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Eishockey
Exotische Bären jagen dem Puck nach

Zehn Dossebären und ein Maskottchen: Andy Dahlenburg, Mario Langner, Sebastian Hentschel, Christopher Köhnke, Peter Schulz, Dennis Jenz (hintere Reihe von links) sowie Michael Bauer, Alexa Dahlenburg, Sven Bergel, Dennis Franke und Hendrik Krüger.
Zehn Dossebären und ein Maskottchen: Andy Dahlenburg, Mario Langner, Sebastian Hentschel, Christopher Köhnke, Peter Schulz, Dennis Jenz (hintere Reihe von links) sowie Michael Bauer, Alexa Dahlenburg, Sven Bergel, Dennis Franke und Hendrik Krüger. © Foto: Matthias Haack
Matthias Haack / 08.03.2020, 07:30 Uhr - Aktualisiert 09.03.2020, 10:16
Malchow (moz) Eins zu neun. Ja, beinahe hätten die Torros aus Güstrow die Schallmauer durchbrochen und einen zweistelligen Sieg gegen die Dossenbären eingefahren. Dabei war dieses Duell jenes der beiden Spitzenteams. Nur: Die Ruppiner erwischten am Freitag einen "rabenschwarzen Tag", wie Mario Langner gestand. "So schlecht wie eben waren wir noch nie. Ich bin schwer enttäuscht."

"Dieser Stachel sitzt tief." Pause. Der Kopf von Andy Dahlenburg senkt sich. Er schüttelt ihn hin und her. Drei-, viermal. Der Frust will dennoch nicht weichen. "Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs mich allein gelassen haben. Null Abstimmung. Kein Laut. Kein Anfeuern. Einzig Dennis behielt die Orientierung." Gemeint ist Dennis Jenz, einer, der aufgrund seiner eleganten Laufweise und Übersicht besticht im Team der Hobbyspieler. Sicher: Ein paar der neun Gegentore kamen äußerst unglücklich für den Unterlegenen zu Stande. Aber zwischen der vierten und 18. Minute war es eine einseitig geführte Partie, in der die Torrows Eishockey der Extraklasse boten. Sechs Treffer. Dahlenburg verstand die Welt nicht mehr: 0:6 in 14 Minuten. Wenigstens das Lebenszeichen zum 1:6-Halbzeitstand erkannten die Schiedsrichter noch an, nachdem sie dem Treffer von Hendrik Krüger zunächst die Anerkennung verweigert hatten. In der zweiten Halbzeit wehrten sich die Dossebären erfolgreicher gegen den amtierenden Meister. Lediglich drei Tore folgten. Andy Dahlenburg: "Mensch, ich hatte das Gefühl, die spielen permanent mit zwei Mann mehr."

Neustadts Eishockeycracks stehen unmittelbar vor Bronze oder sogar Silber in der Meisterrunde der EHL Mecklenburg-Vorpommern.
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Dossebären greifen zur Medaille

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Eigentlich gehören die Güstrower gar nicht "in unsere Liga", analysiert Mario Langner. 44 Tore in der Vorrunde, 18 Punkte von 18 möglichen, nur elf Gegentore – die Dominanz der Torros ist deutlich, wenngleich es in der Vorrunde mit den 2:5 und 4:6 knappe Niederlagen der Dossebären gegeben hatte. Doch nun dies in der Meisterrunde: Eins zu neun. Langner weiter: "Sicher, wir sind nicht die besten Schlittschuhläufer, man kann aber mit Teamgeist und Kombinationen läuferische Defizite ausgleichen. Das klappte überhaupt nicht."

Dabei betraten die Brandenburger das Eisoval in  Malchow vor einer Woche als ungeschlagene Mannschaft. Beide Partien der Meisterrunde hatten sie gewonnen – 4:1 gegen Farmteam aus Neubrandenburg sowie ein 3:2 gegen den SV Warsow. Gegen die Übermannschaft, die vom Niveau her in die Ostseeliga eingetaktet gehört, war jedoch kein Kraut gewachsen. Sicher spielt mit rein, dass nur neun Feldspieler zur Verfügung standen: Dennis Jenz zog beide Partien jeweils zweimal 20 Minuten durch.

Im zweiten Abendspiel legten die Mannen vor Andy Dahlenburg mehr und mehr den Ballast ab. Nach fünf Minuten lagen sie zwar gegen die Neubrandenburger zurück. Doch Dennis Jenz setzte fast im Gegenzug zu einem unwiderstehlichen Solo an und glich aus (7.). Dennis Franke (10., 14.), Hendrik Krüger (11.) und Sebastian Hentschel (17.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Die Meisterschaft bleibt außer Reichweite, aber die Holzmedaille bleibt den Dossebären morgen auch erspart. Es geht noch um Silber. Ein Punkt aus zwei Partien fehlt, um den SV Warsow hinter sich zu lassen. Der Optimismus der Neustädter wird genährt, weil sich abzeichnet, dass mindestens zwei vollständige Reihen auflaufen werden. Mit Hartmut Lemke verstärkt ein bärenstarker Mann zum Saisonfinale die Abwehr vor Keeper Andy Dahlenburg.

Das Team der Dossebären

Im Kader beim vorletzten Turnier der Golden-Group standen Michael Bauer (Neustadt), Andy Dahlenburg (Neustadt), Hendrik Krüger (Breddin), Peter Schulz (Nauen), Sebastian Hentschel (Rüdow), Mario Langner (Neustadt), Sven Bergel (Schwerin), Dennis Franke (BerlIn), Dennis Jenz (Berlin) und Christopher Köhnke (Neuruppin).

Zur Trainingsgruppe gehören auch  Mick Mokry (Wusterhausen), Mike Göbel (Bantikow),  Martin Stölke (Neustadt), Gorden Beckström (Neustadt), Marko Abend (Neustadt), Hans Kasten (Plänitz), Danny Stampehl (Bückwitz), Hartmut Lemke (Kantow), Marcus Bronsch (Breddin), Gunar Koschella (Alt Ruppin) und Philip Günther (Neustadt).

Immer dabei sind die beiden Frauen aus der Familie des Torwarts. Katrin Pegel-Dahlenburg und ihre Tochter Alexa sind sozusagen das Maskottchen der Dossebären.⇥maha

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