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Schmierereien
Polizei-Razzia bei mutmaßlichen Neonazis in Frankfurt (Oder)

Nancy Waldmann / 26.02.2020, 15:49 Uhr - Aktualisiert 27.02.2020, 08:59
Frankfurt (Oder) (MOZ) Messer, Schlagstöcke, Farbspraydosen, Datenträger sowie Aufkleber und Flyer mit rechtsextremen und NS-Bezügen – das stellte die Polizei am Dienstag bei einer Durchsuchung in den Wohnungen zweier Frankfurter sicher.

Wie die Polizeidirektion Ost und die Frankfurter Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Mittwoch informierten, stehen die beiden 22- und 29-Jährigen im Verdacht, seit November 2018 im Stadtgebiet Graffitis gesprüht und Aufkleber mit rechtsmotivierten Inhalten angebracht zu haben. Codes wie „NR-Zone“ und „NS-Zone“, die auf ein neonazistisches, antisemitisch geprägtes Weltbild verweisen, waren an zahlreichen Gemäuern zu lesen, unter anderem am Kaufland-Gebäude (MOZ berichtete), teilweise sind sie es heute noch.

Als Schwerpunkte nannte die Polizei den Bereich rund um die Halbe Stadt sowie den Stadtteil Hansa Nord. 57 derartige Taten zählte die Polizei insgesamt, wovon 20 Vorfälle auf das Jahr 2020 entfielen. Die Ermittlungen zu weiteren Tatverdächtigen sowie die Untersuchung und Auswertung der Beweismittel dauern an, teilte die Polizei mit.

Rechtsextreme Flyer in Frankfurt auch auf polnisch

Im Zusammenhang mit den Schmierereien stand mutmaßlich auch die Facebookseite „H&S crew ffo“. Die Seite ist inzwischen nicht mehr aufrufbar. Geteilt wurden dort Fotos und Videos, die das Sprühen und Kleben von Zeichen und Schriftzügen inszenierten, die man auf dem von der Polizei veröffentlichten Foto des jetzt sichergestellten Propaganda-Materials wiedererkennen kann. Etwa das Code-Wort „NR-Zone“, kurz für „Nationalrevolutionäre Zone“, „Love Strasser Hate Hitler“ und Hammer-und Schwert-Symboliken („H&S“). Sie verweisen auf einen bestimmten Flügel in der neo-nationalsozialistischen Szene, die auch in Brandenburg Anhänger habe, wie Andreas Carl vom Potsdamer Innenministerium bestätigt hatte, dem auch der Verfassungsschutz untersteht. Diese NS-Strömung greift auch antikapitalistische Slogans auf, die auf auf einigen beschlagnahmten Aufklebern zu sehen sind.

Außerdem zu erkennen in dem sichergestellten Fundus an Flyern und Aufklebern: homophobe und transfeindliche Botschaften, Slogans gegen „Islamisierung“, gegen die Europäische Union, antikommunistische Botschaften sowie Flyer der NPD und ihrer Jugendorganisation „JN“. Auch Materialien auf polnisch sind dabei, etwa die Forderung nach Freiheit für den polnischen rechtsextremistischen Attentäter Janusz Walus.

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