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zur Flagge in Wriezen
Unsäglich, aber rechtens

Jacqueline Westermann
Jacqueline Westermann © Foto: MOZ
Meinung
Jacqueline Westermann / 26.02.2020, 20:00 Uhr - Aktualisiert 26.02.2020, 21:24
Wriezen (MOZ) Natürlich bin ich ein Fan des Rechtsstaates, auch wenn Entscheidungen hin und wieder schwer zu verdauen sind. Finde ich es persönlich unsäglich, dass eine Fahne flattern darf, die jeder mit Geschichtsbildung mit einer bestimmten Epoche und vorherrschenden Werten dieser Epoche verbindet? Natürlich und noch viel mehr hinsichtlich der Entwicklungen der letzten Jahre und vor allem Vorfälle der vergangenen Monate in diesem Land. Aber ich akzeptiere die Entscheidung der Behörden. Natürlich möchte ich keine Rechtsbeugung im Sinne politischer Präferenzen.

Was aber nicht sein kann, ist meines Erachtens, dass ein Tätigwerden der Ordnungsbehörden von der Anzahl der Beschwerden abhängt. Verständlicherweise schockierte mich diese Aussage des Revierpolizisten. Was denn nun – ein Tatbestand, der Handeln erfordert, oder nicht? Die Aussagen des Bürgermeisters waren beruhigender, auch wenn sie bei mir natürlich Frustration auslösten. Für mich ist es eine Reichsflagge, die zwar kein verfassungswidriges Symbol wie das Hakenkreuz trägt, aber Assoziationen bei mir und gewiss auch anderen, die an Wriezen vorbeifahren, auslöst. Meine Hoffnung liegt beim neuen Innenminister, der deutliche Worte zum Rechtsextremismus gefunden hat. Vielleicht gibt es ja einen neuen Erlass, der sich diesen Flaggen und zugehörigem ordnungsbehördlichem Handeln widmet.

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Norbert Wesenberg 27.02.2020 - 10:41:07

Und nun?

Bei mir in der Siedlung hat ein Nachbar den Mast ständig mit der Südstaatenflagge aus dem amerikanischen Bürgerkrieg beflaggt. Die haben bekanntlich den Krieg gegen die Konföderierten verloren und gehört der Geschichte von Verlierern an. Kann ich mich bei der Polizei melden und das Abhängen der Flagge verlangen, oder müssen sich mehr Bürger beschweren? Schließlich ist sie bei unseren "amerikanischen Freunden" als Symbol der Rassentrennung ja auch verboten.

Ralf H. Janetschek 27.02.2020 - 10:10:38

Kommentar zur Toleranz

Toleranz - die Duldung des Nichtduldbaren - ist eine Haltung der Stärke, niemals eine, die aus einer Position der Schwäche heraus eingenommen werden kann. Wer schwach ist, kann nicht tolerant sein; wer den Mut zur eigentlich notwendigen Gegenwehr nicht aufbringt, kann seine Haltung nicht als Toleranz beschreiben, sondern muß von Feigheit, Rückzug und Niederlage sprechen. Fazit: Das Hängenlassen der Schwarz-Rot-Weißen-Flagge ist ein Zeichen der Stärke - das Abflaggen wäre demgegenüber ein Zeichen der Schwäche.

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