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Vereinsleben
"Wir können alles außer Fußball"

Britta Gallrein / 15.02.2020, 11:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Schwindende Mitgliederzahlen sind das Problem vieler Sportvereine. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen wird es dünn. Neben einem Schulalltag, der oftmals erst um 16 Uhr endet und Hausaufgaben kommen viele Kinder nicht mehr zum Sport. Der SV Motor Eberswalde dagegen hat es geschafft. Der traditionsreiche Verein aus dem Oberbarnim hat gerade die magische Zahl von 1000 Mitgliedern geknackt. Bei der jährlichen Mitgliederstatistik, die beim Landessportbund abzugeben ist, konnte man die Zahl 1001 eintragen. Damit gehört der Eberswalder Verein zu den so genannten Großsportvereinen im Land Brandenburg und ist nach der SG Schwanebeck der zweitgrößte Verein im Landkreis Barnim. Zahlen, auf die der Vorsitzende Martin Hoeck stolz ist.

Erste Adresse rund um Sport

"Damit sind und bleiben wir eine der ersten Adressen, wenn es um Sport im Barnim geht", erklärt Hoeck, der seit 2016 den Vorsitz des Vereins inne hat. Wenn am 23. März Vorstandswahlen anstehen, kann Hoeck, selbst begeisterter und erfolgreicher Badminton-Spieler, auf eine gelungene Amtszeit zurückblicken. "Als ich die Vereinsführung damals übernommen habe, hatten wir schon 849 Mitglieder und waren damit der größte Verein in Eberswalde. Dass wir das nochmal steigern konnten, das ist natürlich klasse", freut er sich.

Wie schafft es der Verein, der  im vergangenen Jahr sein 110-jähriges Jubiläum feierte und der laut Martin Hoeck  "alles außer Fußball" kann, immer weiter zu wachsen? "Ich glaube, das kommt zum einen daher, dass es uns schon lange gibt", überlegt Martin Hoeck. "Die Leute kennen uns. Wenn man an Sport denkt, kommt vielen Motor als Erstes in den Kopf", beschreibt es der gebürtige Eberswalder. Dabei geht es bei Motor alles andere als verstaubt zu. Und das ist wohl ein weiterer Meilenstein des Erfolgs. "Wir bieten mit unserer großen Abteilung Turnen oder Abteilungen wie den Inlinern auch Sportarten an, die sonst kein anderer Verein im Barnim bietet", sagt Hoeck. 27 Mitglieder sind bei den Inlinern immerhin registriert. Mit 30 Mitgliedern auch etwas kleiner ist die Abteilung Kegeln. Die Gewichtheber haben 40 Mitglieder. Die Top drei der stärksten Abteilungen? "Tanzen, Turnen und Leichtathletik", zählt Martin Hoeck auf.

Der Erfolg der Motor-Sportler sorgt für gute Eigenwerbung. "Bei den Gewichthebern haben wir Europameister dabei. Unsere Tänzer des TSA Grün-Gold tanzen auf verschiedenen Leistungsebenen in Standard und Latein und sind bei vielen Meisterschaften gut vertreten", berichtet der 35-Jährige. Mit 236 Mitgliedern stellen sie einen großen Teil des Vereins. Dazu kommen weitere Exoten wie Cheerleading mit 20 sowie Garde- und Showtanz mit 67 Mitgliedern.

Ein Ziel für dieses Jahr, erklärt Hoeck, der sich auf der Jahreshauptversammlung am 23. März wieder als Vorsitzender zur Verfügung stellen wird, sei das Kinderschutzsiegel des Kreissportbundes Barnim. "Darum werden wir uns in diesem Jahr bemühen und dann hoffentlich bei der Sportlergala das Siegel bekommen." Das lohnt sich: 411 Kinder sind bei Motor dabei.

Schon mit zwei Jahren zum Schwimmen

Die Leidenschaft für Sport wurde bei Martin Hoeck schon mit zwei Jahren geweckt, als ihn seine Eltern immer sonntags mit zum Schwimmen nahmen. Mit sechs kam Hoeck zum Karate, wurde hier Landesmeister und Weltcup-Sieger und schaffte es bis zum schwarzen Gürtel. Nach dem Wehrdienst wechselte er zum Badminton, wurde auch hier Landesmeister im Doppel und Einzel und spielt in der Bezirksklasse und der Landesliga.Hauptberuflich arbeitet Martin Hoeck, der im Brandenburgischen Viertel lebt und Vorsitzender der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung ist, als Vorstandsassistent des Ambassadors Club, einem Netzwerk für die rund 160 Botschafter in Berlin.

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