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Frankfurt (Oder)
Nabu berät zur Bewirtschaftung von Agrarflächen

Jan-Henrik Hnida / 25.03.2020, 05:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 06:15
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bisher hab ich noch niemanden in Frankfurt beraten", sagt Susanne Wangert. Sie stellte Ende Februar beim Regionaltreffen Ost des Naturschutzbundes (Nabu) das Projekt "Fairpachten" vor. Fairpachten ist das kostenlose Beratungsangebot von der Nabu-Stiftung "Nationales Naturerbe" für alle, die landwirtschaftliche Flächen verpachten und sich mehr Natur wünschen, so die Projektkoordinatorin für Berlin und Brandenburg. So sei es zum Beispiel möglich, eine naturschonende Bewirtschaftung ohne Pestizide oder das Anlegen von Ackerrandstreifen mit Wildblumen und Wieseninseln in Pachtverträgen zu vereinbaren. Und damit mehr Naturschutz auf Wiesen und Äckern zu ermöglichen.

"Der Nabu möchte mit dem Projekt Landeigentümer sensibilisieren, dass sie Einfluss auf die Art und Weise ihrer Flächennutzung haben", sagt Axel Bialas, Vorsitzender vom Nabu-Regionalverband Frankfurt. Dazu gehöre zum Beispiel, Randstreifen an Wegen und Straßen nicht bis an die Feldkante zu mähen und nicht die volle Schnittbreite der Ernte-Maschinen zu nutzen. Ziel sei es, Lebensräume und Arten zu schützen und zu erhalten, erklärt Laura Klein vom Nabu-Landesverband. Die vermehrte Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen auf verpachteten Flächen könne dazu beitragen. Davon profitieren dann auch FFH-Naturschutzgebiete, von denen es in Frankfurt mehrere gibt, zum Beispiel Eichwald und Buschmühle.

Öko-Flächen ohne Fairpachten

Mit dem Markendorfer Obstanbaugebiet gibt es in Frankfurt bereits ein Beispiel für ökologisch genutzte Agrarflächen. Die Anlage wurde vor gut zehn Jahren als Ersatzmaßnahme für das Unternehmen First Solar errichtet und wird heute von der Markendorf Obst e.G. bewirtschaftet. Hier bestehen entsprechende Auflagen nicht nur zur Bewirtschaftung der Obstfläche, sondern auch bezüglich der angelegten Schutzstreifen, so die Stadt-Pressestelle.

Ebenfalls in Markendorf riefen im vergangenen Jahr Judith Ruland und Frederik Henn die bio-vegane solidarische Landwirtschaft plantAge ins Leben (MOZ berichtete). Wo sonst vor allem Äpfel wachsen, schauen zur Erntezeit nun auch diverse Gemüsesorten aus dem Boden, und dies alles ohne tierischen Dünger wie Mist, Gülle oder Schlachtabfälle. Und wie öko sieht es in der Stadt aus?

Bei den insgesamt 369 Hektar der städtischen Grünflächen  sind etwa 100 Hektar Biotopflächen und naturnahe Grünflächen. "Diese werden nahezu vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen", teilt die Pressestelle der Stadt mit. Viele der Flächen werden nur zwei oder dreimal im Jahr gemäht. Beispiele hierfür sind der Kleistpark, der Gertraudenpark und die Müllroser Chaussee, im Bereich des Landesbehördenzentrums.

Ein Beispiel für eine "differenzierte Bewirtschaftung" ist der Schluchtwegpark, die große Grünfläche zwischen Kleiner Müllroser Straße und Neuberesinchen. Hier werden mehr oder weniger sporadisch Mäh-, Gehölzschnitt- und Reinigungsarbeiten durchgeführt, berichtet Pressereferentin Kora Kutschbach. Ein weiteres Projekt für Artenvielfalt ist das "Bunte Wiesen Projekt", gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft und der Wohnbau. Hier werden auf sieben innerstädtischen kleineren Flächen und in Neuberesinchen unterschiedliche Saatmischungen und Methoden der Einsaat getestet, um zu schauen,  inwiefern sie zur Bereicherung der Artenvielfalt im Stadtgebiet geeignet sind.

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