Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Standortsuche
Kommt ein Atommüll-Endlager nach OPR?

Derzeit wird der Atommüll in Gorleben zwischengelagert.
Derzeit wird der Atommüll in Gorleben zwischengelagert. © Foto: Sina Schuldt
Ulrike Gawande / 07.02.2020, 18:41 Uhr - Aktualisiert 14.02.2020, 16:29
Ostprignitz-Ruppin (MOZ) In den sozialen Netzwerken mehren sich besorgte Stimmen, die über ein mögliches Atommüll-Endlager im Landkreis spekulieren. Genannt werden dafür Salzstöcke in Netzeband oder unter dem einstigen Bombodrom-Gelände sowie Tonformationen in der Prignitz.

Doch Andreas Hinz, Pressereferent beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), betont, dass sich derzeit "alle Regionen in Deutschland im Suchverfahren" nach dem bestmöglichen Standort für ein Endlager befinden. Aktuell sei die Landkarte weiß, so Hinz. Die Orte, die im Netz kursieren, stammen von alten Untersuchungen, sagt er. "Jetzt gibt es neue Suchkriterien, die 2017 im vom Bundestag beschlossenen Standortauswahlgesetz festgelegt wurden."

Zunächst werden die gesetzlichen Ausschlusskriterien angewendet, erklärt Monika Hotopp, Sprecherin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Dabei handelt es sich um Erdbebengebiete oder Stellen, an denen es aktive geologische Störungen gibt. Die Daten werden von den Landesämtern zugearbeitet. Für die möglichen Gebiete prüft die BGE, ob die gesetzlichen Mindestanforderungen für ein Endlager erfüllt sind. Unter anderem muss das Gestein einen sicheren Einschluss der radioaktiven Abfälle gewährleisten. Es muss eine mindestens 100 Meter starke Schicht aus Kristallin-, Salz- oder Tongestein vorliegen, die das Endlager für hochradioaktive Abfälle umgeben können. Und es muss sich in einer Tiefe von mehr als 300 Metern befinden. Zurzeit gebe es keine wirkliche Alternative zur Tiefenlagerung des Materials, das sich aktuell in Zwischenlagern befindet.

Im Herbst will die BGE einen Zwischenbericht mit möglichen Teilgebieten für ein Endlager vorstellen, die dann weiter erkundet und verglichen werden. Es sei ein dreistufiges, transparentes Verfahren, das 2031 abgeschlossen sein soll, so Hinz. Dem widersprechen Bürgerinitiativen  – auch hier im Kreis.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG