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Eisenhüttenstadts Stahlbauer fordern Unterstützung von der Politik

Hörte den Stahlbauern zu: Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (Archivbild) besuchte Eisenhüttenstadt.
Hörte den Stahlbauern zu: Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (Archivbild) besuchte Eisenhüttenstadt. © Foto: Julian Stähle
MOZ / 21.02.2020, 05:15 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Aktuelle Fragen der Industrie- und Handelspolitik und des Klimaschutzes standen am Donnerstag im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und Vertretern des ostbrandenburgische Stahlunternehmens ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH). Zum zweiten Mal war Steinbach in die Stahlstadt gekommen, diesmal auf Einladung der IG Metall. In der Pressemitteilung des Unternehmens heißt es: "Aufgrund der ungünstigen konjunkturellen Bedingungen und bestehender Handelskonflikte befindet sich die Stahlindustrie in einem schwierigen Umfeld. Im Mittelpunkt der Gespräche zum Klimaschutz stand die Frage, wie eine CO2-neutrale Stahlproduktion erreicht werden kann." Die Forderung der Arbeitnehmervertreter laute, für die Stahlindustrie entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehöre beispielsweise eine funktionierende Wasserstoffstrategie. Steinbach habe versichert, dass sich die Landesregierung auch künftig für gute Rahmenbedingungen der Stahlindustrie einsetzen werde.

Auch Tesla wurde thematisiert

"Wir freuen uns, dass der Minister sich die Zeit genommen hat, den Arbeitskreis Nord zu besuchen, wo neben den Betriebsräten der Brandenburger Stahlstandorte auch Vertreter anderer deutscher Standorte wie ThyssenKrupp, Salzgitter, ArcelorMittal Bremen und Vallourec vertreten waren", sagte Dirk Vogeler, der Betriebsratsvorsitzende von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt.

Auch über die zu erwartende Ansiedelung des Elektroautobauers Tesla informierte der Minister. Die anwesenden Betriebsräte begrüßten dieses Projekt, äußerten aber auch Befürchtungen, dass dabei Arbeitnehmerrechte nicht eingehalten werden. Ihre einmütige Forderung lautete, auch Tesla müsse die deutsche Mitbestimmung respektieren.

Im Rahmen seines Besuchs traf sich der Wirtschaftsminister auch mit der AMEH-Geschäftsführung zu einem Meinungsaustausch über Klimaschutz und Handelspolitik.

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Werner Matzat 22.02.2020 - 15:43:29

Unterstützung von der Politik? - 30 jahre Dauer-Krisen Stahlstandort Eisenhüttenstadt - Der Steuerzahler wird am Ende dafür bluten müssen!

Werte AMEH Stahlbauer in Eisenhüttenstadt. 30 Jahre nun schon währt die Dauer - Krise eures Stahlstandortes Eisenhüttenstadt. In regelmäßigen Abständen ruft ihr dann nach Hilfe bei der Politik. Verständlich ist das ja. Zur Zeit ist die wirtschaftliche Lage nicht nur der Bundesrepublik schlecht wie selten zuvor. Die heraufziehende Rezession wird hierzulande viele Gewissheiten in Frage stellen. Der derzeitige Abschwung aber verläuft weltweit ziemlich synchron. Praktisch alle Weltregionen sind betroffen. Dynamische neue Märkte, die noch von deutschen Firmen erschlossen werden könnten, sind nicht in Sicht. In den nächsten Monaten dürften deshalb Hunderttausende Arbeitsplätze im Land verloren gehen, prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute, der Sachverständigenrat und der Internationalen Währungsfonds. (siehe Zulieferbetriebe für die Autoindustrie und andere) Davor haben die Beschäftigten Angst, weil Ihnen am Ende die Arbeitsplätze näher liegen als die Inflationsangst? In Berlin dagegen wird das ganze Jahr täglich demonstriert. Arbeitnehmer (oder soll ich treffender sagen-Lohnsklaven?) fordern immer und überall staatliche Unterstützung für ihre dann irgendwann mal wieder wankenden Unternehmen. Die Politik muss sich sorgfältig überlegen, ob sie den ständigen Rufen nachgibt. Denn viele Firmen, die jetzt wieder lauthals um Hilfe bitten, hatten schon vor der Stahl - Finanz - und Bankenkrise Probleme. In Zeiten von Handel Strafzöllen weltweit wird die ohnehin ernsthafte Lage noch dramatischer werden. Da ist die Politik eh nur wieder die Marionette, den Kreislauf des Lebens bestimmen ANDERE - die, die keiner kennt! Gesundheitsminister Jens Spahn wirbt sogar in Mexiko um Pflegekräfte für deutsche Kliniken. Wen kümmert da die Stahlbranche? Noch weitere Fragen dazu? Werte Stahlbauer, zum Abschluss in eigener Sache zur Aufklärung. Ein realistischer Blick auf den erkennbaren Dauer - Krisen - Stahlstandort Eisenhüttenstadt und die dahinter stehenden Mächte offenbaren doch eines mit relativer Sicherheit - Wir leben nicht nur jetzt im weltweiten, knallharten, Wirtschaftskrieg. Letztendlich wird wie immer der Steuerzahler am Ende dafür bluten müssen. Und nicht vergessen: Die Politik log schon immer, doch so viel wie heute, noch nie. Hauptsache die Diäten werden ab Juli 2020 wieder erhöht. Was schert da dem Kapital der Arbeitnehmer? Schon mal darüber nachgedacht?

Frank Kreitner 21.02.2020 - 14:15:37

Stahlbauer?

Wäre mir neu, dass ich im EKO den Stahl baue.

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