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Nachruf
"Ein wichtiges Gesicht der Stadt verloren"

Rolf Doßmann im Jahr 2008.
Rolf Doßmann im Jahr 2008. © Foto: Matthias Haack
Siegmar Trenkler / 27.02.2020, 15:51 Uhr
Neuruppin (MOZ) Am Dienstag ist Rolf Doßmann im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Wer an ihn denkt, sieht ihn vermutlich als Schinkel verkleidet vor dem geistigen Auge. Doch er war mehr als ein Stadtführer im historischen Gewand. Doßmann war Ingenieur, aktiver Wanderer, im Vorstand der Schinkelgesellschaft und eine der treibenden Kräfte, die dafür sorgte, dass die 208 Jahre alte Neuruppiner Freimaurer-Loge "Ferdinand zum roten Adler" 2001 wieder ins Leben gerufen wurde.

Doßmann wurde am 24. Dezember 1941 in Bernburg geboren. In Dresden studierte er Elektrotechnik und begann dort auch zu wandern. Als er Ende der 1960er-Jahre nach Neuruppin kam, um in den Elektropysikalischen Werken zu arbeiten, brachte ihn seine Wanderleidenschaft dazu, sich auch sportlich zu engagieren. Erst in der BSG Elektronik, später im MSV und zuletzt im PSV war er als Wanderführer aktiv. "Mehrere Jahre war er auch für die Ausbildung von Wanderführern im Land Brandenburg verantwortlich", erinnert sich sein Wanderkollege Arno Lisch. "Er war einer meiner besten Wanderleiter." Iris Neumann hatte als Sekretärin Doßmann in dessen Zeit als Geschäftsführer beim MSV erlebt. "Er war ein toller Mensch. Ich habe gern mit ihm zusammengearbeitet."

Bei seinen Brüdern der Freimaurerloge, an deren Spitze er über viele Jahre hinweg war, hat Doßmann ebenfalls Spuren hinterlassen. "Mit ihm haben wir ein wichtiges Gesicht der Stadt verloren. Er war sehr bescheiden, ausgleichend und hat die Fehler anderer Leute immer zuerst als Beweis für deren Menschlichkeit anerkannt", berichtet Mario Zetzsche. "Der Spruch: "Wenn Du die Welt verbessern willst, fang bei Dir an, war bezeichnend für ihn. Das hat er gelebt, auch in schwierigen Zeiten."

Auch Menschen, die vor allem als Stadtführer mit ihm zu tun hatten, wussten Doßmanns Art zu schätzen. "Er war ein angenehmer Kollege, mit dem man auch mal gestritten hat, mit dem man aber immer wieder zusammenfinden konnte", so der Verleger Peter Pusch. "Rolf war ein unheimlich sympathischer Kollege mit einem tollen Wissen über die Stadt Neuruppin und Schinkel. Seine Führungen waren geprägt von einer Kombination aus Wissen, Geschichte und Humor", erinnert sich auch Stadtführer Uli Gaebler, der Rolf Doßmann mehr als 15 Jahre lang kannte. "Wir haben ihn alle sehr gemocht. Er war ruhig, ausgeglichen und bedächtig."

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