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Die Städtischen Werke Angermünde liefern neuerdings zertifizierten Ökostrom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien.

Klimaschutz
Grüner Strom beleuchtet den Anger

Lichterzauber: Der Firmensitz der Städtischen Werke Angermünde erstrahlt jedes Jahr in der Adventszeit in buntem Licht.
Lichterzauber: Der Firmensitz der Städtischen Werke Angermünde erstrahlt jedes Jahr in der Adventszeit in buntem Licht. © Foto: Oliver Voigt
Daniela Windolff / 10.12.2019, 17:29 Uhr
Angermünde (MOZ) Hundert Prozent Öko verspricht der AngerStrom "Pro Natur", den die Städtischen Werke Angermünde seit Kurzem ihren Kunden anbieten. "Das neue Produkt der Stromversorgung Angermünde GmbH wird ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solar hergestellt und ist TÜV-zertifiziert", versichert der kaufmännische Geschäftsführer Jörg Gehrike.

Investitionen in Netzausbau

Damit will der regionale Energieversorger Verantwortung für Klima- und Umweltschutz tragen und seinen Anteil an der Verringerung des CO2-Ausstoßes leisten. Zwar produzieren die Stadtwerke den Ökostrom nicht selbst, doch die genaue Herkunft ist nachweisbar. "Wir haben als kleines Versorgungsunternehmen mit insgesamt 20 Mitarbeitern nicht die Möglichkeit, selbst Anlagen zu bauen, beteiligen uns aber. Außerdem gibt es inzwischen in unserer Region schon genug Anlagen. Da muss man sehr sensibel abwägen, denn die Akzeptanz für erneuerbare Energien sinkt, nicht zuletzt, weil wir trotz der großen Kapazitäten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die höchsten Strompreise durch die vielen gesetzlichen Umlagen und Netzentgelte haben und nicht in Bayern, wohin der meiste Strom von hier hingeliefert wird. Das ist ein Politikum", räumt Jörg Gehrike ein. Die Stadtwerke haben darauf keinen Einfluss und müssen durch den Anschlusszwang selbst auf eigene Kosten nachrüsten und erweitern, um die steigenden Kapazitäten aufnehmen und transportieren zu können. Das Netz ist für die inzwischen doppelte Menge an erneuerbarer Energie gar nicht ausgelegt.

So wurden mittlerweile alle Freileitungen zurückgebaut und Kabel ausgetauscht. Erstmals geht auch eine neue, intelligente, ferngesteuerte Ortsnetzstation in der Innenstadt in Betrieb, durch die es möglich ist, Störungen schneller aufspüren und beheben zu können und das Netz dadurch sicherer zu machen, erklärt der Technische Geschäftsführer Benjamin Noack. Die beiden jungen Geschäftsführer haben eine Vision: "Wenn man uckermärkischen Ökostrom als Exportschlager aus der Region verkaufen könnte und Wertschöpfung hier bei den Menschen bliebe, die davon direkt partizipieren, dann würde auch die Akzeptanz für erneuerbare Energie steigen und die Energiewende gelinge schneller."

Doch bisher kaufen die Städtischen Werke neben dem normalen Strom auch ein gewisses Kontingent Ökostrom an der Börse, um auf Kundenwünsche eingehen zu können. "Noch ist die Nachfrage nach grünem Strom überschaubar, denn er ist nicht das günstigste Produkt. Doch immer mehr Kunden wollen ganz bewusst auf Strom aus Kohle und Atomkraft verzichten. Denen können wir nun saubere Alternativen anbieten."

Allerdings können sich Angermünder Kunden sicher sein, das auch der herkömmliche Strom hier überwiegend aus erneuerbarer Energie stammt. Denn sämtliche Windkraftanlagen und Solarparks um Angermünde schicken ihren Strom durch die Leitungen der Stadtwerke.

Strompreis bleibt 2020 stabil

Im Gegensatz zu vielen anderen Energieversorgern können die Stadtwerke Angermünde ihre Strompreise stabil halten. "Wir haben vorausschauend sehr günstig bis zum Jahr 2020 eingekauft und sind in der Stromversorgung daher sehr gut aufgestellt", erklärt Jörg Gehrike. Das günstigste Produkt AngerSpar wird mit eine­r dreijährigen Preisgarantie angebot­en, deshalb bleiben die Kunden von den aktuellen Strompreiserhöhungen verschont. Für die Angermünder Stadtwerke macht sich dieses Konzept bezahlt, denn trotz der großen Anbieterkonkurrenz verzeichnet die Stromversorgung Kundenzuwachs.

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