Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Straftaten
Kriminalität im Barnim nimmt zu - entgegen dem Trend in Brandenburg

Sabine Rakitin / 25.03.2020, 21:02 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 10:42
Bernau (MOZ) Entgegen dem Brandenburger Landestrend ist die Kriminalitätsbelastung im Landkreis Barnim im vergangenen Jahr gestiegen. Von 100.000 Einwohnern wurden mehr als 6000 Opfer einer Straftat. Das sind rund 1000 mehr als im Jahr 2018. "Wir sind die einzige Polizeiinspektion in Brandenburg mit einer solchen Bilanz", stellt Polizeichef  Jens Starigk bedauernd fest.

Einbrüche in Firmen haben zugenommen

Insgesamt 11.530 Straftaten weist die Polizeistatistik für 2019 aus – exakt 811 Straftaten mehr als 2018. Da nur abgeschlossene Fälle Eingang in die Statistik finden, bleibe eine "gewisse Unschärfe" des Lagebildes nicht aus, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Barnim. Denn: Abgeschlossene Fälle sind aufgeklärte Fälle. Entsprechend verbessert hat sich die Aufklärungsquote – von 54,6 Prozent in 2018 auf 56,8 Prozent im vergangenen Jahr. Allerdings bleibt unterm Strich die Tatsache, dass die Kriminalität insgesamt zugenommen hat.

Deutlich wird das bei der Zahl der Gewaltstraftaten. Dazu zählen solche Delikte wie Mord, Totschlag, Sexualstraftaten, Raub, räuberische Erpressung sowie Körperverletzungen mit Todesfolge. Lediglich "einfache" Körperverletzungen sind von dieser Gruppe ausgenommen. Wurden für 2018 noch 280 Fälle gezählt, so waren es 2019 mit 366 Fällen immerhin 86 mehr. Parallel dazu stieg die Aufklärungsquote innerhalb eines Jahres von 78,6 auf 85,2 Prozent.

Leicht zugenommen haben ebenfalls die Einbrüche in Firmen und die Diebstähle von Baustellen. 188 Fälle stehen für das vergangene Jahr in der Polizeistatistik, 17 mehr als 2018. Dafür wurden aber auch mehr aufgeklärt – immerhin fast 20 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die Aufklärungsquote in diesem Bereich bei lediglich 12,3 Prozent.

Immerhin reiht sich der Barnim in den Landestrend ein, was die Kfz-Diebstähle anbelangt. "In der gesamten Polizeidirektion sind die Kfz-Diebstähle weniger geworden", weiß Jens Starigk. 84 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr im Landkreis entwendet, 120 waren es noch 2018. Und: Wurden vor zwei Jahren nur zwei von zehn Kfz-Diebstähle aufgeklärt, so waren es 2019 immerhin knapp drei von zehn.

Unter der großen Überschrift "Politisch motivierte Kriminalität" registrierte die Barnimer Polizei für das vergangene Jahr insgesamt 180 Straftaten. 2018 hatte sie 148 gezählt. Für Inspektionsleiter Starigk ist diese Entwicklung nicht verwunderlich. "2019 war das Superwahljahr", erinnert er. Der Großteil der Straftaten habe mit dem Wahlkampf zu tun gehabt, erklärt Starigk. "Es ging fast immer um die Beschädigung von Wahlplakaten – quer durch alle Parteien und Gruppierungen", sagt er. Politisch motivierte Gewaltstraftaten seien insgesamt zurückgegangen: von zwölf in 2018 auf zehn in 2019. Allerdings gehört zur Wahrheit auch dazu, dass die meisten Straftaten in diesem Bereich einen rechtsgerichteten Hintergrund hatten. 2018 traf das auf neun der zwölf registrierten Gewaltstraftaten zu, 2019 auf sieben der insgesamt zehn. "Überwiegend waren es Delikte im Zusammenhang mit politischen Demonstrationen", stellt Jens Starigk fest.

Straftaten von Zuwanderern sind extra ausgewiesen

Extra ausgewiesen werden in der Polizeistatistik seit ein paar Jahren auch die Straftaten, die von Zuwanderern verübt werden. Ihre Zahl ist gesunken: von 2368 Fällen in 2018 auf 2106 in 2019. Körperverletzungen, Sexual- und andere Gewaltdelikte machen dabei einen Anteil von gut 35 Prozent aus. Zwei Drittel der Straftaten entfallen auf das Erschleichen von Leistungen, einfachen Diebstahl und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG