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Corona-Maßnahmen
Polen schließt Grenze nun auch für Berufspendler

Polnische Sicherheitskräfte mit Atemschutzmasken stehen am Grenzübergang Stadtbrücke und sprechen mit Personen, die einreisen wollen. Polen hat seit dem 15. März wegen der Corona-Krise für alle Ausländer die Grenzen geschlossen. Polnische Staatsbürger dürfen zwar weiterhin einreisen, müssen aber in Quarantäne.
Polnische Sicherheitskräfte mit Atemschutzmasken stehen am Grenzübergang Stadtbrücke und sprechen mit Personen, die einreisen wollen. Polen hat seit dem 15. März wegen der Corona-Krise für alle Ausländer die Grenzen geschlossen. Polnische Staatsbürger dürfen zwar weiterhin einreisen, müssen aber in Quarantäne. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Nancy Waldmann Thorsten Pifan / 25.03.2020, 09:28 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 15:36
Slubice/Frankfurt (Oder) (MOZ) Der polnische Gesundheitsminister Łukasz Szumowski hat am Dienstag noch einmal die Regeln beim Grenzübertritt nach Deutschland verschärft.

Ab Freitag 0 Uhr müssen sich auch Berufspendler, die regelmäßig von ihrem Wohnort zur Arbeit ins Nachbarland pendeln, bei der Einreise nach Polen für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Das heißt, die Person darf das Haus nicht mehr verlassen, ansonsten drohen hohe Geldstrafen.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Coronablog.

Dies betrifft zehntausende polnische Beschäftigte, die in Brandenburg, Berlin und anderen grenznahen Regionen arbeiten. Es betrifft aber auch Personen, die in Deutschland leben und in Polen arbeiten. Diese waren bisher von der Quarantänepflicht ausgenommen.

Weiterhin ausgenommen von der Quarantänepflicht sind offenbar Berufskraftfahrer.

Die Verordnung des Gesundheitsminister sieht vor, dass die örtliche amtsärztliche Stelle auf Antrag des Beschäftigten Bescheinigungen über die Quarantänepflicht ausstellt.

Ähnliche Einschränkungen für Pendler gelten bereits in Tschechien.

Der Słubicer Bürgermeister Mariusz Olejniczak hatte vergangene Woche den Wojewoden Waldyslaw Dajczak in Gorzów gebeten, den Grenzverkehr einzuschränken auch für pendelnde Berufstätige, weil man aufgrund der deutliche höheren Infektionsraten in Deutschland im polnischen Grenzgebiet Angst vor Ansteckung fürchteten.

Die Grenzkontrollen wurden bis zum 13. April verlängert.

Allein am Klinikum Schwedt 55 Mitarbeiter betroffen

Von der von polnischer Seite angekündigten Grenzschließung für Berufspendler sind allein am Uckermark-Klinikum Schwedt 55 ärztliche Mitarbeiter und Hebammen betroffen, erklärt Geschäftsführer Ulrich Gnauck. Diese müssen nun entweder komplett in Deutschland bleiben oder bei ihrer Heimkehr für 14 Tage in Quarantäne. Die Konsequenz wäre, dass sie nicht mehr zurück zur Arbeit kommen könnten. „So habe ich mir Europa nicht vorgestellt“, sagte Gnauck. Was sich daraus für die Arbeit im Klinikum ergibt und welche Einschränkungen daraus resultieren, war am Mittwochnachmittag noch völlig offen. Zunächst müsse geklärt werden, wer die Option nutzen werde, ein Hotelzimmer in Schwedt zu beziehen. Das Klinikum hatte vorsichtshalber Zimmer reserviert.

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Klaus Klein 26.03.2020 - 16:24:31

Oder

einfach hochscrollen - bis da steht - "Nachbarschafts-Initiativen in der Corona-Krise" - sehr interessant

Klaus Klein 26.03.2020 - 16:19:57

Na aber Herr Wesenberg nun noch einmal

https://www.moz.de/nc/artikel-update-seite/dg/0/1/1793057/

Norbert Wesenberg 26.03.2020 - 13:41:54

Marcus Winter

Lieber Herr Winter, ich hatte auch nicht erwartet das Sie meine Meinung teilen. Aber unter "Freunden", noch dazu EU Mitgliedsland, darf man wohl erwarten das Polen statt einseitiger Maßnahmen sich mit den übrigen EU Mitgliedstaaten zuvor abstimmt, wenn diese zu großen Problemen beim Nachbarn führen. Oder irre ich mich da? Dazu empfehle ich Ihnen den heutigen Kommentar von Dietrich Schröder auf S. eins der Printausgabe. Vielleicht hilft der Ihnen weiter. Und zu glauben, dass das Unterbinden von Personen- und Warenströmen Polen vor dem Virus schützt, dürfte wohl mehr als naiv sein. Besser wäre es gemeinsam Maßnahmen fest zu legen um zum Nutzen aller Neuinfektionen zu bekämpfen. Leider hat man den richtigen Zeitpunkt dafür in Brüssel verschlafen und so macht Freitag ab eins eben jeder seins. Hallo Herr Klein; leider funktioniert der von Ihnen eingestellte Link nicht.

Marcus Winter 26.03.2020 - 13:03:21

@ R. Cornelius

Lieber Herr Cornelius, nicht nur die hiesigen Händler zahlen Steuern, auch die Arbeitnehmer tun es, die Rentner, die Ärzte, die Rechtsanwälte usw. so ist unser Land nun mal organisiert, so ist übrigens jedes Land organisiert, nach unserem Wissen schon tausende Jahre, schlagen sie es mal nach. Und aus gutem Grund subventionieren wir damit auch den ÖPNV, er ist die Sache aller, die res publica, er hilft allen und kann von allen genutzt werden, von Studenten, Arbeitnehmern, Rentnern, Ärzten sogar von Rechtsanwälten, vielleicht probieren auch sie es auch einmal aus. Herzliche Grüße

Marcus Winter 26.03.2020 - 12:52:30

@ C. Kellerbauer

Liebe Frau Kellerbauer, Gottseidank gilt seit dem Fall der Mauer auch in unserer Stadt und in Beeskow, wo ich arbeite das uneingeschränkte Recht der Menschen, selbst zu entscheiden, wo sie arbeiten und leben wollen. Ich habe unseren polnischen Kollegen da nichts dreinzureden. Deshalb schreibe ich meinen Nachbarn weder vor wo noch wie sie leben wollen. Aber wenn sie wieder für eine "staatliche Lenkung" plädieren wollen, nur zu, bei uns herrscht freie Meinungsäußerung. Herzliche Grüße Winter

Paul Müller 26.03.2020 - 12:42:25

Keine Angst, solange Deutschland noch Geld hat ...

... bleiben auch die Freunde hier ... :)

Cindy Kellerbauer 26.03.2020 - 11:14:45

@ Marcus Winter

Selbstverständlich können unsere polnischen Freunde absolut sicher sein, unsere Unterstützung zu bekommen. Wir sollten dabei damit anfangen, dem polnischen Gesundheitssystem die polnischen Ärzte, welche der höheren Einkommen wegen zu Ihnen, durch Sie, in "Ihr" Krankenhaus abgeworben wurden, in dieser Krise zurückzuführen. Für Ihre, unsere polnischen Freunde, die wegen des Abwerbens ihrer Fachkräfte mit einem desolaten Gesundheitswesen konfrontiert sind. Ich hoffe, dass Sie selbstverständlich auch die Bedürfnisse der polnischen Menschen hinsichtlich derer Asyl-,Rechts-,Klima-,Familienpolitik und deren Einstellung zur gleichgeschlechtlichen Liebe nunmehr akzeptieren. Beginnen Sie mit der Solidarität und schicken polnische Ärzte in ihre Heimat zurück, um dort Notleidenden zu helfen , um dort Leben zu retten.

Ralf Cornelius 26.03.2020 - 09:55:45

@ M. Winter

DIE Doppelstadt tut gar nichts, sondern höchstens ein Teil von ihr. Und zwar genau das, wovor die von Ihnen so gepriesenen Fachleute warnen. Ich empfehle mal heutige Zeitungslektüre. Und die hiesigen Händler zahlen Steuern, mit denen auch den ÖPNV subventioniert wird, ein gut sechsstelliger Betrag auch für den Polenbus, mit dem Berliner Einkaufspendler direkt zu den Märkten gefahren werden und dies deutlich billiger als zu Zeiten vor der Buseinführung. Niemand hat behauptet, dass die Leute wegen der Frankfurter Geschäfte hierher kämen. So viel Abstraktionsvermögen sollten Sie schon an den Tag legen...

Klaus Klein 26.03.2020 - 09:52:43

Hallo Herr Wesenberg

Hier bitte lesen //https://www.moz.de/nc/artikel-update-seite/dg/0/1/1793057/

Marcus Winter 26.03.2020 - 08:49:54

Die Doppelstadt lebt

Mein lieber Herr Cornelius, die Doppelstadt tut genau das Richtige, also das, was jetzt gerade jede Familie tun sollte: wir passen aufeinander auf, und halten räumlichen Abstand. So gehe ich mit meinen Eltern um, so gehe ich mit meinen Kindern um, und das heißt nicht, dass wir uns nun weniger zugeneigt sind. Und tot sind wir auch nicht. Wir Menschen sind anpassungsfähig. Diese Krise werden wir überwinden, wenn wir mal den Leuten vertrauen, die es besser wissen als wir, und gerade das tun auch unsere polnischen Freunde. Das ist doch gut! Wenn es die äußeren Umstände zulassen, werden wir gemeinsam mit unseren polnischen Freunden das Ende dieser Krise feiern, und sie lieber Herr Cornelius können sich überlegen, ob sie dann mitfeiern oder lieber am Rand stehen und schmollen wollen. Übrigens ist es lächerlich, zu glauben "Berliner Einkaufspendler" kämen wegen hiesiger Händler, da fehlt ihnen wohl ein wenig das Abstraktionsvermögen. Herzliche Grüße

Marcus Winter 26.03.2020 - 08:40:28

Lieber Herr Wesenberg,

Wie Sie sich Europa vorstellen, wollte ich schon lange einmal wissen. Mein Europa ist jedenfalls eines mit Respekt und Solidarität. Respekt, weil es uns nicht zusteht, die Schutzmaßnahmen unserer polnischen Partner und Freunde an unseren Bedürfnissen zu messen. Solidarität, weil wir die schwere Aufbauarbeit nach der Krise am besten gemeinsam schaffen werden. Die Briten werden schon jetzt bedauern, dass sie auf den mächtigen Schutzschild der EU in Zukunft verzichten müssen. Unsere polnischen Freunde dagegen können absolut sicher sein, unsere Unterstützung zu bekommen, gerade, wenn sie am meisten gebraucht wird. Mir ist klar, dass Sie das einfach nicht glauben wollen, aber kommen Sie mal zu mir ins Krankenhaus, da können Sie jeden Tag sehen, dass man weiterkommt indem man sich gegenseitig hilft, und nicht indem man sich gegenseitig über Bord wirft. Herzliche Grüße

Norbert Wesenberg 26.03.2020 - 07:33:57

So habe ich mir Europa nicht vorgestellt

Wenn Probleme auftauchen, dann ist das eigene Hemd näher als die Hose und so siegt der nationale Egoismus über die EU. Wesentlichen Anteil daran trägt die EU Kommission mit von der Leyen an der Spitze durch zu spätes oder Nichtstun. Nach der Corona Krise wird nichts mehr so sein wie vorher. Darauf sollte sich ein jeder schon jetzt einstellen. Die Schäden in den einzelnen Mitgliedstaaten werden enorm sein und man wird auf Grund des Mangels überlegen müssen in andere Staaten ausgelagerte Produktion wieder ins eigene Land zurück zu holen. Fast lächerlich wirken in diesen Tagen Schilder wie "Slubfurt", "Bez Granic" und "Autobahn der Freiheit" für die A 12. Man muss sie ja nicht gleich abreißen. Es genügt einen roten Querbalken wie bei einer zu erwartenden Baustelle darüber zu kleben. Apropos Slubfurt; wo hin ist eigentlich unser Vorkämpfer Kurzwelly abgeblieben? Lange nichts gehört.

Ralf Cornelius 25.03.2020 - 20:37:22

Die Doppelstadt ist tot

Wenn wir das hier hoffentlich überleben, wird man sich - ebenso hoffentlich - auch daran erinnern und die Großzügigkeit gegenüber unseren Nachbarn in einigen Punkten hinterfragen. Etwa, dass unser ÖPNV nicht dafür zuständig ist, Berliner Einkaufspendler an den hiesigen Händlern vorbei direkt bis zu den Slubicer Märkten zu chauffieren. Oder dass nicht jeder, der sich in FFO eine Meldeadresse besorgt, gleich seine Kinder unserem Bildungssystem anvertraut. War gut zu beobachten in den Tagen nach der ersten Grenzschließung, wie plötzlich die Autos mit FSL-Kennzeichen nicht mehr vor den Schulen auftauchten.

Ralf H. Janetschek 25.03.2020 - 20:30:54

Zitat Voltaire

„Man kann die Menschen zur Vernunft bringen, indem man sie dazu verleitet, daß sie selbst denken.“ Voltaire (1694-1778), frz. Philosoph u. Schriftsteller

Florian Ledeboer 25.03.2020 - 15:32:16

Betrifft das auch den deutschen Zoll am Zollamt Franfurt(Oder) Autobahn in Swiecko

Die Grenzabfertigung von Warenströmen in Frankfurt (Oder) wird durch den Deutschen Zoll auf polnischer Seite in Swiecko vorgenommen. Sollte der deutsche Zoll nicht vor Ort sein, wird die Abwicklung von Waren durch die deutschen Zolldeklaranten, welche ebenfalls in Swiecko sitzen, nicht durchgeführt werden können. Gibt es da bereits Erkenntnisse?

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