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Silvesterlauf
Hunderte sind dem alten Jahr davongelaufen

Jens Sell / 02.01.2020, 07:30 Uhr - Aktualisiert 06.01.2020, 12:08
Strausberg/Neuenhagen (MOZ) Familiäre Stimmung wieder im und vorm Stadion Am Marienberg in Strausberg am Silvesternachmittag: Arno Schulz gibt das Startkommando zum 15. LKK-Silvesterlauf, und rund 160 Läufer gehen zunächst auf eine Stadionrunde, um sich danach den Berg hinab zum Wanderweg am Straussee zu schlängeln. Der Weg ist eng, weil weitgehend zugeparkt.

Bis zur Fähre und zurück

Die meisten Teilnehmer laufen bis zur jenseitigen Fähranlegestelle und wieder zurück, das entspricht rund 5,1 Kilometern und ist eine nicht zu anspruchsvolle Strecke für Freizeitläufer, die sich mit einem guten Gewissen für die Silvesterfeierlichkeiten wappnen wollen. Wie jedes Jahr sind auch ältere Semester mit Walking-Stöcken mit von der Partie. Charlotte Henze, mit ihren 91 Jahren auch hier die Älteste, ist schon eine Viertelstunde vor dem Startschuss losgewalkt und kommt mit dem Hauptfeld ins Ziel. 8202 Kilometer hat sie in diesem Jahr mit einem ihrer drei Fahrräder zurückgelegt, bilanziert sie am letzten Tag.

Bei den Silvesterläufen in Neuenhagen und Strausberg machten sich hunderte Teilnehmer auf die unterschiedlich langen Strecken. Dabei ging es nicht um Zeiten und Podestplätze, sondern um den Spaß an der Bewegung und das gute Gewissen, wenn in der Silvesternacht die Korken knallen. Beim 15. LKK-Silvesterlauf in Strausberg konnten die Cheforganisatoren Arno Schulz und Jörg Knobloch 160 Läufer begrüßen. In Neuenhagen verzeichneten die Organisatoren Jana und Gerald Sachs 510 Teilnehmer. Lohn für alle, die es schafften, waren Pfannkuchen, Glühwein und/oder Tee.
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Hunderte bei Silvesterläufen

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Einer der jüngsten Läufer dürfte der siebenjährige Elia gewesen sein. Gemeinsam mit seinem Opa Matthias Böhme hatte er sogar in den Tagen zuvor trainiert: "Einmal sind wir vier Kilometer gelaufen und einmal acht", berichtet der Geschäftsführer des Hauptsponsors TGA Heinemann mit gehörigem Stolz, "und Elia hat beide Male durchgehalten!" Die Frauen am Glühwein- und Pfannkuchenstand von TGA Heinemann, kräftig unterstützt von Bäcker Dirk Hennig, sammeln Spenden für den Kinderbauernhof Roter Hof. Am Ende kommen 165 Euro zusammen.

Unter den sportlichen Läufern ragten  zwei Junge heraus: Niklas und Sophie Lüttkopf liefen hunderte Meter über die Wendemarke hinaus, drehten um und rollten das ganze Feld noch einmal auf. Sie kamen als Erste ins Ziel.

Ähnlich wie der Strausberger ist der Silvesterlauf in Neuenhagen vor allem teilnehmer- und nicht so sehr leistungsorientiert. Zeiten werden nicht genommen, erste und Podestplätze nicht vergeben, Siegerehrung gibt es keine. Zur Legende dieses Laufes wird man, wenn man seit 2010, seit der Premiere also, immer zu diesem Lauf antritt. So wie Matthias Lemcke etwa oder Dagmar und Jörg Breske mit ihrem Sohn Jonas. Jana Sachs, die mit ihrem Mann Gerald vor neun Jahren aus ihrer persönlichen Laufbegeisterung eine zunächst "familiäre" Laufveranstaltung mit 107 Teilnehmern machte, animiert die mehr als 500 Teilnehmer dieses Silvesterlaufs mit einer schwungvollen Erwärmung. "Ohne solche Sponsoren wie der Sparkasse oder dem neuen Rewe in der Niederheidenstraße wäre der Lauf nicht möglich", sagt Gerald Sachs. Da aber schon bis zum neunten Lauf die Teilnehmerzahl auf 450 stieg, schloss sich das Orgteam dem Neuenhagener Handballclub (NHC) an und nutzt nun für die Sicherstellung auch das Foyer des Einstein-Gymnasiums.

Wieder ein Teilnehmerrekord

520 Teilnehmer hatten für 2019 gemeldet, am Ende haben 382 Erwachsene und 122 Kinder teilgenommen. Die Bambini laufen 300 und die Kinder 700 Meter. Eine große Runde umfasst knapp drei Kilometer, die man einfach so oft laufen kann, wie man möchte. Danach gibt es Pfannkuchen, von Katja Rodig und Tochter Lara gegen Teilnehmermarke ausgeteilt, dazu wahlweise Tee oder Glühwein. Kinder konnten sich die Zeit bis zum Zieleinlauf ihrer Eltern auch mit Basteln verkürzen.

Schon seit 2012 laufen die Brüder Norvin (19) und Darion Billhardt (16) jedes Jahr am Silvestertag mit. "Das macht einfach Spaß und gibt ein gutes Gefühl für die Party heute Nacht", sagt Norvin. Gefeiert wird in Fredersdorf und Altlandsberg, verrät er, während immer neue Läufer nach einer, zwei oder noch mehr Runden ins Ziel kommen.

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