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Am Wochenende waren die Künstler der Region in der Wilhelmsauer Fachwerkkirche vereint, um ihre Arbeiten zu verkaufen.

Kunstmarkt
Mit schwangeren Vögeln und grellbunten Affen - mehr als ein Familientreffen

Ulf Grieger / 09.12.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 09.12.2019, 11:01
Wilhelmsaue (MOZ) Der Kunstmarkt in Wilhelmsaue ist auch ein großes Familientreffen. Wer dort zum ersten Mal einkehrt, staunt über die Rituale. Almut Undisz holt anfangs mit Gongschlag Künstler und Gäste in die Kirchenbänke. Ein Kanon sorgt für Harmonie. Der muss erst eingeübt werden. Heike Matzer sortiert die Sänger, probt mit ihnen die Zeile: "Flügel sind so furchtbar schwer...". Es gelingt, nach einigem Üben mehrstimmig den Gesang zu zelebrieren.

Der Kunstmarkt in Wilhelmsaue läuft. Dabei können die Besucher in der Fachwerkkirche jede Menge interessanter Exponate in Augenschein nehmen: Malerei, Grafik, Plastik, Schmuck, Fotografie, Keramik. Die Liste der beteiligten Künstler ist wiederum stattlich: Günther Blendingen, Doret-Nanette Grzimek, Jörg Engelhardt, Tanja Heindorf, Katrin Heinrich, Stefan Hessheimer, Christine Hielscher, Ivan Jovanovic, Peter Krabbe, Dorothee Irene Müller Marion Marquardt, Sabine Nier, Christine Pfund, Sabine und Peter Rossa, Marion Sander, Antje Scholz, Franziska Steuer, Isabel Widera, Karola Wirth, Werner Zeblein und Heike Zappe.
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Advents-Kunstmarkt in Wilhelmsaue

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Dann können die Besucher in der Fachwerkkirche die Exponate in Augenschein nehmen: Malerei, Grafik, Plastik, Schmuck, Fotografie, Keramik. "Nicht Fotografieren!", warnt eine Schmuckdesignerin unfreundlich auf der Empore. Andere Künstler freuen sich über das Interesse. Franziska Steuer zum Beispiel. Die Letschinerin lässt schwarze Drahtmännchen an Schweißstäben balancieren. Da ist auch Philosophie im Spiel. Oder Marion Sander. Sie nutzt Plasteverpackungen, um daraus Figuren zu gießen. Die Ton-Elemente klebt sie dann auf bunte Fliesen. Nicht auf irgendwelche. Die Hartmannsdorferin kooperiert dabei mit den Designern der Golem-Baukeramik, die die Hackischen Höfe in Berlin so toll gefliest haben.

Der Markt ist auch ein Treffpunkt. Mit Jörg Engelhardt zum Beispiel "Es geht mir hervorragend", erzählt der Bildhauer aus Jäckelsbruch von seiner unermüdlichen Schaffen. Affen mit grellen Farben und fein ausgearbeitete Tierfiguren stellt er aus. Nichts verfehlt da seine Wirkung. Stefan Hessheimer hat seine großen Landschaftsbilder auf der Empore wie ein Triptychon aufgebaut. Sein Oderbruchkalender liegt aus und sorgt für reges Interesse.

Afrikanerinnen im Mittelpunkt

Das Kirchenschiff aber dominieren vor allem die Arbeiten der Mädewitzer "Holzschmiede" Sabine und Peter Rossa und die Büsten von Doret-Nanette Grzimek aus Kienitz. Die lebensgroßen Büsten von Afrikanerinnen haben das Fluidum des Kunstmarktes voll im Blick. Quer über die Kirchenbänke hinweg platziert, ziehen ihre großen, traurigen Augen die Blicke auf sich.

Bunte Heiterkeit kommt von den "schwangeren Vögeln" und "eitlen Schnecken", die Rossas mitgebracht haben. Die "Holzschmiede" lassen auch Taufengel schweben. Die sind lebensfroher als so manch auf Glanz restaurierter Engel in Oderbruchkirchen.

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