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Elfie Donnelly
"Töröö" und "Hex hex": Sie erfand Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg

Autorin Elfie Donnelly wird 70 Jahre alt.
Autorin Elfie Donnelly wird 70 Jahre alt. © Foto: Fabian Sommer/dpa
dpa / 14.01.2020, 09:00 Uhr - Aktualisiert 14.01.2020, 09:29
Berlin (dpa) "Töröö!" und "Benjamin Blümchen, ...": So tönt es seit Jahrzehnten aus den Kinderzimmern der Republik. Die Schöpferin der Geschichten, Elfie Donnelly, wird nun 70 Jahre alt.

Nur weil man 70 Jahre alt wird, heißt das noch lange nicht, dass man alt ist. So sieht zumindest Elfie Donnelly das. "Ich fühle mich manchmal noch sehr jung", sagt sie. Das liegt vielleicht auch an ihrem Beruf. Donnelly ist die Frau, die die Hörspiele um Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg erfunden hat. Mit dem "Töröö" des sprechenden Elefanten Benjamin und dem "Hex hex" der kleinen Hexe Bibi sind Mil­lionen Kinder aufgewachsen.

Heute wird Donnelly 70 – und schreibt an ihrer Autobiografie. Das sei jedoch gar nicht so einfach: "Ich muss das Puzzle meines Lebens erst einmal zusammensetzen." Und da gibt es bei Elfie Donnelly so einige Teile.

Geboren in Großbritannien als Tochter eines Briten und einer Österreicherin, geht ihr das Gefühl für Heimat schnell verloren. Als sie fünf Jahre alt ist, zieht sie mit ihrer Mutter nach Österreich. Der Vater ist schwer alkoholkrank. Die Mutter stirbt, als Donnelly 15 ist. "Ich war früher permanent auf Heimatsuche", sagt sie. Heute nennen sie und ihr dritter Ehemann viele Orte ihr Zuhause – darunter die Balearen und Lissabon, aber auch Wien, wo sie aufwuchs und mit 17 schwanger wurde. Und natürlich Berlin – "für mich eine der wichtigsten Städte überhaupt".

1988 trat sie ihre Rechte ab

In Berlin machte sie in den 1970er- und 1980er-Jahren ihre ersten Schritte als selbstständige Autorin, dort lernte sie ihren zweiten Ehemann Peter Lustig (1937–2016) kennen, den Moderator der Kindersendung "Löwenzahn". Und in Berlin hatte sie 1977 die Idee zu Benjamin Blümchen. "Natürlich entwickelte sich die Geschichte aus meiner eigenen Sehnsucht nach einer heilen Welt", erklärt sie. Die Abenteuer des Elefanten haben überhaupt nichts mit der Erfahrungswelt der Kinder zu tun gehabt, erzählt sie. Trotz oder gerade deswegen entwickelten sich die Geschichten zu einem gigantischen Erfolg.

Mehr als 60 Millionen Hörspiele wurden den Kiddinx-Studios zufolge verkauft. Allein von Benjamin Blümchen gibt es 143 Hörspielfolgen, eine Zeichentrickserie, 2019 kam ein Film in die Kinos. Bibi Blocksberg hat es auf 130 Hörspielfolgen, drei Kinofilme und eine Trickserie gebracht. Die Auskoppelung "Bibi und Tina" immerhin auf 95 Hörspielfolgen und vier Kinofilme.

Donnelly hat damit nur noch wenig zu tun. 1988 trat sie ihre Rechte ab. Ein radikaler Schritt. Inzwischen ist sie nach eigener Aussage wieder in geringem Maße beteiligt. Bereuen tut sie die Entscheidung aber bis heute nicht. "Ich brauchte damals die Freiheit", erzählt sie. Sie wollte nicht mehr an Serien und Verträge gebunden sein. Das führte sie und Peter Lustig unter anderem für mehrere Jahre in den Ashram des Gurus Bhagwan nach Indien. "Ich war auf Sinnsuche. Und Peter hatte als Flüchtlingskind viele Traumata durchlebt." Die beiden waren knapp 18 Jahre liiert, haben einen gemeinsamen Sohn und blieben auch nach ihrer Scheidung Freunde.

Seitdem sie die Rechte abgetreten hat, beschäftigt sie sich nur noch wenig mit ihren Schöpfungen. Weder hört sie sich die neueren Hörspielfolgen an, noch schaut sie sich die Filme an – mit einer Ausnahme: "Aber Bibi und Tina fand ich zu sexualisiert. Das ist nicht mehr meine Bibi", sagt sie. Doch auch ohne Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg wurde der Autorin nicht langweilig. Nachdem sie mit zwei Krimis einen kurzen Ausflug in die Erwachsenenliteratur wagte, kehrte sie schnell wieder zu ihren Wurzeln zurück und veröffentlichte diverse Hörspiele für Kinder. Aktuell schreibt sie neue Folgen für ihre Hörspielserie "Draculino". Die komme deutlich politischer daher als die früheren Sachen, findet sie. Ginge es nach ihr, würde auch das Benjamin-Blümchen-Universum heute anders aussehen: So könne sie sich eine lesbische Karla Kolumna gut vorstellen.

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