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Trotz Kameras
Diebstähle in Bernaus Fahrradparkhaus nehmen wieder zu

Christian Heinig / 21.01.2020, 20:27 Uhr
Bernau (MOZ) Vom ökologischen Aspekt her betrachtet ist das Bernauer Fahrradparkhaus ein absolutes Vorzeigeprojekt für die Stadt. Statt mit dem Auto kommen vielen Pendler und Ausflügler mit dem Drahtesel zum Bahnhof, stellen ihn dort witterungsgeschützt ab und haben nur noch ein paar Schritte zum Zug. Klimafreundlicher geht es nicht.

Das Problem ist: Wenn sie später von der Arbeit, von Freunden oder vom Sport zurückkehren, ist es in letzter Zeit immer öfter vorgekommen, dass ihr Fahrrad nicht mehr im Parkhaus stand. Es war weg. Gestohlen. Immer wieder haben MOZ-Leser von solchen Diebstählen berichtet.

Genaue Zahlen folgen im März

Und die Polizei bestätigt diese Zunahme. "Verglichen mit dem Vorjahr ist ein Anstieg der Fahrraddiebstähle in der Stadt Bernau zu verzeichnen", sagt Sprecher Roland Kamenz von der Polizeidirektion Ost. Allerdings sei dies kein Einzelfall, dieser Trend gelte für die gesamten Bereich der Polizeiinspektion Barnim.

Konkrete Zahlen kann Kamenz noch nicht nennen, weil ihm da die Hände gebunden sind. Denn es läuft so: Auskünfte zur Polizeilichen Kriminalstatistik können in Brandenburg für 2019 erst dann getroffen werden, wenn diese offiziell durch den Innenminister bei einer Pressekonferenz präsentiert worden sind. Und das wird wohl erst im März passieren. Dennoch lässt allein schon die Aussage von Kamenz, dass es eine Zunahme gab, aufhorchen. Immerhin hatte es zuvor bei den Diebstählen einen Rückgang gegeben. Lag die Zahl 2016 noch bei 225, waren es 2017 "nur" noch 187 Räder, die gestohlen wurden. Im Jahr 2018 verschwanden dann 188 Räder.

Nun also wieder ein Anstieg. Auch im neuen Jahr gab es schon die ersten angezeigten Diebstähle im Fahrradparkhaus bei der Polizei, drei an der Zahl.

Das Problem ist aber nicht nur die Zunahme der Diebstähle, ein Problem ist auch, dass die Räder meist nie wieder auftauchen. "Oftmals gibt es nach einem Fahrraddiebstahl nur wenige Ermittlungsansätze, so dass die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich gering ist", so Polizeisprecher Kamenz. Daran ändert offenbar auch nichts, dass im  Fahrradparkhaus seit 2014 insgesamt 25 Kameras alle Stellflächen rund um die Uhr überwachen.

Diese Kameras seien zwar "sinnvoll", so Kamenz, und ein "abschreckendes Mittel". Dennoch ist bei der Barnimer Kripo aus dem Vorjahr lediglich ein Fall bekannt, der mit Hilfe der Videoaufzeichnungen aufgeklärt werden konnte.

Das wirft die Frage auf: Reichen die Kameras? Oder braucht es mehr Sicherheit? An diesem Punkt ist die Stadt gefragt, und die hat das Thema bereits auf dem Radar. "Die Frage danach, ob die Videoüberwachung als Sicherheitsmaßnahme ausreicht, werden wir uns stellen und eine mögliche Erweiterung prüfen", sagt Sprecherin Nancy Kersten.

Und was kann jeder einzelne tun? Polizeimann Kamenz empfiehlt Fahrradbesitzern, ihre Bikes codieren zu lassen. Zudem sollte sich jeder seine Rahmennummer notieren und zum Anschließen des Fahrrads ein massives Bügelschloss nutzen. Und wichtig ist auch: Wem ein Rad im Bernauer Fahrradparkhaus abhanden kommt, der sollte nicht lange fackeln, sondern sich zeitnah bei der Polizei melden. Denn: Die Videoaufzeichnungen werden nur 72 Stunden lang gespeichert, dann wird das Band überschrieben.

Erstes Fahrradparkhaus in Brandenburg

Das Bernauer Fahrradparkhaus wurde 2013 eröffnet – als erstes seiner Art in Brandenburg.

Das Fahrradparkhaus bietet 566 Stellplätze. Die Auslastung beträgt in der Regel 100 Prozent. Für die Fahrradboxen gibt es nach wie vor Wartelisten.

Zur Verbesserung der Sicherheit hat die Stadt im Jahr 2014 insgesamt 25 Videokameras installieren lassen. Sie überwachen das Geschehen im Fahrradparkhaus rund um die Uhr, dabei werden die Daten für 72 Stunden gespeichert. ⇥red

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Hubert Lumasegger 22.01.2020 - 14:01:51

Jeden 2 bis 3 Tag wird 1 Fahrrad gestohlen

Also bei dieser Anzahl der Diebstähle sollte es doch möglich sein eine Lösung zu finden. Es müssen ja Profis am Werk sein. Da müsste doch die Polizei wirklich mal eine Aktion starten um das zu unterbinden. Man sieht aber mal wieder wie dumm und volksverblödend alles abläuft. Das ist nicht nur in Bernau so, auch Berlin ist betroffen. Für alles ist Geld da !! Warum kann man nicht mal 50 Räder so aktivieren das man die Diebe bekommt. Und dann auch Strafen ausspricht die abschreckend wirken. Bei dieser Schadensumme sollte es doch möglich sein ein Lösung zu finden. Man kann einen Cloudspeicher mieten. Dann kann man die Bilder - Videos über 3 Monate abrufen. Eine Kamera kostet im Monat 2,49 Euro für die Cloudspeicherung. Aber solange es sich die Bürger gefallen lassen wird da wohl nichts passieren. Für mich ein Armutszeugnis des Betreibers und der Behörden.

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