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Pandemie
Corona-Angst sorgt für Stillstand in Märkisch-Oderland

Ulf Grieger / 18.03.2020, 18:02 Uhr
Seelow (MOZ) Ich muss schließen." Für Ines Zschoch ist das besonders bitter. Sie hat erst vor kurzem das Schuhgeschäft in Seelows Hauptgeschäftsstraße übernommen. Bereits am Dienstagabend war sie von Citymanagerin Ilona Höhne darüber informiert worden. Wie sie suchen nun viele Händler Auswege und Hilfen.

Ines Zschoch, deren Geschäft sich im Geburtshaus des Versandhandelsgründers Werner Otto befindet, wird sich nicht auf den Internethandel oder einen Wochenmarktstand umorientieren. Zumal auch der Begriff "Wochenmarkt, noch gar nicht so genau geklärt ist, wie Thomas Drewing von der Stadtverwaltung erklärt. Es sie nicht klar, ob beim Wochenmarkt lediglich Lebensmittel, oder auch Bekleidung und Schuhe angeboten werden dürfen. Unklar ist bislang auch, wer die Festlegungen zur Corona-Eindämmung generell überprüfen soll.

Dienstleistung erlaubt

Buchhändlerin Karin Guderjahn war zur Geschäftsöffnungszeit noch gar nicht im Bilde, was in den kommenden Wochen auf sie zukommt. Wenig später hatte Thomas Drewing sie darüber aufgeklärt, dass auch ihr Buchladen schließen muss. "Bieten wir nicht auch Dienstleistung an?", fragte sie. Man könne aber per Telefon und E-Mail bei ihr Bücher bestellen. Geschlossen haben auch die Mode-Zicken. Im Geschäft "Mode für Sie" wurde der Modesalon geschlossen. Lediglich der Bereich, in dem die Lottoannahmestelle ist und der Zeitschriftenverkauf erfolgt, ist geöffnet.

"Wir sind Dienstleister und bieten auch während der Schließung unseres Geschäftes Reparaturen, Batterienwechsel und Anpassungen an", erklärte Heike Mahrenholz im Schmuck- und Uhrengeschäft. Denn Dienstleistungen sind nach wie vor möglich. Verboten ist lediglich, dass sich viele Kunden im Ladengeschäft treffen. Über die Internetseite des Geschäftes kann sie gemeinsam mit Meister Herbert Göbel auch Schmuck und Uhren verkaufen. Wobei die Waren dann möglicherweise auch nach Hause geliefert werden, so Heike Mahrenholz. "Man muss aus der Situation das Beste machen und darf sich nicht von der Depression anstecken lassen", erklärt sie.

Robert Nitz von der Seelower Stadtverwaltung koordiniert die Notbetreuung in den Kitas. Die Zahl der Kinder, die betreut werden müssen, ist geringer als gedacht. "Das liegt daran, dass beide Elternteile als systemrelevant gestuft sind und somit Notbetreuung ermöglicht werden muss." Die vereinsgetragene Kita "Frechdachse", die lediglich ein Kind betreuen müsste, wird während der Pandemie geschlossen. Das eine Kind wird in der DRK-Kita mitbetreut. Die Kitas von AWO und DRK sowie die evangelische Kita "Arche Noah" betreuen insgesamt 45 Kinder. Die Grundschule und der Hort betreuen insgesamt 33 Schüler, korrigiert Robert Nitz den Betreuungsbedarf deutlich nach unten. Die Oberschule hat wie erwartet gar keinen Schüler in Notfallbetreuung.

Spielplätze geschlossen

Geschlossen sind sämtliche Spielplätze in der Kreisstadt. Ähnlich ist es in den anderen Ämtern und Gemeinden. Im Amt Golzow hat Amtsdirektor Lothar Ebert mit den Bürgermeistern besprochen, dass alle Einrichtungen offen bleiben und sie die Notbetreuung möglichst wohnortnah durchführen. Im Amt Neuhardenberg erfolgt die Notbetreuung der berechtigten 17 Kinder in den Einrichtungen in Neuhardenberg und Gusow-Platkow. Im Amt Lebus werden 14 Kinder in den Kitas betreut und fünf in den Grundschulen, die auch dafür geöffnet bleiben, informierte Amtsdirektor Mike Bartsch. Ab kommender Woche sind es 28 notbetreute Kita-Kinder.

In Letschin werden die Kita "Spatzennest" in Sietzing und die Kita "Bienenscharm" in Ortwig vorübergehend geschlossen. Die Notbetreuung der elf Kinder erfolgt in der Kita im Schulcampus. Sieben Kinder betreut der Hort.

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