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Kriminalität
Polizei registriert mehr Strafanzeigen in Frankfurt (Oder)

Blaulicht in Frankfurt: 7725 Einsätze gab es bis Ende November 2019 im Bereich des Polizeireviers abzuarbeiten.
Blaulicht in Frankfurt: 7725 Einsätze gab es bis Ende November 2019 im Bereich des Polizeireviers abzuarbeiten. © Foto: Patrick Pleul
Thomas Gutke / 14.02.2020, 23:30 Uhr - Aktualisiert 15.02.2020, 10:11
Frankfurt (Oder) (MOZ) In Frankfurt hat die Kriminalität im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Das geht aus der aktuellen Polizeistatistik bis November 2019 hervor, die Frank Bonack, Leiter des Polizeireviers, am Donnerstag den Stadtverordneten vorstellte. Demnach stieg die Fallzahl in Frankfurt auf 5169. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum waren dies 291 Strafanzeigen mehr. Die endgültigen Zahlen für 2019 einschließlich Dezember seien noch nicht freigegeben, erläuterte Bonack. Einige wichtige Entwicklungen konnte er trotzdem aufzeigen.

Anwohner sind verunsichert

Darunter die wachsende Zahl an Einbrüchen in Ein- und Mehrfamilienhäuser in der Stadt. Bis November gab es 43 Fälle – im Vorjahr in der gleichen Zeit 35. Seit Dezember kamen 16 weitere Einbrüche dazu, informierte der Revierleiter. Hansa Nord sei hier mit rund zwei Dritteln der Fälle ein Schwerpunkt für die Einbrecher gewesen. Das Unsicherheitsgefühl in dem Stadtteil ist groß. Ende Januar gab es bereits eine Anwohnerversammlung. Einer der Initiatoren, Enrico Dreger, hörte daher am Donnerstag auch aufmerksam in der SVV zu. Und warf der Polizei vor, dass viele betroffene Familien bis heute nicht von den Ermittlern kontaktiert worden seien. Überhaupt fehle es an Informationen, kritisierte er.

Frank Bonack verteidigte die Arbeit seiner Kollegen. "Wir sind nicht untätig geblieben", erklärte er. So seien die Kollegen des Wach- und Wechseldienstes angewiesen, den Norden der Stadt in den Nachtstunden zwischen 0 und 4 Uhr verstärkt zu bestreifen. In dem Gebiet im Einsatz sei außerdem eine zivile Fahndungsgruppe mit Beamten der Landes- und Bundespolizei. Seitdem habe es keine Einbrüche mehr in Hansa Nord gegeben, so Bonack – dafür im Klingetal und in Neuberesinchen. Zur Aufklärung sei eigens ein Mitarbeiter einer besonderen Ermittlungseinheit – WAO Villa – abbestellt, der die Fälle von Erkner aus bearbeite. Am 5. März, 17 Uhr, planen Polizei und Stadt eine gemeinsame Informationsveranstaltung in der Mensa der Sportschule in Nord. Thema: Wie sichere ich mein Haus?

Frank Bonack konnte aber auch durchaus auf erfreuliche Entwicklungen verweisen. Dazu gehört neben einer vergleichsweise hohen Aufklärungsquote von 61 bis 63 Prozent auch ein Rückgang bei den Autodiebstählen. "Frankfurt wird immer dargestellt als Hauptstadt der Kfz-Kriminalität, doch das sind wir nicht", so Frank Bonack. So sank die Zahl der sogenannten KfZ-Totalentwendungen im Zeitraum bis November von 79 (2018) auf 65 (2019). Allerdings sei Frankfurt "die letzte Schleuse nach Osten". Viele in anderen Bundesländern gestohlene Fahrzeuge werden daher kurz vor der Grenze – in Frankfurt – von der Polizei sichergestellt.

Stark rückläufig ist die Fallzahl auch bei Diebstählen aus Gärten und Bungalows. Hier gab es 104 Strafanzeigen. 2018 waren es mit 163 deutlich mehr. "Viele Kleingärtner sichern ihre Wertgegenstände und ihre Lauben jetzt deutlich besser, es ist  nicht mehr das lohnende Angriffsziel", erklärte Bonack. Einen gegenläufigen Trend gibt es bei Garagen und Carports, von denen in der Oderstadt 97 aufgebrochen wurden. Häufig seien Garagenkomplexe mit viel Leerstand Ziel der Täter gewesen, wie im Mittelweg und in der Buckower Straße.

In der gesamten Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder), die Reviere in Erkner, Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt und Frankfurt umfasst, gab es für die Polizei im vorigen Jahr bis November 24 543 Einsätze abzuarbeiten – die mit 7725 meisten davon in Frankfurt. Die Einsätze reichten von Parkverstößen über Diebstähle und Verkehrsunfälle bis hin zu schweren Körperverletzungen. Ein Mord oder Totschlag sei glücklicherweise nicht dabei gewesen, so Bonack.

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