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Offener Brief
Museumsführer fordern mehr Gehalt

Mehr als 700 000 Besucher kommen jährlich in die Gedenkstätte Sachsenhausen. Beschäftigte fordern eine bessere Entlohnung.
Mehr als 700 000 Besucher kommen jährlich in die Gedenkstätte Sachsenhausen. Beschäftigte fordern eine bessere Entlohnung. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 20.01.2020, 18:01 Uhr - Aktualisiert 22.01.2020, 09:58
Oranienburg (MOZ) Beschäftigte in Museen der Schlösserstiftung sowie der Gedenkstätten in Brandenburg und Berlin haben ein Netzwerk gegründet, um sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine "faire Entlohnung" einzusetzen. Unter dem Namen "Geschichte wird gemacht" ging das Netzwerk jetzt an die Öffentlichkeit, ohne dabei auch nur einen einzigen Namen von Beteiligten zu nennen.

220 Beschäftigte hätten einen Offenen Brief unterzeichnet, in dem sie besseren Lohn, soziale Absicherung und mehr Mitbestimmung fordern, heißt es in einer Mitteilung. Der Offene Brief werde heute an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), an Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) überreicht.

Auf Nachfrage erklärt Sebastian Gerhart vom Netzwerk, dass auch Beschäftigte und freie Mitarbeiter der Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück den Brief unterzeichnet hätten und an der Aktion beteiligt seien. Das Schlossmuseum Oranienburg tauche in der Liste bislang nicht auf. Dort sind Schlossführer und Servicepersonal über die Fridericus Service Gesellschaft beschäftigt, auch in Oranienburg. Für sie will die Gewerkschaft Verdi einen eigenen Tariflohn durchsetzen. Bislang gilt für sie der Tariflohn des Sicherheitspersonals, sagt Stiftungssprecher Frank Kallensee. "Wir befinden uns weiterhin im Gespräch mit der Verdi-Tarifkommission." Verdi hatte am zweiten Weihnachtsfeiertag die Schlösser Charlottenburg und Sanssouci bestreikt.

Die Verfasser des Offenen Briefes verweisen nun auf eine Diskrepanz zwischen der Bedeutung der Museen und Gedenkstätten sowie den Bedingungen, unter denen die Beschäftigten dort arbeiteten. Gedenkstätten, Geschichtsmuseen und Erinnerungsorte würden ein hohes Ansehen genießen und hätten eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Nicht nur an Jahrestagen gelinge täglich die Kommunikation mit den Besuchern zur demokratischen Auseinandersetzung mit Gesellschaft, Geschichte und Gegenwart. An die Mitarbeiter würden dabei hohe Erwartungen geknüpft, denen die Arbeitsbedingungen jedoch widersprächen. "Diese Lage ist unhaltbar! Wir sind mit dieser Situation nicht nur unzufrieden, sondern überzeugt: Das geht besser", heißt es wörtlich in dem Brief.

Die Gedenkstättenstiftung zeigte sich am Montag überrascht. Dort war das Netzwerk bislang nicht bekannt.

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