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Grüne Woche
Reger Austausch zwischen Ausstellern der Region

Louisa Theresa Braun / 20.01.2020, 06:30 Uhr - Aktualisiert 20.01.2020, 09:26
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es ist nicht das erste Bier, das Finn Torhauer, Niklas Möther und Ibanez Hartmann am Samstagvormittag auf der Internationalen Grünen Woche in der Berliner Messe zu sich nehmen. Aber auf jeden Fall eines der besseren. "Sehr süffig, sehr natürlich", findet Torhauer. Darauf stößt Rosi Borchert mit den drei jungen Besuchern, die aus der Nähe von Lübeck angereist sind, sogar persönlich an. Sie vertritt die Familien-Brauerei, die nun im dreißigsten Jahr an der Grünen Woche teilnimmt, von Anfang an auf der Messe.

In diesem Jahr hat sich das Ambiente verändert. Die Halle 21 für Aussteller aus Brandenburg wurde für über eine Millionen Euro aufwendig umgestaltet und präsentiert sich nun schlicht, hell, rot-braun-weiß. "Früher war die Halle typisch brandenburgisch pittoresk, jetzt ist sie sehr stylisch. Das könnte genauso gut eine IT-Messe sein", sagt Borchert. Die Besucherinnen und Besucher, die zu Tausenden durch die Gänge strömen, scheint das nicht zu stören, und auch dem Andrang am Stand der über 400 Jahre alten Neuzeller Brauerei, die immer wieder neue, oft fruchtige Sorten einführt, tut das keinen Abbruch. Ganz neu im Sortiment ist Erdbeer-Bier, "mein Lieblingsprodukt überhaupt", sagt Geschäftsführer Stefan Fritsche. "Mit echten Erdbeeren von brandenburgischen Höfen."

Sanja und Kay Welle haben sich für Kirschbier und klassisches Pilsner entschieden. Die zwei Berliner sind seit vielen Jahren Stammgäste der Grünen Woche und kommen immer gerne bei der Klosterbrauerei vorbei. "Das Bier ist einfach gut und Kirschbier bekommt man sonst nicht so häufig", sagt Sanja Welle.

Am Stand nebenan informieren sich Birgit und Christoph Schade zu Apfel- und Erdbeerbier beim Tourismusverband Seenland Oder-Spree über Ausflugsziele in der Region. Marie Kessler empfiehlt eine Wanderung in der Märkischen Schweiz, Geschäftsführerin Ellen Rußig "in dieser Jahreszeit einen Besuch der Frankfurter Marienkirche. Vom Turm aus sieht man die ganze Oderlandschaft – über zwei Länder."

Nachhaltiger Tourismus

Unter Touristen, die laut einer Befragung zu achtzig Prozent aus Berlin und Brandenburg kommen, seien außerdem das Oderbruch beliebt, der Oder-Neiße-Radweg, die Seen und auch die Neuzeller Klosteranlage. "Natur- und Wassernähe haben einen großen Reiz", sagt Mitarbeiterin Katrin Riegel. "Wir haben ein großes Fahrrad- und Kanutour-Angebot, es ist nicht überlaufen, man kann teilweise die ‚Stille hören‘".  "Grün" beziehungsweise nachhaltig sei der Tourismus im Oder-Spree-Gebiet unter anderem wegen der guten Bahnverbindungen in alle Richtungen.

Zwischen den Ausstellern der Region herrscht auf der Grünen Woche reger Austausch. Zu den Ausflugstipps des Tourismusverbands gehört auch die Fischerei Schneider in Brieskow-Finkenheerd – und Fischermeister Robert Schneider, dessen Stand um die Ecke ist, kommt gerne auf ein Bier bei der Klosterbrauerei Neuzelle vorbei. An seinem Stand – zum 29. Mal bei der Grünen Woche – gibt’s unter anderem Fischbrötchen, -suppen und -bouletten, Aalhappen, Räucherforelle und Karpfenfilet. "Alles Wildfang aus dem Brieskower See und der Oder", sagt er. Auch seinem Familienbetrieb, der von ihm und seinem Bruder in der fünften Generation geführt wird, geht es um Nachhaltigkeit. "Wir machen keinen Großhandel, sondern verkaufen nur an einige Gaststätten und im eigenen Hofladen." Bei der Grünen Woche mache die Fischerei keinen Profit, denn ein Stand koste mehrere tausend Euro.

Auch im übrigen Teil der Halle geht es delikat und bierselig zu. Direkt vor der Bühne schenkt das Frankfurter Brauhaus, die einzige Großbrauerei Brandenburgs, ihren Hopfensaft aus. "Es hat eine schöne, kräftige Pilsnote, ist regional, lecker und richtig frisch", findet Ronny Kleemann.

Insgesamt sind  1550 Aussteller aus ganz Deutschland und 64 anderen Ländern in den 27 Hallen der 85. Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau vertreten, die noch bis zum 26. Januar geht. Der Eintritt kostet 10 bis 15, an Sonntagen 5 bis 12 Euro.

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