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Rohölverarbeitung
PCK-Raffinerie feiert sich in Schwedt

Eva-Martina Weyer / 16.01.2020, 20:23 Uhr
Schwedt (MOZ) Das Jahr 2019 hat extreme Herausforderungen für die PCK-Raffinerie gebracht. Mit einem Aufwand von mehr als 80 Millionen Euro vollendeten Mitarbeiter und fast 4000 Gastmonteure den Verbundstillstand "Step 2". Dabei wurden unter anderem ein ganzer Kühlturm abgerissen und Anlagenteile fast im gesamten Werk ausgetauscht. Am Ende gab der TÜV grünes Licht für alle Produktionsstätten. Als "wahnsinnige Teamleistung" hat PCK-Sprecher Wulf Spitzley gegenüber seinen Gästen diese mehrwöchige Aktion im Frühjahr 2019 be-zeichnet.

Gesellschafter reagierten schnell

Zum Neujahrsempfang des Unternehmens waren über 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur, Bürgermeister umliegender Gemeinden sowie aus Polen, Lehrer, Ärzte, Landrätin Karina Dörk und Partner der Raffinerie gekommen – so viele wie noch nie. Schon vor der offiziellen Eröffnung des Empfangs nutzten sie die Möglichkeit zu Gesprächen und frischten Kontakte auf. Die vorzügliche Beköstigung durch Lars Wilbrecht und sein Küchenteam trug ein Übriges zum Wohlbefinden der Gäste bei.

2019 hat PCK knapp 9500 Kilotonnen Rohöl verarbeitet. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Verarbeitungsmenge leicht gesunken. Das hat einerseits mit dem geplanten Stillstand des Werkes zu tun. Doch kaum war der erfolgreich gemeistert, kam es zu einer Verunreinigung des Rohöls durch organische Chloride. "Die Gesellschafter haben schnell reagiert und eine Alternativversorgung für PCK aufgebaut", blickte Wulf Spitzley auf die ernste Lage zwischen Mai und Juli zurück. Zu dieser Zeit konnten die Anlagen nur zu 50 Prozent gefahren werden.

Für das Verständnis der Schwedter und der Einwohner aus Umlandgemeinden während des Verbundstillstandes "Step 2" hat sich die Raffinerie im August mit einer PCK-Nacht bedankt. 7500 Besucher waren gekommen, 2000 davon per Fahrrad. Alle wollten PCK live erleben, in Werkstätten und Lehrausbildung schauen sowie ihre Verbundenheit mit dem Werk zeigen.

Wie die Dimensionen der Raffinerie auf Betriebsfremde wirken, machte zum Empfang Gastredner Joey Kelly deutlich. Nach seinem Besuch der modernen PCK-Leitwarte rief er aus: "Das ist Star Wars in der Zukunft!"

In seinem Rückblick auf 2019 ging Wulf Spitzley auf das 60jährige Bestehen der Werkfeuerwehr und auf den Ansturm von 120 Kindern aus Schwedt und Umgebung ein, die an der von PCK veranstalteten Kinder-Uni teilgenommen haben. Während der nächste Betriebsstillstand für Reparatur und TÜV-Inspektion 2023 geplant ist, gibt es 2020 umfangreichen Frühjahrsputz für neun Anlagen sowie weitere TÜV-Überprüfungen.

Alles für die Arbeitssicherheit

"2019 haben wir über 100 Mitarbeiter eingestellt. Das geht in diesem Jahr weiter", blickte Spitzley voraus. Außerdem baut PCK in den nächsten Monaten ein Safety-Center. "Hier wird praktische Sicherheit trainiert. Denn Arbeitssicherheit ist für uns ein ganz großes Thema."

Was macht die Verbindung zwischen PCK und Schwedt für die Region aus?

Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks: Ohne die Unterstützung von PCK hätte es 2006 gar keine Nobvellierung des Nationalparkgesetzes geben können. Damit wurde eine wichtige Grundlage geschaffen.

Marta Schuster, Gemeindevertreterin aus Mescherin: PCK ist ein wichtiger Arbeitgeber. Wir hoffen, weiter auf eine enge Zusammenarbeit. Der Austausch ist wichtig, wir wollen alle Fachkräfte in die Region locken.

Hartmut Zimmermann, Leiter der Talsand-Gesamtschule: Ich kenne Schwedt ohne PCK gar nicht. Schon 1980 war das Unternehmen allgegenwärtig. Heute ist es für unsere Schüler ein wichtiger Partner für die Ausbildung.

Frank Mehl, Turnabteilung Blau Weiß: Schwedt ist heute PCK. 1960 gab es hier nicht viel. Dann wurden die Leute rangeholt und es wurden viele Wohnungen gebaut. Noch heute ist PCK ein wichtiger Arbeitgeber.

Alexander Trenn, Stadtbrandmeister: Wir als Feuerwehr haben gleich auf mehreren Ebenen Verbindungen, vor allem mit der Werkfeuerwehr. Wir bilden gemeinsam aus und stehen im permanenten Austausch.

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