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40 Exponate hat Kuratorin Lisa Wedekind aus Kellern und Kisten hervorgeholt, um sie in Eberswalde zu präsentieren. Bis Oktober hängen die Exponate aus.

Ausstellung
Besondere Ausstellungsobjekte hervorgeholt

Torsten Stapel / 10.01.2020, 06:45 Uhr - Aktualisiert 13.01.2020, 16:33
Eberswalde Ganz besondere Stücke der DDR-Kunst,die teils Jahrzehnte in Archiven verschwunden waren, hat Kuratorin Lisa Wedekind hervorgeholt. Mit viel Liebe zum Detail und einem besonderen Händchen sind die Exponate aktuell in der Schau "Kunst von hier – entdeckt in Stadt- und Kreisbesitz 1949-90" im Eberswalder Museum zu entdecken. Kunstinteressierten bleibt noch bis zum 9. Oktober Zeit, sich intensiv mit den Werken zu beschäftigen. Zumal vielen Eberswaldern einzelne Arbeiten durchaus bekannt sein dürften.

Wie der sieben Meter lange gewebte Wandteppich von Christl Prange, der als "Rotes Finowtal" im früheren Kulturhaus, dem heutigen Kino, hing. Die Künstlerin lebte zwischen den Industrielandschaften, die sie mit Garn und Faden ins Finowtal eingebettet hat. Mit der Wende verschwand das Textil im Depot des Museums, um erst kürzlich wiederentdeckt und gereinigt zu werden.

Lisa Wedekind betont zu den nun gezeigten Werken: "Nicht alles waren Auftragswerke für öffentliche Einrichtungen." Aus ihren Begegnungen mit den Künstlern hat die junge Kunsthistorikerin, Jahrgang 1988, die eigentlich aus dem ehemaligen Westberlin stammt, viel zu berichten. Sie musste sich intensiv einarbeiten, gibt sie zu, um die Unterschiedlichkeit der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Künstlern in der DDR zu verstehen. Dabei spielte für sie die öffentliche Förderung von Kunst eine besondere Rolle, die andererseits dazu führten, dass viele Maler, Bildhauer, Keramiker sich beruhigt entfalten konnten. Heute müssen die Arbeiten vorfinanziert werden, betont Wedekind, immer in der Hoffnung, auch Interessenten dafür zu finden.

Die Auswahl unter den 40 gezeigten Exponaten ist so bunt wie die Künstlerszene von einst. Gemälde, Plastiken, Grafiken und textile Arbeiten, darunter auch Exponate aus dem Bestand der Kreisverwaltung Barnim, sind zu sehen. 30 Jahre nach dem Mauerfall sei die Zeit dafür reif, das Interesse der geschichtsaffinen Eberswalder groß, sagt die junge Kuratorin.

Eine kleinformatige, signierte Grafik von Arno Mohr gehört dazu. Sie entstand 1990. Lisa Wedekind berichtet: "Die hatte ein Eberswalder Paar vor 30 Jahren ersteigert, als es sich kennenlernte. Die beiden sind heute noch zusammen." Mohrs Arbeit indes begleitet das Paar. Es hängt – wenn es nicht in der Ausstellung zu entdecken ist – über dem Sofa der Eberswalder. Viele Geschichten zu den Leihgaben kann die Kunstwissenschaftlerin erzählen, die sich lange und intensiv mit der Schau beschäftigt hat. Dabei fiel die Auswahl auch manches Mal nicht einfach. Langes intensives Betrachten, erfühlen von Situationen und Sehen in Zusammenhängen waren nötig.

Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Oktober in der Steinstraße 3 im Museum Eberswalde zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 13 sowie 14 bis 17 Uhr.

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