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Nicht ganz ohne Kritik versorgt die Tafel in Bernau zirka 1000 Haushalte.

Lebensmittel
Tafel unterstützt 1000 Haushalte in Bernau

Zwischenstation: Gerd Zerbe und Jutta Köhler sortieren bei der Bernauer Tafel an der Rüdnitzer Chaussee das Obst und Gemüse für die Auslieferung. Rund 100 Ehrenamtler unterstützen die Tafel.
Zwischenstation: Gerd Zerbe und Jutta Köhler sortieren bei der Bernauer Tafel an der Rüdnitzer Chaussee das Obst und Gemüse für die Auslieferung. Rund 100 Ehrenamtler unterstützen die Tafel. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 06.12.2019, 06:45 Uhr
Bernau (MOZ) Auch nach mehr als zwei Jahrzehnten werden die Tafeln gebraucht. Das gilt auch für die Bernauer Einrichtung an der Rüdnitizer Chaussee. Ganz im Gegenteil: Dort werden für die nächste Zeit Erweiterungen vorbereitet, weil der Bedarf zunimmt.

Der Anteil der über 60-Jährigen liegt im Barnim bei etwa 32 Prozent, berichtet Norbert Weich, der Gründer und Vorsitzende der Bernauer Tafel. Viele der älteren Senioren sind nicht mehr so gut zu Fuß. So soll im kommenden Jahr eine weitere Ausgabestelle im Bereich Karl-Marx-Straße oder Sachtelebenstraße eingerichtet werden. Gesucht werden dafür ein bis zwei Räume, um die Ausgabe der Mittagessen und vielleicht auch ein Tafelcafé dort wohnortnah einzurichten.

Seit gut einem Jahr gibt es ein solches Angebot in Bernau-Süd. Wer anfangs gedacht hatte, dass dafür kein Bedarf sei, sehe sich getäuscht, sagt Norbert Weich. 30 bis 50 Familien besuchen die Tafel dort dauerhaft. Insgesamt nutzen etwa 1000 Familien das Angebot der Tafel.

Auch der Einsatz der "mobilen Tafel" muss erweitert werden, sagt Koordinator Peter Raske. Das Fahrzeug versorgt im Niederbarnim rund 150 Familien. Damit werden auch diejenigen beliefert, die nicht die Tafel oder eine ihrer Außenstellen erreichen können. Ein größeres Fahrzeug wird benötigt, um unnötige Hin- und Herfahrten zu vermeiden.

Auch die Fahrten zum Abholen der Lebensmittel aus den Märkten sind länger geworden, Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Zahl der gefahrenen Kilometer verdoppelt. 95 Märkte werden angesteuert. Um die Logistik besser abstimmen zu können, soll im kommenden Jahr eine Software des Bundesverbandes der Tafeln genutzt werden.

Trotz der vielen Aktivitäten wird auch Kritik geäußert. Beim Verladen lasse der Umgang mit den Lebensmitteln zu wünschen übrig. Die Kisten würden auf dem Hof mitunter in Pfützen abgestellt, die Fahrzeuge nicht gesäubert. Und auch nach Gesundheitsuntersuchungen der Mitarbeiter wird gefragt.

Workshops am Wochenende

Norbert Weich lässt die Kritik nicht gelten. Oftmals werde sie in sozialen Netzwerken und anonym vorgebracht. "Dabei ist meine Tür auch immer offen", sagt er. Das Gesundheitsamt führe regelmäßig Kontrollen bei der Tafel durch. Das Küchenpersonal besitze den vorgeschriebenen Gesundheitspass, den Fahrer und andere Helfer aber nicht benötigen würden. Und grundsätzlich hält er fest, dass die Menschen nicht mehr zur Tafel kommen würden, wenn sie nicht gute Lebensmittel bekämen.

Um den umfangreichen Betrieb am Laufen zu halten und verbessern zu können, finden Schulungen statt. Inhaltlich reiche das Programm von der Abstimmung der Fahrstrecken bis hin zu Hygienefragen. Erst am vergangenen Wochenende fand mit den ehrenamtlichen Mitarbeiten der Außenstelle ein Workshop statt.

Rund 100 ehrenamtliche Helfer engagieren sich bei der Tafel. Hinzu kommen bis zu 22 Bundesfreiwilligendienstler, zwei hauptamtliche Mitarbeiter und zehn Mitarbeiter, die in Maßnahmen des Jobcenters beschäftigt sind. "Unterstützer", so Norbert Weich, "werden immer gesucht. Das können junge Menschen, aber auch Senioren sein, die anderen helfen wollen."

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