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Tesla-Gegner streiten sich über Verschwörungstheorien

Immer wieder protestieren Demonstranten gegen die Ansiedlung  Tesla. Darunter: auch AfD-Leute, von denen sich Linke-Aktivisten von "Ende Gelände"  nun abgrenzen wollen.
Immer wieder protestieren Demonstranten gegen die Ansiedlung Tesla. Darunter: auch AfD-Leute, von denen sich Linke-Aktivisten von "Ende Gelände" nun abgrenzen wollen. © Foto: Julian Stähle/dpa
Mathias Hausding / 27.02.2020, 03:45 Uhr - Aktualisiert 28.02.2020, 14:59
Erkner (MOZ) Am vergangenen Sonnabend hat in Erkner eine erstaunliche Mischung von Leuten gemeinsam gegen die geplante Autofabrik von Tesla protestiert. Doch mit einigen Tagen Abstand gibt es nun Zoff.

Inzwischen ist nämlich linken Umweltschützern und Kapitalismuskritikern von der Gruppierung "Ende Gelände" nach eigenen Angaben aufgefallen, dass bei der Demo einer lokalen Bürgerinitiative außer ihnen auch Personen aus der rechten Szene dabei waren. Zudem habe es sich bei der einzigen Rednerin auf der Veranstaltung um eine Frau gehandelt, die der AfD nahestehe und über diverse Accounts auf Facebook Verschwörungstheorien verbreite.

Mehr lesen: Alles rundum die Neuansiedlung von Tesla, Proteste und politische Entscheidungen

Nach Informationen dieser Zeitung waren am Sonnabend mindestens fünf regional bekannte AfD-Vertreter bei der Demo dabei, wenn auch ohne entsprechende Plakate oder ähnliches. Von der Rednerin ist auf Facebook ein offener Brief zu finden, in dem sie die Tesla-Ansiedlung als Alien-Invasion á la "Independance Day" oder "Krieg der Welten" beschreibt und den Brandenburger Verantwortlichen vorwirft, die entsprechenden Waldstücke in Grünheide "einem amerikanischen Großindustriellen in den Rachen geschmissen zu haben".

Aus diesen Gründen distanziert sich "Ende Gelände" nun in einem langen Statement auf Twitter von der Veranstaltung. Man könne nicht zulassen, dass sich AfD-Personal unter die Umweltschutzbewegung mische, heißt es dort. Und dies nicht nur, weil die AfD immer wieder gegen Klimaaktivisten hetze und zu Gewalt gegen sie aufrufe, sondern auch deshalb, weil man sich gegen menschenverachtende Positionen der Partei zur Wehr setzen müsse.

Wie "Ende Gelände" weiter schreibt, habe man die Bürgerinitiative auf die Beobachtungen hingewiesen. Diese habe daraufhin erklärt, dass ihr diese Informationen neu seien und man sich öffentlich gegen die AfD positionieren werde. AfD-Vertreter sollen demnach bei künftigen Veranstaltungen ausgeladen werden. Über einen Ausschluss der Rednerin werde man beraten, habe die Initiative erklärt.

Die Bürgerinitiative hatte sich bereits vor einigen Wochen von der AfD distanziert, aber diese Abgrenzung offenbar nicht durchgehalten.

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