich auf die Notwendigkeit der Trichinenuntersuchung bei Hausschweinen, Schwarzwild und anderen Wildtierarten, die Träger von Trichinen sein können (z. B. Dachs, Sumpfbiber) hin. Die Probenahme darf nur durch geschulte und zu diesem Zweck beauftragte Personen zu erfolgen. Die Tierkörper dürfen vor Abschluss der amtlichen Untersuchung weder aus dem Landkreis verbracht noch zerlegt oder verarbeitet werden.

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