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Verachtung
Grausiger Mord in Kopenhagen

Verachtung
Verachtung © Foto: WHV
Stefan Klug / 07.12.2019, 16:50 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Als Handwerker in einer verlassenen Wohnung ein zugemauertes Zimmer und darin drei mumifizierte Leichen finden, ist mal wieder die Abteilung Q der Kopenhagener Kripo gefragt. Denn die Tat liegt sicher mehr als ein Jahrzehnt zurück. Für Carl Mørck ein neuer, spannender Fall. Für seinen Assistenten Assad eher nicht, der soll nämlich die Abteilung wechseln. Doch wie der Zufall so will, ergeben sich zwischen der Tat, einem Heim für schwer erziehbare Mädchen und aktuellen Geschehnissen erschreckende Parallelen. Die betreffen sogar Assads Lebensumfeld. Und so hängt sich die Abteilung Q gemeinsam noch einmal richtig rein und jeder riskiert dabei sogar sein Leben.

Jussi Adler-Olsens Vorlagen, bei denen es per sè schon immer spannend zugeht, haben bisher einige sehenswerte filmische Umsetzungen erfahren. Meist ruhige Ermittlungsarbeit, menschelnde Dialoge und natürlich die Aufarbeitung vergessener Verbrechen standen dabei im Mittelpunkt. Bezüge in die Neuzeit, zumindest tatseitig, gab es eher weniger. Das ändert sich mit "Verachtung". Denn ob gewollt oder nicht, die Geschehnisse in der Vergangenheit, die hier ebenso sprachlos machen, sind eigentlich nur die Ouvertüre zu (fiktiven) Verschwörungen in der Gegenwart, die über das Maß individueller Kriminalität weit hinausgehen. Dazu erlebt der Zuschauer ein Maß an Action, das bisherigen Inszenierungen eher fremd war. Und nicht zuletzt werden die Ermittler selbst mehr als gewohnt auch körperlich ins Geschehen mit eingebunden. Unterm Strich ist das Seherlebnis dadurch deutlich intensiver. Der geschickte Wechsel in den Zeitpersektiven lässt einen dazu defacto zwei Thriller in einem erleben. Ein Muss für Krimi-Freunde.

Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 119 Minuten; Verleih: WHV; Regie: Christoffer Boe; Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Johanne Louise Schmidt; DK 2018

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