Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Uckermark gegen Leukämie
Kinder sammeln für Krebshilfe bei Angela Merkel

Thorsten Pifan / 18.02.2020, 05:00 Uhr - Aktualisiert 18.02.2020, 09:45
Angermünde (MOZ) Deutlicher lässt es sich kaum sagen: "Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist als die Diagnose, Krebs zu erhalten. – Ein Kind zu haben, bei dem Krebs diagnostiziert wird", sagte Paula Baumgarten vom Verein Uckermark gegen Leukämie. Am Weltkinderkrebstag denken wieder mehrere 100 Menschen aus der ganzen Region auf dem Angermünder Marktplatz an all jene Kinder, die den Kampf gegen den Krebs verloren haben. Es gab aber auch ein Zeichen der Hoffnung. So haben Kindergartenkinder aus Prenzlau 7144 Euro gesammelt, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.

1800 Kinder erkranken jedes Jahr an Krebs, sagt Robert Kruszona vom Verein Uckermark gegen Leukämie. Etwa ein Drittel der Kinder verliert den Kampf. Wie viele Kinder das in der Uckermark betrifft, darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen. Denn Krebsstationen für Kinder gibt es erst wieder in Berlin oder Greifswald. Je nach Krebsart werden die kleinen Patienten auch anderswo in Deutschland behandelt, um ihnen die besten Chancen einzuräumen.

Krebs ist noch ein Tabuthema

Am Weltkinderkrebstag geht der Verein ganz bewusst in die Öffentlichkeit. Denn die Diagnose Krebs bei Kindern ist oft ein Tabuthema. "Das liegt meistens daran, dass wir selbst Angst davor haben, die Kinder-Onkologie zu betreten", sagt Paula Baumgarten, die an diesem Nachmittag in Angermünde durch das Programm führt.

Eine große Unterstützung hat es in diesem Jahr von Kindern aus Prenzlau gegeben: In den Kindergärten haben die Jüngsten Glückshefte gebastelt. Die Aktion geht auf die Initiative von Silke Nessing, Leiterin der Kindertagesstätte "Kinderland" zurück. Nessing organisierte sogar Touren nach Potsdam in den Landtag und auch der Bundestag in Berlin war das Ziel. Dort gelang es den Akteuren mit ein wenig Schützenhilfe des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen, einen Termin bei Gesundheitsminister Jens Spahn zu bekommen. Und sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm sich bei dem Besuch Zeit für die junge Delegation aus der Uckermark – Erinnerungsfoto inklusive.

Viele weitere Unterstützung gab es von weiteren Politikern, beispielsweise Ministerpräsident Dietmar Woidke, sowie Banken und Unternehmen aus der Uckermark. Prenzlaus Stadtkämmerer Marek Wöller-Beetz überreichte die 7144 Euro an Angermündes Bürgermeister Frederik Bewer – und zwar nicht nur symbolisch, sondern ganz gewichtig in echten Münzen und Scheinen. Da wurde Bewer schnell der Arm lahm bei dem ganzen Gewicht und das Team vom Verein um Paula Baumgarten verschlug es angesichts der stattlichen Summe glatt den Atem.

Mit dem Geld ist die Arbeit des Vereins für die nächste Zeit gesichert. Neben regelmäßigen Besuchen der Krebsstationen in der Region finanziert Uckermark gegen Leukämie auch das Patientenmobil, mit dem letzte Wünsche todkranker Menschen erfüllt werden.

Uckermarkgegen Leukämie

Der Verein Uckermark gegen Leukämie ist aus einem persönlichen Schicksal entstanden. 2009 erkrankte Axel Baumgarten an Leukämie – Blutkrebs. Drei Jahre später verlor er den Kampf gegen die tückische Krankheit, aber die Initiative gegen Leukämie lebt in der Region weiter. Vor allem Axel Baumgartens Ehefrau Ines wendet viel Kraft auf, anderen Menschen zu helfen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht heute das Begleiten von Patienten und Angehörigen, denn die Diagnose Krebs verändert alles – auch im Umfeld der Patienten. Ein wichtiges Projekt des Vereins ist das Patientenmobil. In Zusammenarbeit mit Ärzten und medizinischem Fachpersonal werden Wünsche von Patienten erfüllt.⇥pif

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG