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Ausstellung
Halbnackte in Rathaus Galerie in Hoppegarten

In bester Laune: Bürgermeister Sven Siebert begrüßt  Museumsleiterin Christina Schulz, Hannelore Mühlenhaupt und Leierkastenfrau Carmen-Viola Edel (von links).
In bester Laune: Bürgermeister Sven Siebert begrüßt  Museumsleiterin Christina Schulz, Hannelore Mühlenhaupt und Leierkastenfrau Carmen-Viola Edel (von links). © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 19.02.2020, 21:20 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Komm se rin, nehmse ihr Männeken ruhich mit", so empfing Carmen-Viola Edel  mit frecher Berliner Schnauze die Besucher an der Eingangstür. Dabei drehte sie unablässig die Kurbel ihres kunterbunten Leierkastens, der auf einem Kinderwagengestell mit großen Rädern montiert war. "Damit trete ich gewissermaßen in die Fußstapfen von Kurt Mühlenhaupt, der ja auch Leierkasten spielte", erwähnte sie zur Eröffnung. Auch die Künstlerkneipe, eröffnet 1960, des Berliner Malers trug den Namen Leierkasten.

Ein perfekter Auftakt für die Mühlenhaupt-Ausstellung, fanden Gabriele und Raymund Stolze, beide sind "die Mädchen für alles der Rathaus-Galerie". Aber auch die etwa 70 Gäste zur Ausstellungseröffnung sogen diese Stimmung bereitwillig auf. "Das ist alles sehr stimmig. Viele Bilder erinnern mich irgendwie an Zille, so ein gewisses Milieu eben", sagte der Mahlsdorfer Hans Scherner, nachdem er sich die Bilder angeschaut hatte.

Gekommen waren auch Hannelore Mühlenhaupt, die Witwe des Künstlers, und Christina Schulz, künstlerische Leiterin des Mühlenhaupt-Museums. Beide lobten die Arbeit und das Engagement der Stolzes, die Kunst den Menschen näher bringen zu wollen, wie es Mühlenhaupt stets ein Anliegen war.

Zur Ausstellungseröffnung der Nachlese 7 des Brandenburgischen Kunstpreises der MOZ war Christina Schulz im November nach Hoppegarten gekommen, um sich ein Bild von der Rathaus-Galerie zu machen. "Hier kommt Kunst zu den Leuten – und das ist genau der Anspruch von Mühlenhaupt", war das Fazit.

Zu sehen sind auch zwei Bilder aus Privatbesitz, die noch nirgends öffentlich ausgestellt  waren. Eines davon gehört der Mahlsdorferin Margret Döring, die sich sofort in die "Landschaft an der Wolga" verliebt hatte.

Der Kauf des anderen Bildes war abenteuerlich. "Ich war als Kameramann bei den Mühlenhaupts und bin in Nachhinein mit meiner Frau Karin noch einmal hingefahren, um ein Bild zu erwerben", erzählte Till Ludwig aus Grünheide. Auf dem Dachboden sollte er sich irgendein Bild aussuchen, "die können alle weg", so der O-Ton von Kurt Mühlenhaupt. Als die beiden dann aber mit dem "Badeengel in Blond" wieder nach unten kamen, haderte der Künstler mit der Auswahl. "Nicht gut genug, teilweise übermalt, suchen Sie sich ein Besseres aus", wiederholte Till Ludwig die Worte Mühlenhaupts. Er blieb jedoch standhaft und wenn die Ausstellung zu Ende ist, dann kommt die Badenixe wieder ins Grünheider Wohnzimmer.

Neben Menschen sind Stillleben und Landschaftsbilder in der Ausstellung zu sehen. "Es sind so die ganz normalen Szenen aus dem Alltag, die man selbst malen könnte, wenn man denn malen könnte", sagte augenzwinkernd der Berliner Thomas Richter zum Gesehenen.

100. Geburtstag im Jahr 2021

Hannelore Mühlenhaupt kündigte indes schon die Eröffnung des Kurt-Mühlenhaupt-Museums in der Kreuzberger Fidicinstraße 40 an. März 2020 steht auf der Internetseite, aber es könnte sich noch verzögern. "Derzeit arbeiten wir am Programm für den 100. Geburtstag von Kurt Mühlenhaupt im nächsten Jahr."

Was würde Mühlenhaupt heutzutage malen? "Halbnackte Männer, nur mit einem Handtuch um die Hüften, die nachmittags vor einem Swingerclub in Kreuzberg rauchen. Das ist gleich bei uns um die Ecke", sagte Hannelore Mühlenhaupt lachend. "Eben diese ganz normalen Szenen aus dem Leben", fügte sie hinzu.

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