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Kommentar zur Fernwärme
Trotz Kritik, die Vorteile überwiegen

Sven Klamann
Sven Klamann © Foto: MOZ/T.Burckhardt tburckhardt@moz
Meinung
Sven Klamann / 11.12.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 12.12.2019, 09:20
Eberswalde (MOZ) Immer wieder sorgt die Fernwärme in Eberswalde für Kritik. Vor allem Mieter beschweren sich, dass sie die Preiskalkulation des Anbieters nicht einsehen und damit nicht nachvollziehen könnten. Denn Partner der EWE sind nicht die Endkunden, sondern die städtischen Großvermieter, allen voran die Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH und die Wohnungsgenossenschaft 1893. Was Anbieter und Vermieter miteinander aushandeln, wirkt sich allerdings auf die Betriebskosten aus, die von den Mietern zu bezahlen sind.

Bei aller Unzufriedenheit über diesen Modus, der in der MOZ schon zahlreiche Leserbriefseiten gefüllt hat, wird beinahe übersehen, dass die Fernwärme gute Seiten hat: Die Kopplung der Strom- und Wärmeerzeugung in Blockheizkraftwerken in den Quartieren führt dazu, dass der Wirkungsgrad konventioneller Heizwerke auf bis zu 90 Prozent gesteigert wird. Das hilft, Kohlendioxid einzusparen. Und wird von der EWE zu Recht als Beitrag zum Klimaschutz bezeichnet.

Nicht zuletzt ist Fernwärme für die Nutznießer bequem. Sie brauchen nur am Regler ihrer Heizkörper zu drehen, um es mollig warm zu haben. Und die Fernwärme fließt zuverlässig. Das ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Fakt.

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Werner Matzat 11.12.2019 - 17:10:36

Fernwärme: Läuft dieser Artikel unter vorgezogenes Weihnachtsmärchen? - Die Macht der Ablesedienste - Wenig Wettbewerb, viel Ärger!

Fast jeder Mieter kennt sie, die Zettel im Briefkasten oder an der Haustür, die den Ablesedienst für den Heizungs- oder Warmwasserverbrauch ankündigen. Was längst nicht jeder Mieter kennt, ist der Preis fürs Ablesen, obgleich ihn jeder zahlt über die Nebenkostenabrechnung des Vermieters. Sicher ist, die Branchenführer machen dabei ein gutes Geschäft. So gut, dass internationale Finanzinvestoren Milliardenbeträge bezahlen, um mitzuverdienen auf dem deutschen Ablesemarkt. Jörg Göbel und Markus Reichert über die Marktmacht großer Messdienstunternehmen und den Ärger mit Heizkosten- und Warmwasserabrechnungen. (ZDF Frontal 21, Sendung vom 21. August 2018:) Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=8fZGpKXzNr4 --- und hier: Kartell: Wie sich Ablesedienste an Mietern bereichern - mit Stand: 10.07.19 19:00 Uhr unter dieser Quelle: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/ablesemafia100_page-1.html --- oder hier: Fernwärme: So heizen Sie weder Kosten noch Klima ein - mit Stand: 08.03.2019 unter dieser Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/fernwaerme-so-heizen-sie-weder-kosten-noch-klima-ein-34038 --- Doch außer den Mieten gibt es noch einen Posten, der Wohnen teurer macht. Zugleich sichert er einigen Unternehmen seit Jahrzehnten riesige Profite: die Abrechnung der Nebenkosten. Der Brennpunkt Fernwärme schürt nicht nur Unmut in Eberswalde oder ganz Deutschland, beim Kunden, sondern auch in Eisenhüttenstadt. Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Mieterinnen und Mieter, so lautet auch hier die Devise, für den intelligenten Bürger in der Menschheitsgeschichte, - Glaube wenig, Hinterfrage alles, Denke selbst! Es ist wirklich erstaunlich - am Ende bleibt wie immer, für die betroffenen Mieter, nur Staunen und Spekulation - oder eben verbreitete "Weihnachtsmärchen".

Karl Napp 11.12.2019 - 12:20:11

Fernwärme - die Vorteile überwiegen? Fragt sich nur, für wen ...

Grundsätzlich wäre Fernwärme ja eine gute Sache, wenn da nicht die entscheidenden Nachteile wäre - die Kosten für den Mieter. Die Fernwärme ist für den Mieter im Vergleich zu einer Zentralheizung in aller Regel die wesentlich teurere Alternative. Bei der Fernwärme wird nach der Definition des BGH die Wärme aus einer nicht dem Eigentümer des zu versorgenden Gebäudes gehörenden Heizungsanlage von einem Dritten nach unternehmenswirtschaftlichen Gesichtspunkten eigenständig produziert und an andere geliefert. _ _ / / _ _ Die Fernwärme enthält somit Unternehmergewinn, Arbeitslöhne, Brennstoffkosten, Reparatur- und Modernisierungskosten, Rücklagen für Neuinvestitionen, Abschreibungen bestehender Anlagen und Kapitalkosten. Immer dann, wenn „Wärmelieferung“ über einen gewerblichen Dritten vereinbart ist, ist der Mieter verpflichtet, den Wärmepreis zu bezahlen. Die Heizkostenverordnung sieht dies ausdrücklich so vor. Bei der Abrechnung ist zwischen verbrauchsabhängigen und verbrauchsunabhängigen Kosten zu unterscheiden, und zwar innerhalb der von der Verordnung zugelassenen Spanne zwischen 50 % und 70 %. Das bedeutet: auch bei einem sparsamen Heizen fallen je nach Umlageschlüssel beträchtliche Kosten an. Für die „normale“ vermietereigene Zentralheizung muss der Mieter dagegen nur die Kosten für den Betrieb der Heizung einschließlich Brennstoffkosten und Wartungskosten aufbringen. _ _ / / _ _ In meinem konkreten Fall hieß das ca. 1.600 Euro Heizkosten pro Jahr bei einem Umlageschlüssel vom 50:50. Darin enthalten waren auch die Kosten für die elektronischen Heizkostenverteiler, die trotz abgestellter Heizung (Zuleitung geschlossen) doch noch einen Verbrauch meldeten, weil sie sich durch die Umwelteinflüsse erwärmten. Die Kosten für Warmwasser waren darüber hinaus extra zu zahlen. Heute drehe ich meine Etagenheizung (Erdgas) auf, wenn ich einen warmen Hintern haben will; wenn wir abwesend sind, bleibt die Heizung aus - also kein Verbrauch, keine Kosten. So komme ich in meinem Altbau auf "verbrauchsabhängige Heizkosten" (inklusive Warmwasser) von ca. 680 bis 710 Euro pro Jahr. Dazu kommen dann noch die jährlichen Kosten für die Wartung der Heizung und den Schornsteinfeger von insgesamt ca. 130 Euro pro Jahr, welche monatlich über die Miete umgelegt werden. _ _ / / _ _ Mein Fazit: Fernwärme - nein danke!

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