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Corona-Krise
Bürgermeister Laesicke will mit Einzelhändlern über Probleme der Oranienburger Tafel sprechen

Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke erklärte am Donnerstag ausgiebig das Handeln seiner Verwaltung in der Corona-Krise.
Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke erklärte am Donnerstag ausgiebig das Handeln seiner Verwaltung in der Corona-Krise. © Foto: dpa
Tilman Trebs / 26.03.2020, 16:07 Uhr
Oranienburg (MOZ) Wenig war in den vergangenen tagen aus dem Oranienburger Schloss zu hören. Am Donnerstag hat die Stadtverwaltung nun in einer längeren Presseerklärung ihr Handeln in der Corona-Krise erläutert. Bürgermeister Alexander Laesicke hatte dabei durchaus auch Lob für die Oranienburger übrig und zeigte sich erleichtert, dass das Land Brandenburg in der Kita-Gebührenfrage nun eine einheitliche Linie vorgeben hat. Ein Appell richtet er aber auch an sogenannte Hamsterkäufer.

Laesicke erklärte am Donnerstag er glaube, dass die überwiegende Zahl der Menschen in der Stadt den Ernst der Lage begriffen habe und "sich vernünftig und vorsichtig in der Öffentlichkeit bewegen. Es ist schön zu sehen, dass man sich auf die Oranienburgerinnen und Oranienburger verlassen kann, wenn es drauf ankommt". Die Umsetzung der Eindämmungsverordnung, die seitin ganz Brandenburg gilt und das Kontaktverbot regelgt, sei auch in der Oranienburger Stadtverwaltung derzeit eines der wichtigsten Themen. Ein Koordinierungsstab unter Leitung Laesickes bespricht jeden Morgen per Videokonferenz die aktuellen Entwicklungen und berät die notwendigen Maßnahmen.

So ist der Außendienst des Ordnungsamtes durch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung verstärkt worden, um eine größere Präsenz im Stadtbild zeigen zu können. "In enger Absprache mit der Polizei erfolgen Kontrollen auch in den Abendstunden und am Wochenende.Neben der Kontrolle der Einhaltung der angeordneten Schließungen im Einzelhandel und von Gaststätten, stehen dabei die Überwachung des Abstandsgebots sowie das Einhalten von Verboten beim Aufenthalt im öffentlichen Raum im Vordergrund. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen dabei streng, aber mit Augenmaß vorgehen", erklärte Stadtverwaltungssprecher Gilbert Collé.

"Es geht nicht darum, Bußgelder zu verteilen, sondern ein möglichst hohes Maß an Schutz zu erreichen", betonte die Dezernentin für Bürgerdienste, Stefanie Rose. "Gerade in den Geschäften die noch geöffnet haben dürfen, um die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren, kommt es darauf an, mit Maßnahmen zur Einhaltung der Abstandsregeln, also zum Beispiel durch Markierungen, durch Begrenzung des Zugangs oder durch Security, die Sicherheit für die Beschäftigten zu garantieren, die ohnehin gerade einen schwierigen Job zu erledigen haben. Wo es nötig ist, geben wir Hinweise, wo nachgesteuert werden muss. Wer sich jedoch völlig uneinsichtig zeigt, muss auch mit einer Strafe rechnen."

Auch die Notversorgung an Kitas und Schulen ist ein regelmäßiges Thema der Abstimmungsrunde. "Viele Eltern habensich jetzt verständlicherweise gefragt, was mit den Kita- und Hortbeiträgen ist. Dafür musste schnell eine Lösung gefunden werden", erklärte Bürgermeister Alexander Laesicke. "Ich bin froh, dass es jetzt eine landeseinheitliche Regelung gefunden wurde und nicht ein Flickenteppich von unterschiedlichenLösungen der einzelnen Städte und Gemeinden." Am Mittwoch war landesweit verabredet worden, die Kita-Gebühren zunächst für April auszusetzen. Ausgenommen sind Eltern, deren Kinder die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen.

Der SPD Oranienburg geht das allerdings nicht weit genug. Sie forderte am Donnerstag, auch den Eltern der noch betreuten Kinder die Gebühren zu erlassen und außerdem allen das Essensgeld zu erstatten. Schließlich hätten auch die in den sogenannten systemrelevanten Berufen tätigen Menschen derzeit eine große Last zu tragen.

Im Koordinierungsstab spielen aber auch Themen eine Rolle, die nicht unbedingt in die Zuständigkeit der Verwaltung fallen."Der Einbruch der Spenden bei der Oranienburger Tafel beschäftigt uns sehr", sagte Bürgermeister Laesicke am Donnerstag. "Dass gerade die Schwächsten unserer Gesellschaft jetzt besonders unter der Situation leiden müssen, in der es ja gar keine Engpässe bei der Lebensmittelversorgung gibt, ist wirklich beklagenswert." Laesicke kündigte an, in den den kommenden Tagen mit den Groß- und Einzelhändlern das Gespräch suchen. Zudem appellierte er an die Oranienburger, "ob das eine oder andere zu viel gekaufte Paket Nudeln nicht doch noch als Spende bei der Oranienburger Tafel landen kann."

Zentrale Anlaufstelle der Verwaltung bleibe dasBürgeramt. Unter den Oranienburger Rufnummern 600 640, 600 633 und600 634 sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Montag bis Donnerstags in der Zeit von 9 bis 15 Uhr und am Freitag von 7 bis 13 Uhr zu erreichen.

Zur Unterstützung der Oranienburger Bürgerinnen und Bürger in der aktuellen Situation sind zwei zusätzliche Hotlines eingerichtet worden:

Beratungen und Unterstützung speziell für Eltern bietet der Eltern-Kind-Treff ab sofort montags bis freitagsvon 9.00 bis 15.00 Uhr unter der Rufnummer 579 28 86.

·Beschäftigte desRegine-Hildebrandt-Haus habendienstags bis freitags von 9 bis 15 Uhr unter der Rufnummer 53 13 07 ein offenes Ohr für alle Fragen des Alltags. Sie hören zu, vermitteln Hilfesuchende mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die älteren oder eingeschränkten Personen zum Beispiel bei Besorgungen unterstützen und vermitteln bei Bedarf Kontakte zu professioneller Hilfe.

An die Bürgerinnen und Bürger Oranienburgs richtet Bürgermeister Laesicke noch eine Bitte: "Die Herausforderungen, vor die uns das Corona-Virus stellt, sind groß. Viele Menschen werden gleich mehrfach belastet. Zu der Sorge um die eigene Gesundheit und die der nächsten Verwandten, kommen vielleicht die Schwierigkeiten durch den Wegfall der Kinderbetreuung, die Enttäuschung über die geplatzte Urlaubsreise oder das Familienfest, das nicht stattfinden kann bis hin zu existentiellen Ängsten über die Zukunft des Arbeitsplatzes oder der Firma. Gerade jetzt kommt es deshalb darauf an, füreinander da zu sein. Helfen sie Ihren Nachbarn, wenn sie Hilfe brauchen. Passen Sie in den kommenden Tagen und Wochen gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf und beachten Sie die Empfehlungen zur Hygiene und die Regeln zur Reduzierung von Sozialkontakten. Sie schützen damit nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch die Menschen in Ihrer Nähe, die wegen ihres Alters oder durch Vorerkrankungen besonders gefährdet sind. Mit Besonnenheit und Geduld werden wir diese Krise überstehen."

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