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Die Grüne Jugend Brandenburg über ihr Verhältnis zu Tesla in Grünheide

Gerrit Alino Prange, Sprecher der Grünen Jugend Brandenburg, hätte sich gewünscht, dass die Grünen mehr betonen, wie schade es ist, Bäume zu fällen.
Gerrit Alino Prange, Sprecher der Grünen Jugend Brandenburg, hätte sich gewünscht, dass die Grünen mehr betonen, wie schade es ist, Bäume zu fällen. © Foto:
Ulrich Thiessen / 09.03.2020, 12:04 Uhr - Aktualisiert 09.03.2020, 12:26
Potsdam (MOZ) Die Grüne Jugend Brandenburg will die Tesla-Ansiedlung kritisch begleiten, generell abgelehnt wird das Vorhaben nach langer interner Debatte aber nicht. Der Sprecher des Landesverbandes Gerrit Alino Prange erklärt, warum.

Herr Prange, warum tut sich die Grüne Jugend so schwer mit Tesla?

Ich möchte nicht sagen, dass wir uns schwer tun, eine Meinung zu finden. Wir haben zwei Mal im Jahr eine Mitgliederversammlung und da wir basisdemokratisch agieren wollen, sind wir nicht in der Lage, schneller auf Entwicklungen von solch einem Ausmaß zu reagieren. Deshalb brauchten wir erst eine so breite Diskussion um uns zu positionieren und unsere Forderungen an die Landesregierung zu formulieren.

Muss man die Grüne Jugend generell als industriefeindlich ansehen oder spielt Tesla für Sie eine besondere Rolle?

Ich würde uns nicht als industriefeindlich bezeichnen, sondern von einer skeptischen Position reden. Wenn die Lieferketten für die Batteriefertigung bis in die Demokratische Republik Kongo reichen, wo Kobalt untermenschenunwürdigen Bedingungen abgebaut wird, müssen wir uns zu Wort melden. So etwas ist nicht akzeptabel und muss auch beim Namen genannt werden. Wir lehnen aber Industrie nicht prinzipiell ab, sondern schauen eben genau hin.

Sie hatten in Ihrem Antrag viel schärfere Positionen zu Tesla formuliert, die dann maßgeblich verändert wurden. Haben Sie die Stimmung der Grünen Jugend falsch eingeschätzt?

Das sehe ich nicht so. Ich wollte einen Aufschlag für die Diskussion liefern und habe das verarbeitet, was ich an Meinungen aufgefasst habe. Der neue Antrag, den Ricarda Budke und ich dann ausgearbeitet haben, ist immer noch kritisch. Wir sind immer noch skeptischer als andere Verbände in Brandenburg.

Kritischer als der grüne Landesverband? Ist Ihnen die "Mutterpartei" zu zahm?

Der Landesverband hat sich sehr professionell verhalten, vor allem Umweltminister Axel Vogel. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass man mehr betont, wie schade es ist, Bäume zu fällen. Grünen muss jede Abholzung wehtun - egal ob es sich um einen Mischwald oder eine Monokultur handelt. Man hätte mehr herausarbeiten sollen, welchen großen Preis wir hier an dieser Stelle zahlen, damit Tesla Flächen versiegeln und eine große Fabrik bauen kann.

Hätte die Position der Partei und der Grünen Jugend anders ausgesehen, wenn man nicht Teil eines Regierungsbündnisses wäre?

Das ist schwer zu sagen. Aber natürlich kann man als Opposition schon etwas anders agieren, wenn man sich nicht mit Partnern abstimmen muss. Aber ich finde die Grüne Jugend ist sich treu geblieben.

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